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31.03.2017
31.03.2017

Im Dschungel der vielen Angebote verbergen sich Sparmöglichkeiten. Innerhalb der gleichen Tarif-Kategorie gibt es durchschnittlich 280% Preisunterschiede. Hüten Sie sich vor unerwünschten Diensten.

Die Anzahl der Angebote für Mobilfunk-Tarife ist unüberschaubar hoch. Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) hat die zum Februar 2017 aktivierbaren Angebote genauer unter die Lupe genommen, um hier ein wenig Klarheit für die VerbraucherInnen zu schaffen. Eine bewusste Wahl des Angebots vermeidet ungerechtfertigte Kosten und unangenehme Überraschungen.


Hüten Sie sich vor zusätzlichen Optionen!

Beginnen wir zuallererst mit den Empfehlungen: es gibt Details bei den Angeboten, die man unbedingt berücksichtigen sollte. So enthalten einige Tarife zusätzliche Optionen, welche nach mehrmaliger Erneuerung kostenpflichtig werden, wenn man sie nicht deaktiviert. Daher sollten diese ungewünschte Optionen bei Vertragsunterzeichnung gleich deaktiviert werden.
Wichtig ist auch die Frage nach den Folgekosten, wenn die im Tarifpaket enthaltenen Leistungen aufgebraucht wurden. Wurden z.B. das verfügbare Datenvolumen der Internetverbindung aufgebraucht, wird entweder die Geschwindigkeit gesenkt, oder aber die zusätzlichen Datenpakete werden richtig teuer: so kann 1 Gigabyte auch bis zu 516 Euro kosten. Ein Datendownload kann hier schnell mit viertstellingen Ziffern zu Buche schlagen.
Weiters können die Verträge Mindestlaufzeiten vorsehen, und ein vorzeitiger Ausstieg könnte mit Pönalen belegt sein. Die entsprechenden Informationen sind jedoch manchmal nicht ohne weiteres verfügbar; dennoch sollte auch dies bei Vertragsabschluss unbedingt berücksichtigt werden.


Große Preisunterschiede bei ähnlichen Leistungen

Die VZS hat 31 Tarife der sieben größten Anbieter (TIM, Vodafone, Wind, Tre, Poste Mobile, Fastweb und CoopVoce) untersucht. Wer die Preise selbst vergleichen möchte, sollte dabei die Informationsblätter verwenden, welche laut Gesetz auf der Webseite veröffentlicht werden müssen (in der Regel im Abschnitt "trasparenza tariffaria").
Einige Angebote erneuern sich alle 4 Wochen, während andere sich monatlich erneuern. Um die Angebote vergleichen zu können, wurden daher zuerst die Gesamtkosten für einen Zeitraum von zwei Jahren berechnet. Dieser Wert wurde dann durch 24 (Monate) dividiert, um auf einen vergleichbaren Wert von die monatlichen Kosten zu kommen. Die Tabellen zeigen große Preisunterschiede, die auch mehr als 800% ausmachen; dies entspricht einer möglichen Ersparnis von 29,20 Euro pro Monat (der teuerste und billigste Tarif umfassen dabei aber unterschiedliche Leistungen).
Viele Angebote umfassen ähnliche Leistungen: mehr als ein Drittel der Angebote bietet den VerbraucherInnen zwischen 1 und 3 GB an Datenvolumen sowie zwischen 300 und 600 Minuten Gesprächsguthaben an. Dabei kosten mehr als 50% der verglichenen Angebote 10 und 15 Euro pro Monat; die Preisspanne reicht von 3,50 bis 32,60 € pro Monat.
Daneben haben wir auch die Einsparmöglichkeiten innerhalb der Tarifkategorien genauer unter die Lupe genommen. Dabei ist es - wie stets - wichtig, die eigenen Anforderungen genau zu kennen. Wer sein Nutzerverhalten (Gesprächsminuten, Datenvolumen, …) kennt, kann die Anzahl der in Frage kommenden Angebote sofort reduzieren, und so wird die Wahl um einiges leichter.
Da SMS immer mehr von Instant-Messaging-Apps verdrängt werden, haben wir die Angebote nur nach enthaltenen Gesprächsminuten und Datenvolumen unterteilt. Wir haben dabei 6 Kategorien erstellt: von 0 bis 500 Minuten, 500-1000 Minuten und mehr als 1000 Minuten, sowie Datenvolumen bis zu 2 GB, 3 bis 5 GB und mehr als 6 GB (siehe Tabellen). Auch innerhalb derselben Kategorien sind die Preisunterschiede beträchtlich: durchschnittlich 18 Euro pro Monat, was einer Preisschere von 280% entspricht. Obschon diese Unterschiede auf die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Internetverbindungen oder auf andere, nicht-messbaren Elemente, zurückzuführen sein könnten, ist die Preisspanne doch ziemlich hoch.
Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass im Laufe von 2017 diese Momentaufnahme der Angebote höchstwahrscheinlich wesentlichen Veränderungen unterliegen wird. Zum einen kommt es zur Fusion von Wind und Tre (H3G), zum Anderen tritt ein neuer Anbieter in den Markt: Free Mobile (Ilias). Außerdem wird TIM unter dem Namen Kena ebenfalls einen neuen Anbieter auf den Markt bringen. Die beiden Letzteren scheinen vor allem Low-Cost-Dienste anzubieten.
 

