Energie und Umwelt

News

11.10.2016
11.10.2016

Schalter der VZS italienweit an zweiter Stelle bei Konsumentenkontakten


Auch 2016 erfreut sich der lokale Schalter des nationalen Projekts zum Thema Energie großer Beliebtheit. Zwischen 1. Jänner 2015 und 25. Februar 2016 wandten sich an den Bozner Schalter 1.067 VerbraucherInnen; damit ist Bozen nach Rom der zweitgefragteste Schalter. Das Projekt „Energie: Wir verschaffen Ihren Rechten Gehör“ umfasst 26 Projektschalter in ganz Italien, welche die Anfragen der Kunden des Gas- und Strommarkts betreuen. Auch 2016 verzeichnen die Schalter regen Zuspruch.

Das Projekt wurde im September 2011 von 16 Verbrauchervereinigungen ins Leben gerufen, und wird von der Ausgleichskasse für den Energie- und Umweltsektor (CSEA, Cassa Conguaglio per i servizi elettrici ed ambientali) finanziert.

Ziel des Projekts ist die Beratung der EndverbraucherInnen von Energie- und Gasleistungen im Falle von Problemen, sowie in den Bereichen:

  • Orientierung in Bezug auf die verschiedenen Angebote;
  • Gewährung oder Beibehaltung des Energiebonusses;
  • Unterstützung im Falle von Problemen mit dem eigenen Anbieter;
  • Energiesparen und nachhaltiger Energiekonsum.


Die im letzten Jahr meistnachgefragten Themen waren:

  • Verträge, die ohne Zustimmung der KundInnen aktiviert wurden;
  • Rücktritt von am Telefon abgeschlossenen Verträgen;
  • Fragen zu Rechnungen: zu hohe Ausgleichsrechnungen, falsche Verbrauchsberechnungen, Verspätungen bei der Ausstellung der Rechnungen, Transparenz und Klarheit der Rechnungen, …
  • Lieferungsunterbrechung aufgrund von Zahlungsverzug;
  • Zweifel in Bezug auf Preise und wirtschaftliche Bedingungen von unterbreiteten Angeboten.


In vielen der von VerbraucherInnen vorgebrachten Fälle war ein schriftlicher Beschwerdeeingriff seitens der BeraterInnen der VZS bei den Stromfirmen nötig; einige der Fälle konnten im Zuge einer Schlichtung gelöst werden, immer mit jenen Firmen die ein solches Streitbeilegungssystem anbieten (Enel, ENI, Edison sind dabei di bekanntesten).

Der Schalter in Bozen ist von Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und von Montag bis Donnerstag von 14 bis 17 geöffnet; um Terminvormerkung wird gebeten (Tel. 0471-975597).

02.07.2015
02.07.2015

E-Mail löschen, nicht auf die Links klicken:
es handelt um schädliche Programme


Derzeit erhalten zahlreiche VerbraucherInnen in Südtirol per E-Mail vermeintliche Rechnungen von Enel. Die Mail enthält Rechnungsnummer, Kundennummern, eine (falsche) Steuernummer, den Rechnungsbetrag und die Fälligkeit. Dann kommt der Hinweis, die Rechnung selbst liege könne per Klick auf einen Link heruntergeladen werden.

Auf Anfrage der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) bestätigt ENEL, dass diese Rechnungen falsch sind. Der Link zeigt auf eine gefälschte Website, und die vermeintliche „Rechnung“ ist in Wirklichkeit ein Virus, welches die gesamten Daten auf dem PC sperrt. Die Betrüger, die hinter der ganzen Aktion stecken, verlangen dann ein „Lösegeld“, um dem Benutzer die eigenen Daten wieder freizugeben.

Daher gilt: E-Mail ignorieren und löschen, und keinesfalls auf den Link klicken!


