Schimmel im Haus?Auf jeden Fall entsteht Schimmel aufgrund ständiger oder langanhaltender Feuchtigkeit an einem Bauteil. Wie es zu Feuchtigkeit kommt, ist zu klären:
In diesen Fällen handelt es sich wahrscheinlich um Schimmel, der aufgrund falscher Wärmedämmung und unzureichender Lüftung entstanden ist. Das Phänomen der Kondensation kennen Sie von der eiskalten Milchflasche: stellen Sie sie auf den Tisch in der warmen Küche, bildet sich an der Außenseite sofort Kondensat (=Dampf). Das liegt daran, dass die warme Luft in der Küche ein bestimmtes Maß an Feuchte tragen kann, ohne dass sich diese Feuchte niederschlägt (bei 20°C bis zu 17,3 g/m³). Die Luftschicht, die an die kalte Milchflasche grenzt, wird dort abgekühlt, z.B. auf 10°C, bei dieser Temperatur können nur mehr bis zu 9,39 g/m³ gehalten werden. Ist der Feuchtgehalt an dieser Stelle höher, liegt er etwa auf 12 g/m³, so schlägt sich die Differenz (12-9,39= 2,61g/m³) auf dem Glas sofort als Dampf nieder. Nicht so schnell, aber auch unweigerlich entsteht Kondensat an Ihren Wänden, wenn
Dampf, der nicht nach außen entweichen kann, weil z.B. die Außenhaut nicht dampfdiffusionsoffen ist, lässt sich an manchen Außenfassaden beobachten: zuerst entstehen Blasen unterm Putz oder unter der Farbe, dann brechen Putzteile ab. In diesem Zusammenhang ist zu ergänzen, dass sich die Baustoffe auch nach ihrer Fähigkeit unterscheiden, Feuchtigkeit aufzunehmen, zu speichern und später wieder abzugeben. Durch entsprechende Wahl der Baustoffe (auch der Inneneinrichtung bis hin zu den Teppichen!) kann somit ein plötzlich auftretender Feuchtschwall unmittelbar gespeichert und danach wieder abgegeben werden, ohne dass die Feuchte Schaden anrichten kann. Am meisten Feuchte aufnehmen/ wieder abgeben kann z.B. Lehm, der dadurch eine exzellente Feuchte regulierende Wirkung erzielt. Material:Beton- & Zementputz, Anstrich durchlässig: 9 g/m²Gipskartonplatte, Anstrich durchlässig: 22 g/m² Fichte/Tanne natur, 2x lasiert: 32 g/m² WärmebrückenEine Balkonplatte, welche ohne Unterbrechung von der Decke ins Freie ragt, verhält sich wie eine Kühlrippe an der Außenluft: sie leitet im Winter Wärme nach draußen ab und im Sommer nach innen. Das ist eine hierzulande leider oft praktizierte Wärmebrücke.Von Natur aus sind die Hausecken "geometrische" Wärmebrücken an denen sich Feuchte niederschlagen und Schimmel entstehen kann, wenn dem nicht durch entsprechende Zusatzdämmung vorgebeugt wird. Dampfdiffusionsdiagramm = GlaserdiagrammAus den Dampfdiffusionsbeiwerten µ [mü], der Wärmeleitfähigkeit, l [lambda] und der Dicke der Baustoffe kann unter Einbeziehung der örtlichen Klimabedingungen berechnet werden, ob und an welcher Schicht sich Kondensat bilden wird. Durch entsprechende Wahl der Stoffe und der Schichtdicken kann gegengesteuert bzw. es können Dampfsperren eingeplant werden, was aber nur eine Notlösung darstellt und nach Möglichkeit vermieden werden sollte.Dampfdiffusionsbeiwert µ einiger MaterialienKalkzementmörtel: 15/35Beton: 70/150 Lochziegelmauerwerk: 5/10 Korkplatte: 5/10 Polystyrol extrudiert: 80/300 Glas: unendlich Durch dauernde Feuchte können Bauschäden an Bauteilen entstehen, die sogar die Statik beeinträchtigen. Gesundheitsgefahren durch Feuchte:
KonsequenzSchimmel als Symptom für zuviel Feuchte darf nicht ertragen, nicht durch permanente chemische Keulen (starke Fungizide) vorübergehend beiseitegeschoben werden. Langfristig muss die Entstehungsursache dafür beseitigt werden. Ist der Grund trockengelegt, kann noch vorhandener Schimmel durch weißen Weinessig (macht keine Flecken), hochprozentigem Alkohol bzw. Brennspiritus (70%) beseitigt werden!Vorbeugen!
Wer hat Schuld?Der Käufer oder Mieter einer Wohnung hat das Recht auf deren Mangelfreiheit und das Auftreten von Schimmel ist ein gesundheitsgefährdender Mangel. Bei Auftreten von Schimmel ist der Mangel schriftlich zu melden. Für dessen Beseitigung sind Fristen zu setzen. Der Mieter kann gleichzeitig eine Mietsenkung, der Käufer einen Preisabschlag fordern. Wird der Schaden nicht beseitigt, können Käufer wie Mieter auf Mangelbeseitigung nebst Folgekosten wie feuchtigkeitsgeschädigte Möbel bis hin zu Übersiedlung klagen. Umgekehrt wird die Gegenpartei behaupten, der Schimmel sei durch falsches Heizen/ Lüften verursacht worden und ihrerseits Klage auf Beseitigung erheben bzw. mit Kündigung des Mietvertrags drohen. Ein Gutachter kann nach den Ursachen forschen, es kann zu einem gerichtlichen Beweisverfahren kommen mit Einschaltung weiterer Gutachter und ungewissem, kostenintensivem Ausgang. Besser ist da der Weg über eine Schlichtungsstelle - die VZS bietet Ihnen diese Möglichkeit an. Auch dazu empfiehlt sich eine klare Beweisführung bezüglich:
Infoblatt - Stand: 11/2005 Vom Ministerium für wirtschaftliche Aktivitäten (MAP) mitfinanziertes Projekt |
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