24.03.2017
24.03.2017

Preis-Leistungsverhältnis schwankt bis zu 1.300%
Im Schnitt zahlen VerbraucherInnen im Monat um 60% mehr als die Werbung verspricht

Es ist für VerbraucherInnen oft schwierig, das für sie beste Angebot für Festnetz und Internet zu finden. Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) hat die im Februar 2017 verfügbaren Angebote genauer unter die Lupe genommen. Es gibt verwirrend viele Angebote am Markt, und es fehlt zum einen an Transparenz, und zum anderen an brauchbaren Instrumenten, um diese und die jeweiligen Dienste vergleichen zu können.


Wenig Transparenz in Sachen Preise und Qualität

Nur fünf Unternehmen teilen sich 95% des Italienischen Festnetz-Marktes: TIM, Vodafone, Wind, Fastweb und Tiscali (Daten der Aufsichtsbehörde AGCOM aus 2015). Die Anzahl der Angebote ist hingegen unüberschaubar hoch, sodass für die VerbraucherInnen ein Vergleich nahezu unmöglich wird, obschon aus dem Vergleich der VZS hervorgeht, dass sehr wohl Sparpotentiale bestehen (um 33 Angebote der 5 größten Anbieter zu vergleichen, benötigt man so in etwa 20 Stunden).

Die hohe Zahl der Angebote ist, gepaart mit dem herrschenden Mangel an Transparenz, ein Nachteil für die KonsumentInnen. Dabei könnte man gewisse Werbeaussagen getrost als irreleitend bezeichnen. Was besonders in Auge sticht: ein Nachrechnen zeigt, dass man in einem Zeitraum von zwei Jahren monatlich im Schnitt um 60% mehr bezahlt hat, als die jeweilige Werbung versprach.

Des weiteren herrscht ein absoluter Mangel an Informationen in Bezug auf die Verbindungsgeschwindigkeiten. Laut einer Studie der AGCOM von September 2016 kennen 45% der italienischen VerbraucherInnen die von ihrer Internetverbindung erreichbare Höchstgeschwindigkeit nicht.

Was hingegen die „garantierte Mindestgeschwindigkeit“ angeht, so wird diese in den Werbebotschaften grundsätzlich nie erwähnt, und es wird auch nie angegeben, wo sich die Informationen dazu auffinden lassen. Nur TIM veröffentlicht diese garantierte Mindestgeschwindigkeit in ihrer „Dienstcharta“ (das ist ein Dokument, welches alle Anbieter veröffentlichen müssen, und in welchem sie über ihre Qualitätsstandards Auskunft erteilen müssen).

