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Mitteilungsblatt der Verbraucherzentrale Südtirol
Beilage zur Ausgabe Nr. 50/57
Die Papierversion des Verbrauchertelegramms wird allen Mitgliedern monatlich kostenlos per Post zugeschickt und steht im PDF-Format zum Download zur Verfügung. Die nachfolgenden Kurznachrichten sind ein Auszug aus der vollständigen Version.
Gesund Grillen: Wie kann man Schadstoffe vermeiden?
Tatsächlich bilden sich beim Grillen unter starker Hitze Stoffe, die vermutlich krebserregend sind (darunter heterozyklische aromatische Amine und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe).
Hier einige Tipps, wie man diesen vorbeugen kann:
- Zu hohe Temperaturen und der direkte Kontakt des Grillguts mit den Flammen sollten vermieden werden.
- Das Grillgut soll erst dann auf den Grill gelegt werden, wenn die Kohle nicht mehr brennt, sondern gut durchgeglüht ist (erkennbar an der weißen Ascheschicht).
- Fett, Fleischsaft oder Marinade sollten niemals direkt auf die Glut tropfen.
- Empfehlenswert ist das Grillen mit indirekter Hitze (Kugelgrill oder Smoker).
- Wenn das Grillgut direkt über der Glut liegt, sollte eine Grillschale aus Edelstahl oder auch Backpapier verwendet werden, um das Abtropfen zu verhindern.
- Grillschalen aus Aluminium sind für das Marinieren nicht geeignet, da durch Salz und Säure Aluminium herausgelöst wird.
- Es sollten keine hitzeempfindlichen Fette verwendet werden (kaltgepresste Pflanzenöle, Butter usw.).
- Angebrannte Stellen sollten nicht gegessen werden.
- Nach dem Grillen soll der Rost immer gut gereinigt werden.
Update: Elektronische Identitätskarte (CIE) ab 3. August 2026 Pflicht
Lockerung der Übergangsregelung auf Staatsebene
Papierausweis darf im Inland länger genutzt werden – für Auslandsreisen bleibt die CIE Pflicht
Die ursprünglich vorgesehene Umstellung auf die elektronische Identitätskarte (Carta d’Identità Elettronica – CIE) bis zum 3. August 2026 wurde teilweise entschärft.
Die italienische Regierung hat beschlossen, dass gültige Papier-Identitätskarten für bestimmte innerstaatliche Zwecke sowie im Verkehr mit der öffentlichen Verwaltung und öffentlichen Dienstleistern bis zu ihrem natürlichen Ablaufdatum weiterhin verwendet werden können. Bis zur Ausstellung der elektronischen Karte können die Gemeinden zudem ein vorläufiges Identitätsdokument ausstellen.
Für Auslandsreisen ist hingegen ausschließlich die CIE erforderlich!
Die CIE kann beim Einwohnermeldeamt der eigenen Gemeinde beantragt werden. Erforderlich sind ein aktuelles Passbild, die alte Identitätskarte sowie die Steuernummer (Codice Fiscale). Nach der Terminvereinbarung überprüft die Gemeinde die Identität und übermittelt die Daten zur Herstellung des Dokuments, welches dann per Post zugesandt wird.
Reisezeit
Vor dem Start: Papiere prüfen!
Die Reisesaison ist voll durchgestartet. Wer vorhat, mit dem Auto zu verreisen, der tut gut daran, die Dokumente zu kontrollieren.
Wir hören nämlich immer wieder von Fällen, in denen gestraft wurde, weil entweder die Versicherung verfallen war oder die Revisionsfrist abgelaufen war.
Der einfachste Weg um festzustellen, wann das eigene Fahrzeug wieder zur Revision muss, ist ein Blick in den Fahrzeugschein (das „Autobüchlein“). In diesem findet sich eine eingeklebte Etikette, auf der das Datum der letzten Revision angegeben ist, und daraus kann man die nächstfällige ableiten.