Tipps für mehr Sicherheit

  • Vorsicht geboten ist stets bei Links in E-Mails und SMS: diese können unbemerkt auf eine betrügerische Webseite lotsen und schädliche Programme auf dem Rechner installieren, die Daten auslesen oder Verbraucher zur Angabe von sensiblen Daten (zum Beispiel zum Bankkonto oder der Kreditkarte) animieren. Verbraucher sollten ihren Rechner mit einem Antivirenprogramm schützen.
  • Bankinstitute und seriöse Gesellschaften verlangen die Übermittlung von persönlichen Daten niemals über Internet. Einzige Ausnahme ist der Online-Einkauf, aber dieser wird vom Konsumenten selbst getätigt.
  • Prinzipiell sind Daten wie PIN, Passwort usw. niemals via Email mitzuteilen. Im Zweifel telefonischen oder persönlichen Kontakt zur Bank aufnehmen und Daten auf diesem Wege übermitteln.
  • Wenn Pishing-Verdacht besteht, so sollte man dies dem wirklichen Absender mitteilen. Viele Institute haben eigene Email-Adressen für solche Fälle eingerichtet. Um sicher zu gehen, dass man sich wirklich an den "echten" Adressaten wendet, sollte man die von diesem angegebene Adresse verwenden und nicht jene, welche im Pishing-Mail als Adresse angegeben wird.
  • Um sich vor unbefugtem Zugriff zu schützen ist es unabdingbar, regelmäßig den Kontostand und die Kreditkarten zu überprüfen. Sollte Behebungen stattgefunden haben, die nicht identifizierbar sind, so ist das Bankinstitut oder die Gesellschaft sofort in Kenntnis zu setzen.
20.12.2014
20.12.2014

 

Leuchtende Weihnachtsmänner, blinkende Sterne im Fenster, Lichterketten rund ums Haus: ab dem 1. Advent bis zu Dreikönigstag erstrahlen Häuser und Wohnungen dank der Weihnachtsbeleuchtung im hellen Glanz. 

Kaum jemand denkt in dieser Zeit an die Stromverbräuche und somit an die Kosten für die weihnachtliche Lichtdekoration. Die Überraschung bringt in diesem Fall nicht der Weihnachtsmann sondern die nächste Stromrechnung.

Ein Lichtschlauch mit neun Metern Länge verbraucht im Schnitt 150 Watt. Bleibt die Beleuchtung täglich für 8 Stunden eingeschaltet, so belaufen sich die Kosten in fünf Wochen auf ca. 12 Euro (0,29 €/kWh). Sind mehrere Lichtschläuche oder Lichterketten oder andere Weihnachtsdekorationen im Einsatz, so kann die nächste Stromrechnung auch schon mal 50 Euro an Mehrkosten mit sich bringen.

Strom sparen mit LED's
Der Verbrauch eines 9 Meter Lichtschlauchs mit LED’s (Leuchtdioden) verbraucht um 80% weniger Energie. Die Verbräuche liegen bei den LED Lichtschläuchen zwischen 14 und 30 Watt. Die Kosten würden sich somit bei einer 8-stündigen Einschaltzeit in fünf Wochen auf maximal 2,50 Euro belaufen. Die höheren Anschaffungskosten für die LED-Technik machen sich bereits nach kurzer Zeit bezahlt.

Energiespartipps für die Weihnachtsbeleuchtung

  • Beim Kauf der Weihnachtsbeleuchtung sollte nicht nur auf die Anschaffungskosten, sondern auch auf den Stromverbrauch geachtet werden.
  • Damit die Weihnachtsbeleuchtung nicht durchaus brennt sollte sie mit einer Zeitschaltuhr ausgestattet werden.


Für weitere Informationen rund ums Thema Energiesparen, Bauen und Sanieren, steht die Verbraucherzentrale (technische Bauberatung) jeweils dienstags von 9-12.30 und 14-16.30 Uhr telefonisch unter 0471-301430 zur Verfügung. 

Es können auch persönliche Fachberatungen vereinbart werden (Anmeldung erforderlich!). Zudem sind kostenlose Informationen in den jeweiligen Informationsblättern und in der Rubrik F.A.Q (häufig gestellte Fragen) übers Internet unter www.verbraucherzentrale.it jederzeit zugänglich. In Papierform sind die Informationsblätter im Hauptsitz in Bozen, den Außenstellen und im Verbrauchermobil erhältlich. 