Die Informationsblätter zu den Angeboten, die sich auf den Webseiten der Anbieter finden (meist unter dem Menüpunkt „trasparenza tariffaria“) können hilfreich sein. Leider fehlt in nahezu allen die Angabe zur garantierten Mindestgeschwindigkeit.


Der Vergleich der Angebote

Es ist also kein Wunder, dass die VerbraucherInnen Schwierigkeiten bei der Wahl des richtigen Angebots haben. Die VZS hat daher den Markt genauer unter die Lupe genommen. Der Vergleich zeigt die effektiv am Ende eines Zweijahreszeitraums bezahlten Kosten, sowie die Qualität der Internetverbindungen (siehe Tabellen). Eine genaue Kenntnis des eigenen Bedarfs an Internet und Gesprächsminuten ermöglicht eine gute Wahl des Angebots – diese wird angesichts der großen Unterschiede beim Preis-Leistungsverhältnis umso wichtiger. Da es zur Qualität des Kundendiensts keine objektiv vergleichbaren Daten gibt, wurde dazu kein Vergleichsindex erstellt.

Die VerbraucherInnen sollten zuerst wissen, welche Art von Angebot die passendste für sie ist. Grundsätzlich bietet der Markt reine Festnetzlinien (siehe Tabelle 1), Internetverbindung und Gespräche mit Verrechnung nach Verbrauch (Tabellen 2 bis 4) sowie Internetverbindung mit unbegrenzten Inlandsgesprächen (Tabellen 5 bis 7).

Nach Schätzungen der VZS sind die Angebote mit unbegrenzten Inlandsgesprächen nur für jene interessant, die die Linie für ein oder mehrere Telefongespräche pro Tag nutzen. Bei weniger als 30 Gesprächen pro Monat beläuft sich die Preisdifferenz (und somit das Sparpotential) zu den Angeboten mit Berechnung nach Verbrauch auf ca. 72 Euro in zwei Jahren.

Diese beiden Kategorien werden dann noch nach der Verbindungs-Technologie unterteilt (also der Art der Internetanschlusses in der eigenen Wohnung): ADSL, FTTC (auch FTTS oder FTTE, Glasfaserkabel bis zum Sammelanschluss an der Straße oder bis zum Kontrollraum und von dort Kupferkabel bis zum Haus) und FTTH (Glasfaserkabel bis zum Haus), nach Geschwindigkeit gereiht.

Das im Vergleich ermittelte Sparpotential beläuft sich dabei auf bis zu 24 € pro Monat, aber nicht alle Vertragsarten bieten dieselben Einsparungsmöglichkeiten. Um das Preis-Leistungs-Verhältnis zu verdeutlichen, hat die VZS eine eigene Maßeinheit entworfen, welche die Kosten ins Verhältnis mit der Mindestgeschwindigkeit setzt. Dieser Index kann somit als „Kosten pro Mpbs pro Monat“ gelesen werden und ermöglicht den sofortigen Vergleich der verschiedenen Tarife, unter Berücksichtigung von Preis und Leistung.

Unsere Maßeinheit verdeutlicht, dass es hier Abweichungen von bis zu 1.300% gibt (dabei wurden Sonderfälle, in welchen nur für einen kurzen Zeitraum eine schnelle Verbindung angeboten wird, nicht berücksichtigt). Auch wurde klar, dass die Qualität des Diensts, wenn man sie auf den Preis umlegt, Hand in Hand mit der Qualität der Infrastruktur steigt.

Bei Angeboten über Glasfaserverbindungen, welche sehr hohe Geschwindigkeiten ermöglichen, gibt man im Schnitt weniger pro Mbps aus.