Die Fristen für die Revisionen: Neuwagen müssen nach 4 Jahren, dann immer im Abstand von 2 Jahren in die Revision, und zwar bis Monatsende jenes Monats, in dem die Revision das letzte Mal durchgeführt wurde (dieses Datum findet sich im Fahrzeugbrief). Diese Fälligkeiten gelten für Pkws, Camper, Motorräder und auch Mofas.
Alternativ kann man sich entweder auf der Website des Transportministeriums www.ilportaledellautomobilista.it registrieren, oder die dazugehörige App „iPatente“ herunterladen. Neben der Fälligkeit der Revision und der Versicherung kann man hier auch jene des Führerscheins sowie dessen Punktestand einsehen – alle Infos bequem auf einen Blick.
Vorsicht bei Abnehmspritzen aus dem Internet
Auf Social-Media-Plattformen bewerben viele Influencerinnen und Influencer unter dem Schlagwort „skinny“ (engl. dünn) auch Abnehmspritzen.
„Wegovy“, „Mounjaro“ und „Saxenda“, so die Namen einiger Abnehmspritzen, sind verschreibungspflichtige Medikamente für die tägliche oder wöchentliche Injektion. Ihre Wirkung verdanken sie so genannten GLP-1-Agonisten (GLP-1-Agonisten ahmen das Hormon Glucagon-like Peptide 1, welches bei der Nahrungsaufnahme im Darm produziert wird und dem Gehirn Sättigung und unterdrücktes Hungergefühl signalisiert) wie Semaglutid, Tirzepatid oder Liraglutid.
In Europa und den USA sind GLP-1-Agonisten ausschließlich für die Therapie von Patient:innen mit Typ-2-Diabetes, Adipositas (Körpermasseindex ab 30) oder starkem Übergewicht (Körpermasseindex ab 27) in Verbindung mit mindestens einer Begleiterkrankung zugelassen, „Wegovy“ in Italien auch für Jugendliche ab 12 Jahren mit Adipositas oder starkem Übergewicht. Die Kosten für die Behandlung müssen Personen ohne Diabetes-Erkrankung in Italien selbst tragen. Laut den Verbraucherzentralen ist in Deutschland je nach Präparat mit monatlichen Kosten zwischen 130 und 500 Euro zu rechnen.
Für normalgewichtige Personen, die für ihren „Strandkörper“ schnell mal ein paar Kilo abnehmen möchten, sind Abnehmspritzen aufgrund der Verschreibungspflicht und der strikten medizinischen Indikationen eigentlich nicht erhältlich – und aufgrund der Nebenwirkungen auch nicht sinnvoll.
Testkäufe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen im März dieses Jahres zeigen jedoch, dass es ziemlich einfach ist, über telemedizinische Internetplattformen eine Verschreibung zu erhalten. Doch es gesellt sich ein mögliches Gesundheitsrisiko: Hinter niedrigen Lockpreisen könnten sich Produkte aus unkontrollierten Quellen, mit falschen Dosierungen, gefälschten Wirkstoffen oder Verunreinigungen verbergen.
Wasser sparen in Südtirol: Kleine Gewohnheiten mit großer Wirkung
Trinkwasser ist eines unserer kostbarsten Güter – und gleichzeitig für viele von uns so selbstverständlich, dass wir kaum darüber nachdenken.
Eine Person verbraucht im Durchschnitt rund 240 Liter Trinkwasser pro Tag. Viel davon ließe sich ohne großen Aufwand einsparen. Die Energieberaterin der VZS, Christine Romen, weist darauf hin, dass sich durch einfache Maßnahmen 40 Liter und mehr pro Person und Tag einsparen lassen – ohne spürbare Einschränkungen im Alltag.
Wassersparen im Alltag - praktische Tipps
- Wasserhahn nicht laufen lassen: z.B. beim Zähneputzen, Rasieren oder Einseifen.
- Durchfluss reduzieren: Durchflussbegrenzer oder Sparaufsätze bei Dusche und Waschbecken senken den Verbrauch spürbar.
