Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage

Vergütungsmöglichkeiten für den Photovoltaikstrom

Die Photovoltaikförderung im Rahmen des Fünften Energiekontos (Quinto Conto Energia) hat mit 06. Juli 2013 ihr Ende gefunden. Die 6,7 Milliarden Euro, welche für die Photovoltaikförderung vorgesehen waren, sind ausgeschöpft.

Seither können im Rahmen eines Neubaus die Privatpersonen nur mehr einen Ausgleich im Rahmen des so genannten scambio sul posto erhalten oder den produzierten Photovoltaikstrom verkaufen.

Für bestehende Gebäude hat man hingegen die Möglichkeit zusätzlich zum Ausgleich im Rahmen des so genannten scambio sul posto, die Kosten für die Photovoltaikanlage zu 50% von der Einkommensteuer abzuziehen.
 

Energietausch (Scambio sul posto)

Beim so genannten scambio sul posto handelt es sich um eine Konvention mit dem Energiedienstleister GSE (gstore servizi energetici). Diese ermöglicht die Einspeisung des überschüssigen, nicht unmittelbar verbrauchten Photovoltaikstromes in das öffentliche Stromnetz. Für diese Einspeisung erhält der Photovoltaikbesitzer eine Vergütung von Seiten der GSE.

Weitere Infos unter: https://www.gse.it/servizi-per-te/fotovoltaico/scambio-sul-posto (in italienischer Sprache)

Stromverkauf mit Mindestausgleich (ritiro dedicato)

Beim so genannten ritiro dedicato handelt es sich um den Verkauf des produzierten Photovoltaikstromes an die GSE zu einem garantierten Mindestausgleich.

Da es sich bei diesem Vergütungssystem um einen Verkauf handelt, sind die Einkünfte zu versteuern. Dies sollte vorab im Detail mit dem Wirtschaftsberater abgeklärt werden.

Weitere Infos unter: https://www.gse.it/servizi-per-te/fotovoltaico/ritiro-dedicato

Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage

Die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage hängt für den privaten Konsumenten von mehreren Faktoren ab:

  • Höhe der Vergütung und des Steuerabzuges (letzteres nur für bestehende Gebäude möglich)
  • Jahresstromverbrauch des Haushaltes
  • Zeitpunkt des Stromverbrauches (Möglichkeit der Direktnutzung des Photovoltaikstromes
  • Ausrichtung, Neigung, Lage der Photovoltaikanlage
  • Verschattung der Photovoltaikmodule
  • usw.

Um sich einen Überblick über die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage machen zu können, sollte man sich eine entsprechende Berechnung von einem unabhängigen Fachmann erstellen lassen. Dabei ist es äußerst wichtig, dass dem Fachbetrieb so viel wie möglich Informationen bereit gestellt werden, wie z.B. die gewünschte Abdeckung des Stromverbrauches für Haushaltszwecke, ob eine Ladestation für ein Elektroauto geplant ist, ob künftig auch mit Strom geheizt werden soll.

Außerdem sollten vorab mehrere Angebote verschiedener Firmen eingeholt und diese genau miteinander verglichen werden.
 

Vereinfachte Praxisbeispiele

Zum besseren Verständnis anbei ein vereinfachtes Praxisbeispiel.

Stromverbrauch Haushalt: 3.000 kWh pro Jahr (3 kW -Anschluss)
Photovoltaikanlage mit 3 kWp-Leistung (ca. 20 m²)

Energieproduktion über PV-Anlage: 3.200 kWh
davon Eigenverbrauch: 1.500 kWh (dies nur möglich wenn der Strom gezielt während der Sonnenstunden verbraucht wird)
Eingespeiste Energie: 1.700 kWh (3.200 – 1.500 kW)
Überproduktion: 200 kWh (3.000 – 3.200 kWh)

Vergütungen scambio sul posto und Einsparungen
Vergütung für eingespeiste Energie: 0,09 €/kWh
Vergütung für Überproduktion: 0,05 €/kWh
Einsparung auf Stromrechnung: 0,17 €/kWh


Bei einem bestehenden Gebäude können zusätzlich 50% Steuerabzug für die Investition in die Photovoltaikanlage in Anspruch genommen werden.