Wie in so manch anderen Märkten erschwert auch hier der Mangel an Transparenz den VerbraucherInnen eine bewusste Wahl, obschon der Markt einiges an Sparmöglichkeiten bieten würde. Wer die Qualität seiner bestehenden Internetverbindung überprüfen möchte, kann dies mit einem von der AGCOM bereitgestellten Programm tun (Software Ne.Me.Sys, downloadbar von www.misurainternet.it).


Alternativen

Alternativ zum klassischen Internetanschlusses über das Festnetz kann man auch auf sogenannte „fixed wireless“-Lösungen zurückgreifen; dort bieten Anbieter wie z.B. Linkem, Eolo oder Tiscali über Mobilfunk- oder Radiotechnologien Internetverbindungen bis zu 30 Mbps an. Die monatlichen Kosten variieren von 29,98 € für Verbindungen bis maximal 20 Mbps bis hin zu 44,98 € für Verbindungen bis maximal 100 Mbps (immer für Neukunden und mit einer Vertragsdauer von 24 Monaten). Diese Lösungen bieten sich vor allem dort an, wo keine „traditionellen“ Kabel verlegt wurden oder diese nur langsame Verbindungen erlauben.

 

17.03.2017
17.03.2017

Europäischer Gerichtshof verbietet kostenpflichtige Nummern bei Beschwerde-Hotlines

Von vielen VerbraucherInnen wird berichtet, dass beim Anruf von Kundenhotlines sehr hohe Kosten anfallen würden. Die KäuferInnen sind jedoch fast gezwungen diese Nummern anzurufen, da eventuell anfallende Probleme, welche das Produkt oder den Service betreffen, sich meist nur über das Unternehmen und dessen Hotline lösen lassen. Meist arbeiten diese Unternehmen ausschließlich online und sind oft nur unter der auf der Webseite angegebenen Service-Hotline erreichbar.

Der Artikel 64 des Verbraucherschutzkodex untersagt es jedoch, bei kostenpflichtigen Telefonnummern höhere Kosten als jene des Grundtarifs anzuwenden (z.B. wenn VerbraucherInnen Beschwerde einreichen möchten, oder sich über den Service, das Garantie- oder Rücktrittsrecht informieren möchten).

Dies wurde kürzlich auch nochmals durch den Europäischen Gerichtshof in einem Urteil vom 2. März 2017 bestätigt (C-568/15): Wenn die Verkäufer oder Dienstleister den VerbraucherInnen eine Telefonnummer zur Verfügung stellen und ein Kunde wegen eines Produktkaufs anruft, darf dieser Anruf nicht teurer sein als ein Anruf zum "Grundtarif". Der Grundtarif entspricht hier einem Anruf auf eine örtliche Festnetznummer, oder auf ein normales Handy.

Das Gericht begründete die Entscheidung damit, dass zu hohe Telefongebühren bei Servicenummern die VerbraucherInnen davon abhalten könnten, sich wegen ihres bestehenden Vertrags an ein Unternehmen zu wenden, oder von ihrem Garantie- oder Rücktritts-Recht Gebrauch zu machen.

VerbraucherInnen, bei welchen hohe Telefon-Kosten für die Durchsetzung eines Rechtes in Bezug auf ein Unternehmen angefallen sind, können sich an die Beratungsstellen der VZS wenden.

Weitere Informationen erhalten sie in der Verbraucherzentrale Südtirol – Zwölfmalgreiner Straße 2 39100 Bozen - Tel. 0471 975597 – info@verbraucherzentrale.it.
 

24.02.2017
24.02.2017

VZS: Vorsicht, wenn nach persönlichen Daten gefragt wird!
 

