Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage

Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage

Die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage hängt für den privaten Konsumenten von mehreren Faktoren ab:

  • Höhe der Vergütung und des Steuerabzuges (letzteres nur für bestehende Gebäude möglich)
  • Jahresstromverbrauch des Haushaltes
  • Zeitpunkt des Stromverbrauches (Möglichkeit der Direktnutzung des Photovoltaikstromes
  • Ausrichtung, Neigung, Lage der Photovoltaikanlage
  • Verschattung der Photovoltaikmodule
  • usw.

Zudem ist hier auch anzuführen dass es außer den herkömmlichen Photovoltaikanlagen mittlerweile auch Stecker-Solargeräte gibt, welche mittels einer Steckdose an den Stromkreis angeschlossen werden. Diese werden auch Balkonmodulsysteme, Mini-Solarsysteme oder Plug & Play genannt und haben eine Maximale Leistung von 800 Watt.

Um sich einen Überblick über die Wirtschaftlichkeit einer herkömmlichen Photovoltaikanlage machen zu können, sollte man sich eine entsprechende Berechnung von einem unabhängigen Fachmann erstellen lassen. Dabei ist es äußerst wichtig, dass dem Fachbetrieb so viel wie möglich Informationen bereit gestellt werden, wie z.B. die gewünschte Abdeckung des Stromverbrauches für Haushaltszwecke, ob eine Ladestation für ein Elektroauto geplant ist, ob künftig auch mit Strom geheizt werden soll.

Außerdem sollten vorab mehrere Angebote verschiedener Firmen eingeholt und diese genau miteinander verglichen werden.

Förderungen und Vergütungen

Für den Einbau einer Photovoltaikanlage im Rahmen eines Neubaus oder für ein bestehendes Gebäude gibt es verschiedene Möglichkeiten in den Genuss von Förderungen bzw. Vergütungen zu kommen.

Im Rahmen eines Neubaus bzw. für ein bestehendes Gebäude, können Privatpersonen d so genannten Energietausch (scambio sul posto) nutzen oder den produzierten Photovoltaikstrom verkaufen.

Energietausch (Scambio sul posto)

Beim so genannten scambio sul posto handelt es sich um eine Konvention mit dem Energiedienstleister GSE (gestore servizi energetici). Der Energietausch ermöglicht auch die Einspeisung des überschüssigen, nicht unmittelbar verbrauchten Photovoltaikstromes in das öffentliche Stromnetz. Für diese Einspeisung erhält der Photovoltaikbesitzer eine Vergütung von Seiten der GSE, welche zu versteuern ist.

Weitere Infos unter: https://www.gse.it/servizi-per-te/fotovoltaico/scambio-sul-posto (in italienischer Sprache)

Stromverkauf mit Mindestausgleich (ritiro dedicato)

Beim so genannten ritiro dedicato handelt es sich um den Verkauf des produzierten Photovoltaikstromes an die GSE zu einem garantierten Mindestausgleich.

Da es sich bei diesem Vergütungssystem um einen Verkauf handelt, sind die Einkünfte zu versteuern. Dies sollte vorab im Detail mit dem Wirtschaftsberater abgeklärt werden.

Weitere Infos unter: https://www.gse.it/servizi-per-te/fotovoltaico/ritiro-dedicato

 

Seit 1. Jänner 2021 besteht die Möglichkeit für die Anschaffung einer Photovoltaikanlage und einer Wärmepumpe einen Landesbeitrag in Anspruch zu nehmen. Dies gilt nur, wenn das Gebäude mindestens den KlimaHaus A-Standard aufweist. Der Landesbeitrag  beläuft sich auf 40% der anerkannten Kosten. Die Landesförderung kann sowohl für Neubauten, als auch für bestehende Gebäude in Anspruch genommen werden.

Für bestehende Gebäude kann alternativ zum Landesbeitrag ein Steuerabzug von 50% oder 110% genutzt werden.

50% Steuerabzug für Photovoltaikanlagen

Wird eine Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von bis zu 20 kWp auf einem bestehenden Wohnhaus installiert und dient der Abdeckung des Energiebedarfes der Wohnung bzw. Wohnungen für Beleuchtung, Elektrogeräte und ähnliches, so gilt dies laut Agentur der Einnahmen (Entscheid Nr. 22/E vom 02. April 2013) als Energieeinsparung. Aufgrund dieser Einstufung kann ein Teil der Kosten für die Photovoltaikanlage zu zehn gleichen Jahresraten von der Einkommenssteuer abgezogen werden.

Wird die Anlage innerhalb 31.12.2021 bezahlt, so beträgt der Steuerabzug 50%.

Nicht vergessen: innerhalb 90 Tagen nach Fertigstellung der Arbeiten muss eine Mitteilung an die ENEA erfolgen.

Weitere Infos zum Steuerabzug sind im Infoblatt „Förderungen im Baubereich“ enthalten.