- Toilettenspülung überprüfen: mit einer Stopptaste oder einer geringeren Füllmenge im Spülkasten lässt sich der Verbrauch einfach reduzieren.
Garten und Grün rund ums Haus bewusst bewässern
- Früh morgens oder am späten Abend gießen: Dann ist es kühler und weniger Wasser verdunstet.
- Lieber seltener, dafür gründlich gießen: Ein kräftiges Gießen versorgt die Wurzeln besser als viele kurze Wassergaben.
- Direkt an den Wurzeln gießen – nicht auf Blättern oder auf versiegelten Flächen.
- Boden locker halten und mulchen: Eine Mulchschicht schützt den Boden vor dem Austrocknen und hält Feuchtigkeit länger im Boden.
Mehr Informationen bietet das Infoblatt „Wasser sparen“ (https://www.consumer.bz.it/de/wasser-sparen) der VZS.
Picknick „ohne Kühlschrank“
Heiße Sommertage und ungekühlte leicht verderbliche Lebensmittel sind eine riskante Kombination. Wie lässt sich ein Sommerpicknick organisieren, ohne schwere Kühlboxen kilometerweit mit auf den Berg oder an den See mitzuschleppen?
Getreideprodukte wie Couscous, Bulgur oder (Vollkorn-)Nudeln als Grundzutaten sorgen für Sättigung, gekochte Hülsenfrüchte, vegane Aufstriche, Hartkäse (z.B. Bergkäse, Pecorino), hartgekochte Eier und Nüsse liefern Proteine. Knackige Karotten-, Kohlrabi- und Gurken-Sticks sowie Radieschen, getrocknete Tomaten, druckfeste Früchte und Trockenobst bereichern das Picknick mit Farbe, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen.
Das deutsche Verbraucherschutzmagazin Öko-Test empfiehlt pikante Gemüse-Muffins auf der Basis von Vollkornmehl, Oliven, Paprika, Zucchini, getrockneten Tomaten und Kräutern und dazu einen (Berg-)Linsensalat mit Karotten, Walnüssen, roter Zwiebel und Petersilie. Kleine, handliche Frittatas aus Eiern, Milch oder Getreide-Drink, Paprika, Zucchini und Käse lassen sich ebenfalls gut in der Muffin-Backform zubereiten. Wunderbar als Fingerfood eignen sich Tortillas, beispielsweise mit Hummus (Kichererbsenaufstrich), gegrilltem Gemüse und Rucola gefüllt, eingerollt und halbiert. Eine Focaccia mit getrockneten Tomaten und Kräutern oder Mini-Pizzette kommen bei den Picknick-Gästen sicher auch gut an. Für Naschkatzen gibt es getrocknete Apfelringe und Marillen, eine Knabber-Nussmischung, saftiges Bananenbrot oder Blechkuchen ohne Sahne und ohne Schokolade, dafür mit viel Obst.
Das alles packt man möglichst umweltfreundlich, also in wieder verwendbare Proviantdosen aus Edelstahl oder Gläser mit Schraubdeckel. Bienenwachstücher sind eine Alternative zu Alu- oder Frischhaltefolie.
Online-Autoversicherungen: Betrügerische Internetseiten immer mehr verbreitet
Die VZS: Absolute Vorsicht ist geboten; auch bei E-Rollern!
Betrügerische Internetseiten stellen im Versicherungsbereich mittlerweile ein ernstes Problem dar, insbesondere im Bereich der Online-Autoversicherungen. Seit 2023 hat die italienische Versicherungsaufsichtsbehörde IVASS über 380 betrügerische Webseiten identifiziert und gesperrt.
Der Vertragsabschluss erfolgt meist online oder telefonisch. Nach Bezahlung der Prämie erhalten die Verbraucher:innen vermeintliche Versicherungspapiere, die jedoch keine Gültigkeit besitzen. Spätestens bei einer Verkehrskontrolle oder nach einem Unfall stellt sich heraus, dass kein gültiger Versicherungsschutz besteht und die Betroffenen Opfer von Betrügern geworden sind.