Nahezu täglich stören uns mehr oder weniger aufdringliche Televerkäufer mit Anrufen über Fixnetz und Handy, um uns – so scheint es – das gesamte Leben neu auszustatten. Und statt Freizeit genießen und ausspannen sind plötzlich wirtschaftliche Kaufentscheidungen angesagt.
In den letzten Tagen scheinen die VertreterInnen am Telefon besonders kreativ zu sein, wenn es darum geht, mit mehr oder weniger wahren Aussagen KundInnen zu einem Vertragsabschluss zu bewegen. Da hört man von Anrufen, die im Namen „aller Telefonanbieter“ stattfinden, von Pönalen, die erlassen werden, wenn man diesen einen Anrufer (der sich als „Vertreter der VerbraucherInnen“ ausgibt, was auch immer das sei) seinen Auftrag erteilt, und dergleichen – man möchte fast sagen – Räuberpistolen – mehr.
Unabhängig von Lob und Tadel für einzelne Anbieter gibt es laut Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) einige grundsätzliche Nachteile, die VerbraucherInnen bei einem Vertragsabschluss am Telefon haben:

  • Preise vergleichen ist nicht möglich. Ein gutes Geschäft macht man unserer Erfahrung nach immer dann, wenn man gezielt nach passenden Angeboten sucht und die Preise mehrerer Anbieter vergleicht. Zu Hause einen Vertrag unterzeichnen heißt automatisch, alle anderen Angebote am Markt unbesehen zu übergehen. Auch gibt es für viele Produkte, die ausschließlich per Tele-Selling vertrieben werden, keine unabhängigen Qualitätstests; man kann auch die Qualität der Produkte nur schwer vergleichen.
  • Genau nachrechnen ist ebenfalls schwierig. Wer es während eines Anrufs schafft festzustellen, ob dieser Telefonvertrag oder jener Stromvertrag, bei denen die Günstigkeit des Angebots hinter dem Komma zu suchen ist, nun der beste für den eignenen Bedarf ist, darf sich mit Fug und Recht als ZahlenakrobatIn bezeichnen – für die meisten von uns ist dies ein Ding der Unmöglichkeit.
  • Die Fairness bei den Geschäftsabschlüssen ist leider oft fraglich. Eigentlich müsste bei einem Telefonverkauf das gesamte Gespräch aufgezeichnet werden, damit auch später noch klar nachvollziehbar ist, was versprochen wurde und wozu man seine Zustimmung gab. Leider wird erfahrungsgemäß zuerst immer munter „drauf los verkauft“, und aufgezeichnet wird dann nur der Teil am Ende mit den Zustimmungen; die gemachten Versprechungen kommen dabei nicht mit aufs Band.


Unser Fazit
Sagen Sie am Telefon nur dann „Ja“, wenn Sie sich auch wirklich ganz sicher sind, worum es geht, und zwar in allen Einzelheiten. Ansonsten beenden Sie das Gespräch – höflich, aber entschlossen. Besonders vorsichtig sollten Sie immer dann sein, wenn es um die Weitergabe von Ausweisdaten, Kontonummern oder ähnlichem geht.


Ist ein nur telefonisch abgeschlossener Vertrag überhaupt gültig?
Die Wettbewerbsbehörde meint: Nein. Im Oktober 2015 strafte sie zwei Firmen ab, die Verträge allein per Telefon abschlossen, ohne den VerbraucherInnen einen schriftlichen Vertrag zur Unterzeichnung zuzusenden. Diese Entscheidung kann der Vorreiter für die Annullierung ähnlicher Verträge sein. Aber Vorsicht: die Firmen, zu denen man am Telefon ja gesagt hat, werden erst einmal so agieren, als ob der Vertrag rechtlich gültig sei – das heißt Rechnungen, Mahnungen, und dergleichen mehr. Im Zweifelsfall ist es besser, innerhalb der Zweiwochenfrist vom eventuell zustehenden Rücktrittsrecht Gebrauch zu machen.
Infos dazu in der VZS: Infoblatt Rücktritt, Medien-Information „Vertragsabschlüsse am Telefon“.
Wer am Telefon zustimmt, den Dienst bereits vor der Zusendung der Verträge zu aktivieren, muss den Teil der Dienste, der bereits genossen wurde, auch bezahlen. Wenn man bei Erhalt der Rechnung bemerkt, dass die Kosten nicht den bei Verkauf genannten entsprechen, empfiehlt es sich, den als korrekt eingestuften Teil zu bezahlen, und die Rechnung noch vor deren Fälligkeit schriftlich zu beanstanden, und die Anwendung der versprochenen Bedingungen zu einzufordern.
Wer jedoch zu einem anderen Anbieter gewechselt hat, kann dies nicht „ungeschehen“ machen: ein erneuter Wechsel wird erneute Aktivierungskosten mit sich bringen.