 

 

 

10.02.2014
10.02.2014

 

Gemäß der nationalen und lokalen Gesetzgebung sowie der Rechtsprechung kann der Mülltarif, ob nun unter dem Namen TIA1, TIA2 oder Tares, nicht der Mehrwertsteuer (MwSt.) unterworfen werden.

Die Rechtsprechung, sei es in der Sache selbst, als auch in Bezug auf Rechtmäßigkeit, und auch auf Verfassungsebene hat sich schon zum wiederholten Male eindeutig in diesem Sinne ausgesprochen: die Gebühren für die Müllentsorgung fallen nicht in den Anwendungsbereich der Mehrwertsteuer.

Grundsätzlich kann die MwSt. nicht anwendbar sein (da nicht der Steuer unterliegend, ausgeschlossen oder befreit), wenn: 
a) vom Gesetz ausdrücklich so vorgesehen oder 
b) aufgrund der steuerrechtlichen Natur des Beitrages (auf einer Rechnung oder anderem zweckmäßigen Dokument), welche gemäß den Artikeln 1 und 3 des DPR 633/72 die Besteuerung einer Steuer ausschließt.

In diesem Falle kann man davon ausgehen, dass beide Voraussetzungen gegeben sind: die vom Gesetz ausdrücklich vorgesehene Nichtanwendbarkeit und die steuerrechtliche Natur der Operation.

Ca. 75.000 Menschen haben, in ihrer Eigenschaft als Abnehmer des Müllentsorgungs-Dienstes der Trenta Spa in den Gemeinden von Trient und Rovereto, in den vergangenen Jahren ungerechtfertigt MwSt. in Höhe von 10% auf TIA oder TARES bezahlt, mit einem durchschnittlichen Aufwand von 60 Euro pro Kopf.

VZS und CRCTU haben für die Einleitung einer Sammelklage zu Gunsten der Abnehmer der Trenta Spa in den vergangenen Tagen die Zustellung der Klageschrift beim Gericht in Venedig veranlasst. Auf diese Weise soll ein Urteil erwirkt werden, dass Trenta Spa zur Rückerstattung der Mehrwertsteuer-Beträge verurteilt, die auf TIA („Tarif für Umwelthygiene“) und Tares angewandt wurden, und zwar zu Gunsten aller KonsumentInnen, die der Sammelklage beitreten.

 

 

 

30.12.2013
30.12.2013

 

Anmeldefrist zur Südtiroler Einkaufsgemeinschaft Energie bis 6. Jänner verlängert
Damit können auch die Nachzügler teilnehmen


Aufgrund von Anfragen von aktiven KonsumentInnen hat die Verbraucherzentrale Südtirol eine Einkaufsgemeinschaft für Strom und Gas ins Leben gerufen. Um den Energieeinkauf noch stärker zu optimieren wurde auch das Trentino mit einbezogen. Nachdem eine ähnliche Aktion des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) in Österreich mit über 260.000 registrierten Privathaushalten einen vollen Erfolg eingefahren hat, wurde beschlossen die Anmeldefrist bis zum 6. Jänner zu verlängern um auch noch den Nachzüglern eine Teilnahme zu ermöglichen.

Schätzungen zum Einsparvolumen will die Verbraucherzentrale Südtirol noch nicht nennen. Der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol Walther Andreaus schätzt, dass rund 60 bis 80 Prozent der angemeldeten Interessenten ihren Anbieter wechseln könnten - je nachdem wie hoch der Preisrabatt gegenüber dem jeweiligen momentanen Energielieferanten ausfällt. Ab Mitte Januar wird das Bieterverfahren in Gang gesetzt und in einigen Monaten werden dann die für die Strom/Gas-Einkaufsgemeinschaft angemeldeten Haushalte ein unverbindliches Angebot erhalten und dann entscheiden können, ob sie dieses annehmen und umsteigen möchten oder nicht.

Das Online-Anmeldeformular finden Sie auf www.verbraucherzentrale.it.

