Schlichtung mit den Textilhandwerkern

Die Tätigkeit der Schlichtungskommission “Verbraucherfreundliche Textilreinigung”, im Rahmen eines Abkommens zwischen der Verbraucherzentrale und den Südtiroler Handwerkervereinigungen für eine außergerichtliche Lösung der Streitfälle zwischen Konsumenten und Textilreinigern läuft auf vollen Touren.

Gelegentlich kann es passieren, dass der Reinigungsprozess nicht wie gewünscht verläuft, oder dass der eine oder andere Schaden auftritt. Wer haftet in diesem Falle? Der bisherigen Erfahrung zufolge liegt nur in den seltensten Fällen die Verantwortung bei der Textilreinigung.
 

Produktion und Handel

Bereits beim Kauf von Textilien gilt es einige Dinge zu berücksichtigen:

 

  • Es ist ratsam, nur Kleidungsstücke zu kaufen, die mit einem Etikett mit Pflegehinweisen versehen sind. Das ist zwar nicht Vorschrift, erweist sich aber als besonders nützlich, wenn es darum geht, die Frage der Verantwortung bei einem erlittenen Schaden zu klären.
  • Der Verbraucher kann vom Verkäufer die schriftliche Bestätigung darüber verlangen, dass die Angaben auf dem (gesetzlich vorgeschriebenen) Etikett der tatsächlichen Zusammensetzung des Kleidungsstückes entsprechen
  • Am besten ist es, den Kassazettel oder ein anderes Beweisstück bezüglich der erfolgten Bezahlung aufzubewahren, damit bei Bedarf Kaufpreis und -datum belegbar sind.
  • Es sollten weiters jene Produkte vermieden werden, die PVC enthalten: Sie können nämlich weder gewaschen noch gereinigt werden. Solche Kleider sind dazu bestimmt, nach wenigen Monaten auf dem Sondermüll zu landen.
  • Mehrfarbige Kleidung oder mit Lederapplikationen versehen, kann für unangenehme Überraschungen sorgen, auch wenn es sich dabei um Markenkleidung handelt. Zu vermeiden sind im Besonderen dunkle Lederapplikationen auf hellen Textilien angebracht.

 

In der Reinigung

Zusammenhängende Kleidungsstücke (z.B. Jacke mit Kapuze, Rock mit Jacke usw.) sollten immer zusammen zur Reinigung gebracht werden, damit Probleme mit Farbveränderungen von vorne herein vermieden werden können.

Auch sind eventuelle Flecken oder Sonderwünsche sofort mit der Textilreinigung abzuklären, um ein bestmögliches Ergebnis zu gewährleisten.

Die Handwerksbetriebe, welche dem Abkommen "Verbraucherfreundliche Textilreinigung" beigetreten sind, gewährleisten eine schnelle und zufriedenstellende Lösung für jeden Streitfall. Man erkennt sie am Aufkleber auf dem Schaufenster.
 

Was tun?

Auch bei Beschädigung oder gar Verlust des Kleidungsstückes sollte man versuchen, Ruhe zu bewahren. Das beschädigte Stück muss zum Prüflabor geschickt werden, von wo aus nach einigen Wochen eine schriftliche Erklärung kommen wird. Anhand dieser Erklärung kann die Verantwortung bezüglich eventueller Schadenersatzansprüche geklärt werden. Die Adresse des Prüflabors kann beim Reiniger oder bei der VZS eingeholt werden. Auch kann der Reiniger direkt das Stück zur Prüfung schicken.

Bei Verlust dagegen regeln die Handwerker sofort den Schadensersatz mittels einer Zeitwerttabelle.
 

Was kostet mich das?

Die Analyse eines Kleidungsstücks wird für 26 Euro durchgeführt, bei Lederprodukten werden 52 Euro erhoben. Der Betrag wird einfach vom Briefträger als Nachnahmegebühr kassiert. Wenn die Verantwortung beim Reiniger liegt, werden diese Kosten zurückerstattet, zuzüglich des zustehenden Schadensersatzes.


 

 

Anwendungsbereich:Streitfälle nur für angeschlossene LVH/CNA-Handwerks-Betriebe

Ergebnis der Schlichtung:Kleidungsstücke werden von einem Prüflabor untersucht, Ergebnis ist für die Reinigung bindend

Antragstellung bei:VZS

Kosten:Textilien: 25 Euro
Leder: 50 Euro

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