Werbeanrufe abstellen
Wer sich von den Werbeanrufen gestört fühlt, sollte die eigene Festnetz-Nummer ins Verzeichnis der Einsprüche (Registro delle Opposizioni) eintragen lassen: die dort vermerkten Nummern dürfen nicht mehr zu Werbezwecken angerufen werden.
Und: Bei jeder Vertragsunterschrift wird man nach der Zustimmung zur Datenverarbeitung gefragt. Wichtig: die Zustimmung zur Verarbeitung im Sinne des Vertragszwecks (also z.B. für den Abschluss eines Handyvertrags) muss getrennt von der Zustimmung zur Verarbeitung für Marketingzwecke abgefragt werden. Tipp: kontrollieren Sie bereits abgeschlossene Verträge nach dieser Zustimmung. Falls diese erteilt wurde, kann Sie jederzeit wieder entzogen werden, ohne dass dies den Vertrag an sich irgendwie beeinflusst!

Und nicht vergessen: ein höfliches „Nein, danke“ und auflegen als Sofort-Maßnahme hilft gegen jeden Telefonverkauf.

 

22.02.2017
22.02.2017

VZS erhebt die Preise und stellt Unterschiede von bis zu 34% zwischen den Südtiroler Fahrschulen fest

 

Ein wesentlicher Faktor bei der Fahrschul-Wahl sind bei angehenden Fahrschülern meist die Kosten, da die meisten 18-jährigen noch nicht über große finanzielle Rücklagen verfügen, bzw. der Führerschein oft auch von den Eltern zum 18. Geburtstag gesponsert wird und daher nicht zu viel kosten soll.

Im Zuge der Datenerhebung bei 15 südtiroler Fahrschulen mit Niederlassungen in Bozen, Meran, Brixen, Bruneck, Sterzing, St. Leonhard in P., Eppan, Terlan, Auer, Tramin, Kaltern, Sarnthein, Sand in Taufers, Innichen, Stern, Schlanders, Mals, Naturns, Lana und Klausen, welche von der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) in der dritten Februarwoche vorgenommen wurde, hat sich herauskristallisiert, dass der Preisunterschied für den Führerschen B zwischen den verschiedenen Fahrschulen oft beträchtlich ist und bis zu 246 Euro betragen kann. Der teuerste gesichtete Preis liegt bei 960 Euro, der günstigste bei 714 Euro und der Durchschnittspreis beträgt 840 Euro. Der teuerste Bezirk ist das Unterland/Überetsch. Inkludiert ist immer der Theorieunterricht, sowie Praxisunterricht (6 Stunden) und Prüfungsantritt. Extra bezahlt werden muss noch das „foglio rosa“ und die Haus- sowie Augenarzt-Visiten.

Bei den zusätzlichen Fahrstunden, welche fakultativ dazu gebucht werden können, um sein Fahrkönnen zu verfeinern, liegen alle Fahrschulen ziemlich gleich auf und bewegen sich zwischen 50 und 55 Euro.