 

 

 

10.12.2013
10.12.2013

Preissenkungen an der Strombörse werden nicht an Verbraucher weitergegeben, dafür dürfen die Verbraucher die günstigen Strompreise der Großabnehmer bezahlen

Einkaufsgemeinschaft eröffnet neue Möglichkeiten


Seit der endgültigen Liberalisierung im Strommarkt sind 6 Jahre vergangen und das Ziel niedriger Strompreise verkehrt sich für Familien und Kleinbetriebe zunehmend ins Gegenteil. Die Verbraucher sind es gewohnt, dass Banken ihnen Zinssenkungen nicht weitergeben (siehe Einführung einer Zinsuntergrenze der wichtigsten Südtiroler Banken), das selbe gilt mittlerweile auch für die Stromanbieter. Im 1. Trimester 2008 kostete eine MWh Strom an der italienischen Strombörse durchschnittlich 80,73 Euro (56 Euro in Deutschland und Österreich). Im 1. Trimester 2013 ist der Preis um 21% auf 63,77 Euro gefallen (43 Euro in D und A). 
 

Strompreise für Haushalte steigen trotz günstigerem Großhandelsstrom

Und die Strompreise für die privaten Haushalte? Im geschützten Markt (wo sich die meisten Stromabnehmer befinden) kosteten 2.700 kWh im Jahr 2008 445,77 Euro, 5 Jahre später 516,42 Euro also um 16% mehr. Für die Verbraucherzentrale ist der Fall klar: die niedrigeren Kosten werden nicht an die Kunden weitergegeben. „Die Liberalisierung im Strommarkt geht in die falsche Richtung, die Strompreise müssen runter“ sagt der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol Walther Andreaus.
Die Basis der von den Stromverkäufern in Rechnung gestellten Energiepreise - also der Endkundenpreise ohne Netzdienste, Systemkosten und Steuern - bilden die Großhandelspreise.
Dabei setzt sich für einen durchschnittlichen Haushaltskunden der Stromtarif wie folgt zusammen:

Kostenart c€/KWh % Euro/Jahr
Verkaufsdienstleistungen 10,23 53% 276
Netzdienste 2,77 15% 75
Systemkosten 3,64 19% 98
Steuer 2,55 13% 69
Gesamt 19,19 100% 518

 

Familien und Kleinbetriebe müssen günstige Strompreise für Großabnehmer bezahlen

Auf Familien und Kleinbetriebe kommen mit einem Beschluss (Nr. 467/13) der Aufsichtsbehörde für Strom und Gas (AEEG) weitere Belastungen von geschätzten 4 Milliarden Euro jährlich hinzu. Sie dürfen für die Großabnehmer den günstigen Stromtarif ausgleichen. Die Stromrechnungen scheinen zunehmend zu einem Bankomaten für systemfremde Kosten zu werden. Nachdem hier kein Umdenken zu erkennen ist bleibt den VerbraucherInnen nichts übrig als selbst tätig zu werden.
 

Gemeinsam weniger zahlen

Gelegenheit dazu schafft die Einkaufsgemeinschaft für Strom und Gas die die Verbraucherzentrale Südtirol in Leben gerufen hat. Noch bis Jahresende können Haushaltskunden mitmachen und sich auf der Homepage anmelden. Ziel ist es durch den Zusammenschluss von vielen Einzelkunden zum Großkunden zu werden und so bessere Preise herausholen. „Je mehr Konsumenten mitmachen, desto besser seien die Chancen auf einen Preisnachlass“ so die Verbraucherzentrale Südtirol. Alle privaten Haushalte und auch Kondominien sind aufgerufen ihr Interesse anzumelden. 
In anderen Ländern, etwa den Niederlanden und Belgien verhandelten Verbraucherschützer bereits mit einer solchen Einkaufsgemeinschaft bessere Preise. In Österreich ist eine ähnlich Aktion im Gange.

 

 

 

13.11.2013
13.11.2013

 

VerbraucherInnen werden aktiv


Die Energieausgaben sind ein wesentlicher Posten des Familienhaushalts. Seit der Liberalisierung des Strommarkts ist einige Bewegung in den Markt gekommen, und die VerbraucherInnen sehen sich mit neuen Fragen konfrontiert. Wer ein gutes Angebot am Markt finden möchte, muss zuallererst sein "Verbrauchsverhalten" kennen, aber auch wissen, welche Angebote der Markt hergibt, und wie man sie vergleichen kann.