110% Steuerabzug (Superbonus)

Seit 01. Juli 2020 besteht die Möglichkeit den Einbau einer Photovoltaikanlage eventuell sogar in Kombination mit dem Einbau eines Speichersystems zu 110% von der Einkommenssteuer abzuziehen. 
Der Steuerabzug muss auf 5 bzw. 4 gleiche Jahresraten aufgeteilt werden. Der Maximalbetrag beläuft sich dabei auf 48.000 Euro (max. 2.400 Euro pro kWp Nennleistung und max. 1.000 Euro pro kWh Speicherkapazität) 
Der Superbonus kann nur dann in Anspruch genommen werden, wenn die Photovoltaikanlage im Zuge von einer der zwei Hauptmaßnahmen (Wärmedämmung, Heizanlagenaustausch) eingebaut wird und alle damit zusammenhängenden Anforderungen erfüllt werden. 

Achtung: der Superbonus ist nicht kombinierbar mit dem Energietausch (scambio sul posto), somit empfiehlt es sich hier zur Steigerung des Nutzens, ausreichend Speicherkapazität anzuschaffen.


Weiter Details zum Superbonus sind im Steuerleitfaden der Verbraucherzentrale oder in der Broschüre der Agentur der Einnahmen zu finden.

Vereinfachte Praxisbeispiele mit Energietausch (scambio sul posto)

Stromverbrauch Haushalt: 3.000 kWh pro Jahr (3 kW -Anschluss)
Photovoltaikanlage mit 3 kWp-Leistung (ca. 20 m²)

Energieproduktion über PV-Anlage: 3.200 kWh
davon Eigenverbrauch: 1.800 kWh (dies nur möglich wenn der Strom gezielt während der Sonnenstunden verbraucht wird)
Energietausch: 1.400 kWh (3.200 – 1.800 kW)
Überproduktion: 200 kWh 

Hinweis: die Vergütung für die jährliche Überproduktion kann man sich gutschreiben oder ausbezahlen lassen. Achtung: die Vergütung ist zu versteuern.


Vergütungen scambio sul posto und Einsparungen
Vergütung für eingespeiste Energie: 0,14 €/kWh
Vergütung für Überproduktion: 0,05 €/kWh
Einsparung auf Stromrechnung: 0,14 €/kWh


Bei einem bestehenden Wohngebäude können zusätzlich 50% Steuerabzug für die Investition in die Photovoltaikanlage in Anspruch genommen werden.

Jährliche Vergütungen / Einsparungen

Stromtausch 1.400 kWh x 0,14 €/kWh 196 €

Vergütung für Überproduktion
 

200 kWh x 0,05 €/kWh
 

10 €
Einsparungen auf Stromrechnung durch Eigenverbrauch des PV-Stromes 1.800 kWh x 0,14 €/kWh 252 €
Gesamtvorteil    458 €
Kosten    
Kostenpunkt für die Anlage inkl. Gesuch und techn. Projekt (inkl.MwSt.) bereits abzüglich 50% Steuerabzug 4.000 €

Jährliche Betriebskosten (Versicherung, Wartung, Reparatur, ...)

  180 €
Einmaliger Kostenbeitrag für den Netzanschluss (vereinfachtes Verfahren)   122 €
Jährliche Verwaltungskosten (GSE)   36,30 €
Austausch Wechselrichter - jährliche Verwaltungskosten (GSE) Lebensdauer ca. 10 Jahre 1.500 €
18 Jahre im Zeitraum von 20 Jahren ergeben sich folgende kalkulierbare Gesamtkosten    9.954 €
Amortisation der Anlagen   21 Jahre

Wichtiger Hinweis: der Kostenpunkt für den Netzanschluss kann zum Teil stark variieren.

Achtung in der Kalkulation nicht berücksichtigt wurden eventuelle Preisveränderungen im Lauf der Jahre, Ertragsreduzierungen z.B. aufgrund von Verschmutzungen, Kosten für die Demontage der Anlage nach Lebensende, Bankzinsen, sofern für die Anschaffung ein Darlehen aufgenommen werden muss.

 

Begriffsbeschreibung

Die Leistung einer Photovoltaikanlage wird in kWp (peak) angegeben. Das englische Wort peak steht für Spitzenleistung unter genormten Laborbedingungen. Diese Angabe macht den Vergleich von verschiedenen Modultypen möglich.

Die in kWp angegebene Nennleistung der PV-Module entspricht der Nennleistung die am Ausgang des PV-Generators gemessenen Leistung unter Normbedingungen (25° Umgebungstemperatur, 1.156 W/m² Sonneneinstrahlung). Die exakte Nennleistung am Standort der PV-Anlage wird meist erst in den Ausführungsplänen angegeben.

 

Weitere Informationen

www.verbraucherzentrale.it
www.bine.info
www.gse.it
 

 

Stand
10/2021

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