Jährliche Vergütungen / Einsparungen

Vergütung für eingespeiste Energie abzüglich 0,25% pro Jahr durch Veralterung 1.700 kWh x 0,09 €/kWh minus 0,25% 152,62 €

Vergütung für Überproduktion
abzüglich 0,25% pro Jahr durch Veralterung

200 kWh x 0,05 €/kWh
minus 0,25%

9,98 €
Einsparungen auf Stromrechnung durch Eigenverbrauch desPV-Stromes 1.500 kWh x 0,17 €/kWh 255,00 €
Gesamtvorteil   417,59 €
Kosten    
Kostenpunkt für die Anlage inkl. Gesuch und techn. Projekt (inkl.MwSt.) bereits abzüglich 50% Steuerabzug 3.500,00 €

Jährliche Betriebskosten (Versicherung, Wartung, Reparatur, ...)

  180,00 €
Einmaliger Kostenbeitrag für den Kostenvoranschlag und den Netzanschluss   244,00 €
Jährliche Verwaltungskosten (GSE)   36,30 €
Austausch Wechselrichter - jährliche Verwaltungskosten (GSE) Lebensdauer ca. 10 Jahre 1.800,00 €
18 Jahre im Zeitraum von 20 Jahren ergeben sich folgende kalkulierbare Gesamtkosten   9.870,00 €
Amortisation der Anlagen   23 Jahre

Wichtiger Hinweis: der Kostenpunkt für den Netzanschluss kann zum Teil stark variieren.

Achtung in der Kalkulation nicht berücksichtigt wurden eventuelle Preisveränderungen im Lauf der Jahre, Ertragsreduzierungen z.B. aufgrund von Verschmutzungen, Kosten für die Demontage der Anlage nach Lebensende, Bankzinsen, sofern für die Anschaffung ein Darlehen aufgenommen werden muss.
 

50% Steuerabzug für Photovoltaikanlagen

Wird eine Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von bis zu 20 kWp auf einem bestehenden Wohnhaus installiert und dient der Abdeckung des Energiebedarfes der Wohnung bzw. Wohnungen für Beleuchtung, Elektrogeräte und ähnliches, so gilt dies laut Agentur der Einnahmen (Entscheid Nr. 22/E vom 02. April 2013) als Energieeinsparung.
Aufgrund dieser Einstufung kann ein Teil der Kosten für die Photovoltaikanlage zu zehn gleichen Jahresraten von der Einkommenssteuer abgezogen werden.
Wird die Anlage innerhalb 31.12.2018 bezahlt, so beträgt der Steuerabzug 50%.
Im Gegensatz zu den anderen Energiesparmaßnahmen für welche ein Steuerabzug in Anspruch genommen werden kann, sind für den Einbau einer Photovoltaikanlage keine besonderen Unterlagen erforderlich, welche die Energieeinsparung bestätigen. Weitere Infos zum Steuerabzug sind im Infoblatt „Förderungen im Baubereich“ enthalten.
 

Begriffsbeschreibung

Die Leistung einer Photovoltaikanlage wird in kWp (peak) angegeben. Das englische Wort peak steht für Spitzenleistung unter genormten Laborbedingungen. Diese Angabe macht den Vergleich von verschiedenen Modultypen möglich.

Die in kWp angegebene Nennleistung der PV-Module entspricht der Nennleistung die am Ausgang des PV-Generators gemessenen Leistung unter Normbedingungen (25° Umgebungstemperatur, 1.156 W/m² Sonneneinstrahlung). Die exakte Nennleistung am Standort der PV-Anlage wird meist erst in den Ausführungsplänen angegeben.

 

Weitere Informationen

www.verbraucherzentrale.it
www.bine.info
www.gse.it
 

 

Stand
10/2018

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