Geldanlegen am Telefon: nein danke!

Reich werden und das auf ganz einfache und sichere Weise, nämlich per Telefon, dank einer Schweizer oder drittländischen Anlagefirma, die Ihr Geld an der Börse erfolgreich und professionell investiert?

Schön wär’s! Leider entspricht dies selten der Realität. Das Geld wird, wenn überhaupt, in riskantesten Börsengeschäften angelegt und die Firma behält sich jede Art von Handlungsfreiheit mit den ihr ”anvertrauten” Ersparnissen vertraglich vor. Schneller als gedacht ist man auch um große Summen ärmer (auch Hunderttausende Euro)!

Achten Sie bitte auf folgendes:

1) Anlagefirmen aus der Schweiz oder aus nicht EU-Ländern:

Die europäische Gemeinschaft hat für die Geldanlagefirmen, die in den Mitgliedstaaten ihren Sitz haben und auch dort ihre Tätigkeit ausüben, strenge Kontrollen und Vorschriften vorgesehen.

Drittländische Firmen müssen, um in den Mitgliedstaaten wirken zu dürfen, dafür eigens eine Ermächtigung bekommen. Da es bei der Ausstellung dieser Lizenz zu strengen Kontrollen kommt, versuchen immer öfter nicht ermächtigte drittländische Anlagefirmen von ihrem Land aus, mit fragwürdigen Geschäften unseren Markt auszubeuten.

TIPP: Stellen Sie die Bedingung, den Gesprächspartner hier in Italien antreffen zu können. Fragen Sie nach, ob die Anlagefirma die Ermächtigung für die Ausübung der Tätigkeiten von der CONSOB (Italienische Börsenaufsichtsbehörde) erhalten hat. Bitten Sie um Zusendung einer Kopie derselben.

2) Täglich Telefonanrufe - großer Zeitdruck

Sie werden direkt per Telefon von der Anlagefirma kontaktiert. Mehrmals am Tag ruft der gleiche Angestellte dieser Firma an, und verspricht Ihr Geld zu minimalen Risiken und mit sehr großen Gewinnen an der Börse zu investieren. Sie müssten aber schnell handeln, da die Wirtschaftslage in diesem Moment besonders günstig sei und es nicht lange so bleiben werde. Sie werden aufgefordert, den per Post oder via Fax zugesandten Vertrag unverzüglich zu unterschreiben und sofort die Geldüberweisung zugunsten der Firma zu tätigen.

TIPP: Lassen Sie sich Zeit! Wirtschaftlich “günstige” Lagen kommen immer wieder und wirklich gute Broker arbeiten immer. Informieren Sie sich bei einer Fachperson oder bei einer Verbraucherberatungsstelle vor Sie auch nur irgend etwas unterschreiben! Aber selbst wenn Sie schon, unter psychologischem Druck, unterschrieben haben sollten, kontaktieren Sie trotzdem eine/n Experten/in oder eine Beratungsstelle.

3) Kontoauszüge und “daily statements” (Börsenberichte):

Damit die Firma unverzüglich investieren kann, hat diese bereits ein Konto für Sie eröffnet. Fast täglich erhalten Sie davon Kontoauszüge, wie auch “daily statements” bezüglich der Börsenlage. Diese Dokumente sind aber kein Beweis der effektiv getätigten Anlage, da sie weder von einer Bank, noch von der Börse stammen.

TIPP: Verlangen Sie Originalauszüge oder Original-daily-statements.

4) Nachschusspflicht:

Im Laufe der Zeit melden sich immer neue Angestellte der Firma, die “noch qualifizierter” sind und “noch bessere” Investitionsmöglichkeiten anbieten. Sie lassen sich abermals überreden und was folgt, ist der große “Crash”: Sie haben nicht nur Ihr ganzes Geld verloren, sondern stehen nun auch noch in der Schuld der Anlagefirma, diese hat angeblich schon entstandene Schulden für Sie beglichen. Daraufhin verlangt die Firma von Ihnen mehrmals Nachschuss!

TIPP: Verlangen Sie einen echten Kontoauszug oder einen echten Börsenbericht.

5) Sind Sie an allem schuld?

Die Lage verschlechtert sich ständig, die Forderungen nach Nachschuss werden immer eindringlicher, obwohl Sie möglicherweise bereits weitere Zahlungen getätigt haben. Weigern Sie sich schließlich, noch mehr Geld zu schicken, so erhalten Sie kurzer Hand eine Mitteilung, dass durch Ihr Handeln der Firma die Möglichkeit genommen wurde Ihr Geld zurückzugewinnen.

TIPP: Nicht immer besteht wirklich die Nachschusspflicht! Die Firma muss vor allen Dingen erst anhand von echten Dokumenten beweisen, dass überhaupt Schulden entstanden sind. Wenden Sie sich mit all Ihren Unterlagen an eine Fachperson oder an eine Beratungsstelle!

Vom Ministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten (MAP) mitfinanziertes Projekt

Infoblatt: FS09 - Stand 08-2008