Es muss darauf geachtet werden, dass die Praxisprüfung nur in größeren Städten (Bozen, Meran, Brixen, Bruneck und Sterzing) abgelegt werden kann und die Theorieprüfung schon seit einigen Jahren nur mehr in Bozen stattfindet.

Zudem können sich Besitzer des Führerscheins der Kategorie A1 (ab 16 Jahren/ Krafträder bis zu 125 cm3 und 11 kw), welche das 18. Lebensjahr erreicht haben, die Theorie-Prüfung und Theorie-Lektionen zum Erlangen des Führerscheins B sparen, da diese Prüfungen identisch sind.

 

Die Wahl der Fahrschule

Die Kosten sind sicher ein großer Faktor bei der Wahl der Fahrschule, aber doch sollte dies nicht der einzige Entscheidungsgrund sein. Weitere Faktoren auf welche man bereits vor der Anmeldung achten sollte bzw. in das Entscheidungsverfahren einbeziehen sollte sind:

  • Am besten ist wenn man sich im Bekannten- und Freundeskreis nach Erfahrungen erkundigt
  • Wie weit ist die Fahrschule entfernt und zu welchen Unterrichtszeiten findet der Theorieunterricht statt
  • Auch durch die Ausstattung der Unterrichtsräume und durch das Lehrmaterial kann man sich einen ersten Eindruck verschaffen
  • Welche Fahrzeuge stehen den Fahrschülern zur Verfügung und in welchem Zustand sind sie
  • Wichtige Faktoren sind zudem die Durchfallquote der Fahrschule, der Aufbau des Theorie- und Praxisunterrichts und ob die verwendeten Lernmittel auf den Unterricht aufgebaut sind
  • Die bessere Ausbildung und ein paar Fahrstunden mehr sind billiger als Blechschäden, Bußgeld, erhöhte Versicherungsprämien und was sonst noch alles passieren kann
  • Ausschlaggebend für die Wahl sollte grundsätzlich der persönliche Eindruck vor Ort sein.

 

Fahrsicherheitstraining für Fahranfänger

Zusätzlich zum Führerscheinkurs und zusätzlich zu der bestandenen Führerschein-Prüfung gilt es die nötige Sicherheit am Steuer zu erlangen. Um auch bei brenzligen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und um Gefahren im Straßenverkehr sofort zu erkennen, bzw. angemessen reagieren zu können eignen sich Fahrsicherheitskurse für Fahranfänger – aktuell wird z.B. im Safety Park Pfatten ein solcher für 59 Euro angeboten.

 

Preise Fahrschulen Februar 2017

Bezirk

Basispreis (€)

Kosten Zusatzstunde (€)

Bozen – Terlan – Sarnthein

714 – 960

45 – 55

Meran – Lana - St. Leonhard i.P.

750 – 850

50

Schlanders – Mals – Naturns

850

50

Bruneck – Sand i.T. – Innichen – Stern

750 – 850

50 – 53

Brixen – Klausen – Sterzing

750 – 810

50 – 54

Auer - Kaltern – Eppan – Tramin

870 – 950

53 – 55

 

 

20.02.2017
20.02.2017

 

Offener Brief
 

VZS: Rechtsgrundlage zweifelhaft, drohender Ton der Schreiben absoult unangemessen!
 

Die neue Fernsehgebühr und die Landesenergiegesellschaft Alperia, das ist keine gute Kombination. Die Gebühr wurde vielen nicht angelastet, zu spät angelastet, doppelt angelastet – ein wahrer Spießrutenlauf für die VerbraucherInnen.

Nun folgt ein neues Kapitel in der leidigen Geschichte. VerbraucherInnen, die 2016 die Steuer zuerst nicht auf der Rechnung fanden, zahlten diese – wie von der Agentur für Einnahmen vorgeschrieben – mittels Steuermodell F24 ein. Wochen später, und trotz gegenseitig lautender Auskunft von Alperia, wurde vielen die Steuer dann doch auf der Rechnung angelastet. Um die Steuer nicht doppelt zu zahlen, folgte man den Anweisungen der Agentur für Einahmen.