Die Konsequenzen sind gravierend: Autolenker:innen ohne Versicherungsschutz drohen hohe Verwaltungsstrafen zwischen 866 und 3.464 Euro sowie die Beschlagnahme des Fahrzeugs. Kommt es zu einem verschuldeten Unfall, müssen entstandene Sach- und Personenschäden aus eigener Tasche beglichen werden. Zwar werden die Geschädigten zunächst vom „Fondo Vittime della Strada“ entschädigt, doch der Fonds fordert die Kosten im Nachhinein über das Regressrecht von den Unfallverursacher:innen zurück.
Immer häufiger werden gefälschte Kfz-Haftpflichtversicherungen über Internetseiten oder soziale Netzwerke wie Facebook angeboten. Diese Plattformen locken mit äußerst günstigen Angeboten und wirken dabei oft sehr professionell.
Die Aufsichtsbehörde IVASS empfiehlt Verbraucher:innen, bei solchen Internet-, Telefon- oder Messaging-Angeboten (z. B. WhatsApp) höchste Vorsicht walten zu lassen.
Um Betrugsversuche zu vermeiden, sollten Verbraucher:innen prüfen, ob ihr Versicherungspartner offiziell zugelassen ist. Die offiziellen Register der in Italien für Kfz-Haftpflichtversicherungen zugelassenen Gesellschaften („elenco imprese italiane“ und „elenco imprese estere“) sind unter folgender Adresse einsehbar: https://www.ivass.it/operatori/imprese/elenchi/index.html.
Rosmarin
Rosmarin ist reich an ätherischen Ölen, darunter Cineol, Campher, Terpineol und Alpha-Pinen, Bitterstoffen, Gerbstoffen und Flavonoiden.
Bis zum 18. Jahrhundert war Rosmarin in erster Linie als Heilpflanze bekannt, erst danach entdeckte man ihn auch für die Küche. Im mittelalterlichen Kräuterbuch Pseudo-Apuleius Herbarius werden ihm Heilwirkungen gegen Zahnschmerzen, Ermattung, Bauchschmerzen, Husten, Dreitagefieber und in der Wundbehandlung zugeschrieben. Tatsächlich hilft Rosmarin dank seiner krampflösenden und gallenflussfördernden Eigenschaften bei Oberbauchschmerzen, Blähungen und Völlegefühl und unterstützt, äußerlich angewendet, dank seiner durchblutungsfördernden Wirkung die Behandlung von rheumatischen und Kreislaufbeschwerden. Auch eine schwache Wirkung gegen Mikroorganismen und Viren ist bekannt. In der Schwangerschaft, bei Erkrankungen der Leber und der Galle sowie bei Bluthochdruck wird jedoch von Rosmarin-Anwendungen abgeraten.
Rosmarin ist fixer Bestandteil der italienischen und der französischen Küche und macht traditionelle Fleischgerichte, Fisch, Pilze, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Tomaten, Zucchini und Kürbis, Soßen für Nudelgerichte, ja sogar Desserts würziger und zugleich bekömmlicher.
Frische Rosmarinzweige halten sich bis zu einer Woche in einem Glas mit Wasser oder, in ein feuchtes Küchentuch gewickelt, im Gemüsefach des Kühlschranks. Lässt man die Zweige länger im Wasser stehen, schlagen sie Wurzeln, dann kann man die Stecklinge in Erde setzen. Getrockneten Rosmarin lagert man idealerweise lichtgeschützt, kühl, trocken und vor allem luftdicht verpackt.
Rosmarinextrakte finden in der Lebensmittelindustrie als Antioxidationsmittel E 392 Verwendung. Sie verhindern das Ranzigwerden von Fetten, Ölen und fettreichen Zutaten wie Fleisch oder Käse.