Die Liberalisierung wirft auch viele Fragen in Bezug auf den Schutz der Rechte der VerbraucherInnen auf: man denke dabei nur an die vielen ungewollt abgeschlossenen Verträge, an die Energie-Boni, an die Beschwerde- und Schlichtungsprozeduren bei Streitfällen zwischen KundInnen und Energielieferanten, an den Tag- und Nachttarif. Antworten auf diese Fragen gab es heute anlässlich einer Konferenz der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) im Bozner Kolpinghaus.

Nachtstrom: Ende der Märchenstunde
Die Überlegungen waren einfach: Nachts und am Wochenende wird in Haushalten und Betrieben weniger Strom verbraucht als tagsüber an Werktagen. Um die Kraftwerke mit gleichmäßigerer Auslastung und dadurch kostengünstiger betreiben zu können, stellen Kraftwerksbetreiber Strom in so genannten Schwachlastzeiten, also vor allem nachts, preisgünstiger zur Verfügung. Diese günstigeren Preise wollte man an die Kunden weitergeben. Doch dem ist nicht so!
Wer heute beispielsweise die Tarife für 2700 kWh Strom (Leistung 3 kW) in Bozen vergleicht, stellt bei Kunden des geschützten Marktes, den Nachtstromverbrauch von 66 auf 80% erhöhen (und dies absolut nicht leicht ...), eine jährliche Einsparung von 2 Euro pro Jahr fest: statt 514,33 Euro "nur" 512,49 Euro. Die Zahlen sprechen Klartext: wirkliche Einsparpotentiale bieten sich nur auf dem freien Markt.

Der freie Markt - Sparpotential für Umsichtige
Doch das erstbeste Angebot auf dem freien Markt anzunehmen, bringt einen sprichwörtlich vom Regen in die Traufe. Man kann sparen, man kann aber auch "draufzahlen". Eine kleine Familie, die vor allem tagsüber Strom braucht (sagen wir wieder 2.700 kWh bei 3 kW Leistung in Bozen), zahlt für das beste Angebot am freien Markt 463,34 Euro - für das schlechteste (weil teuerste) ganze 782,15 Euro. Statt 50 Euro zu sparen, zahlt die Familie nun fast 270 Euro (69%) mehr. Und mit höherem Stromverbrauch bzw. höheren Anschlussleistungen steigen die Zahlen an.

Mit der Einkaufsgemeinschaft Energie Südtirol-Trentino (EGE) günstigere Strom- und Gaspreise anpeilen
Aufgrund dieser Problematiken und von Anfragen von aktiven KonsumentInnen hat die Verbraucherzentrale Südtirol eine Einkaufsgemeinschaft für Strom und Gas ins Leben gerufen. Wir werden den Energieverbrauch bündeln und bei verschiedenen Anbietern eine entsprechende Auktion durchführen. Dabei sollen auch die zweisprachige Kundenbetreuung, die Kundenrechte und die "grüne" Energie nicht zu kurz kommen. Nach Abschluss der Verhandlungen werden die einzelnen VerbraucherInnen über das Ergebnis informiert und sie können dem ausgehandelten Standardvertrag nach freiem Ermessen beitreten. Alle Infos hierzu auf www.verbraucherzentrale.it.

Die Konferenz ist eine Initiative im Rahmen des Projekts PDT2 Energie, realisiert von den Verbraucherorganisationen des nationalen Verbraucherbeirats CNCU durch einen Beitrags des Fonds für Strafen der Aufsichtsbehörde für Strom und Gas.

 

 

 

06.06.2013
06.06.2013

 

Was als Schritt in eine intelligente Stromversorgung gedacht war, entpuppt sich zusehends als Bluff. Die Idee war gut: zeitvariable Tarife, die Anreize zum Energiesparen und zur besseren Steuerung des Energieverbrauchs setzen. Die vollmundigen Versprechungen bei der Umstellung auf die digitalen Stromzähler haben sich jedoch nicht bewahrheitet. Wer noch im geschützten Markt ist (und das ist der Großteil der Stromabnehmer) der hat heute folgende Zeittarife:

F1- Tagtarif, 8-19 Uhr an Werktagen
F2 und F3 - Nacht- und Feiertagstarif von 19-8 Uhr und an Samstagen, Sonn- und Feiertagen.

Laut den Festlegungen der Aufsichtsbehörde für Strom und Gas (AEEG) sollte bei einer Steigerung des Stromverbrauchs von über 66% in den Zeitabschnitten F2 und F3 eine Ersparnis einsetzen.

Die Überlegungen waren einfach: Nachts und am Wochenende wird in Haushalten und Betrieben weniger Strom verbraucht als tagsüber an Werktagen. Um die Kraftwerke mit gleichmäßigerer Auslastung und dadurch kostengünstiger betreiben zu können, stellen Kraftwerksbetreiber Strom in so genannten Schwachlastzeiten, also vor allem nachts, preisgünstiger zur Verfügung. Diese günstigeren Preise wollte man an die Kunden weitergeben. Doch dem ist nicht so!

Wer heute beispielsweise die Tarife für 2700 kWh Strom (Leistung 3 kW) in Bozen vergleicht, stellt bei Kunden des geschützten Marktes, die den Nachtstromverbrauch von 66 auf 80% erhöhen (und dies ist nicht so leicht...), eine jährliche Einsparung von 3,99 Euro fest. Wer den Stromverbrauch zu 90% in den Nacht- und Feiertagstarif hinein verlegt, der spart 6,96 Euro im Jahr (504,32 gegenüber 511,28). Fürwahr kein wirklicher Anreiz, um die Waschmaschine, den Geschirrspüler und andere Haushaltsgeräte zu Abend- und Wochenendzeiten zu benutzen.

Der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol, Walther Andreaus, zieht angesichts der derzeitigen Situation folgendes Fazit: „Die zeitvariablen Tarife führen zu keiner Ersparnis. Angesichts der massiven Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien untertags würde sich ein stärkerer Stromverbrauch untertags für die Umwelt rentieren. Auch die Stromkosten für die Kunden könnten untertags wegen des günstig zur Verfügung stehenden Ökostroms gesenkt werden.“

Daher brauchen sich Stromkunden derzeit nicht anstrengen um den Stromverbrauch in den „günstigeren“ Zeitabschnitt hinein zu verlagern, denn die Kosteneinsparungen sind lächerlich. Die Nachtstromtarife könnten abgeschafft werden. Den Stromkunden sollte der günstig zur Verfügung stehende Ökostrom in Form von günstigeren Tarifen weitergeben werden. Sie zahlen nämlich schon beträchtlich für die Förderung von Strom aus erneuerbaren Quellen.

 

 


 

Infos

Zahlreiche Geräte im Haushalt stehen ständig unter Strom, denn sie sind durchgehen in Bereitschaft, im so genannten Standby-Betrieb. Bei den meisten Geräten leuchtet als Hinweis darauf ein rotes, grünes oder gelbes Lämpchen auf, so z.B. beim Fernseher, bei Videorecorder, Satellitenempfänger, Stereoanlage, Kaffeemaschine, Computer, Faxgerät, Anrufbeantworter, Alarmanlage usw. Aber auch Geräte mit Displayfunktionen und laufenden Uhren verbrauchen ständig Strom.

 

Interessiert es Sie, wie Sie Ihre Haushaltskosten senken – ohne Komfortverlust und größere Einschränkungen – und gleichzeitig die Umwelt schonen können?

Strom

Am einfachsten lassen sich Strom und Geld sparen, wenn Sie möglichst wenig Strom ungenutzt verbrauchen. Vermeiden Sie den Stand-by-Verbrauch..

Es verbrauchen zum Beispiel (kWh/Jahr):
- PC mit Farbbildschirm: 162 
- Farbfernseher + KompaKtstereoanlage: 73
- Videorecorder: 101
- Laserdrucker: 123

 

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