Zitat aus den Häufig gestellten Fragen der Agentur: Ich bin der Ansicht, die Steuer wurde mir zu unrecht auf der Stromrechnung angelastet. Was soll ich tun? Antwort: Wer glaubt, die Anlastung sei nicht korrekt, kann nur den Energie-Anteil der Rechnung bezahlen (…). Die Agentur wird dann die Positionen überprüfen.

Von einer Einmahnung durch die Stromverkäufer spricht die Agentur für Einnahmen nicht. Auch sagt das Dekret über die Rai-Gebühr (D. 94 vom 13.05.2016) explizit, dass eine „Nicht-Bezahlung der Fernsehgebühr keinesfalls die Unterbrechung der Stromlieferung nach sich zieht.“

Die derzeit von Alperia an die betroffenen VerbraucherInnen versandten Einschreiben sprechen eine andere Sprache: darin ist die Rede von Verzugszinsen, rechtlichen Schritten und Folgegebühren. Auch wird im allerletzten Absatz darauf hingewiesen, dass die EndkundInnen Anrecht auf automatische Entschädigungen haben, sofern der Strom gekappt wird, ohne dass vorher per Einschreiben auf die Säumigkeit hingewiesen wurde.

In Medienberichten sagt Alperia auch, in den Mahnungen stehe klar, dass bei eingemahnten Beträgen der Fernsehgebühr keine Unterbrechung der Stromlieferung erfolgt – auf mindestens einer der Mitteilungen, die der der VZS vorliegenden, sucht man nach diesem Passus leider vergeblich. Auch sagt Alperia, dass es sich beim Schreiben um eine unverbindliche Erinnerung handle, und wer bereits per F24 bezahlt habe, könne es nicht beachten und wegwerfen. Schade nur, dass dies auf der Mahnung selbst mit keiner Zeile erwähnt wird.

“Sollten Sie dieser Zahlungsaufforderung nicht nachkommen, werden wir uns gezwungen sehen, zum Schutz unserer Forderungen alle von den geltenden Gesetzen uns sonstigen Rechtsvorschriften vorgesehenen Maßnahmen einzuleiten und gegebenfalls auch den Rechtsweg zu beschreiten“ – für die VZS sehen „unverbindliche Erinnerungen“ (die im Normalfall auch nicht per Einschreiben ins Haus trudeln) eindeutig anders aus.

An Alperia geht daher die dringende Aufforderung, das Abmahnen der Fernsehgebühren umgehend zu unterlassen, und keinesfalls die angedrohten Mahngebühren, Verzugszinsen oder sonstigen Strafzahlungen anzulasten – ganz zu schweigen von der „Beschreitung des Rechtswegs“. Des weiteren sollte den KundInnen, die ein solches Schreiben erhalten haben, umgehend und rechtlich gültig die Nichtigkeit desselben mitgeilt werden. Für jene KundInnen, die infolge der Mahnung die Fernsehgebühr nun zweimal bezahlt haben, muss des weiteren eine einfache Rückerstattungsprozedur geschaffen werden.

Nach Meinung der VZS hätte Alperia bei Feststellen einer nicht bezahlten Fernsehgebühr diese Tatsache lediglich der Agentur für Einnahmen mitzuteilen: es liegt dann an der Agentur, die einzelne Position zu überprüfen und zu kontrollieren, ob die KundInnen per F24 bezahlt haben oder nicht.

 

06.02.2017
06.02.2017

Verbraucherzentrale vergleicht Spritpreise

Nachdem immer wieder Beschwerden über zu hohe Treibstoffpreise in Südtirol eingehen, hat sich die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) daran gemacht, diese mit den Preisen der Nachbarregionen zu vergleichen.

Verglichen wurde am 28.01.2017 jeweils der Durchschnitt der 10 teuersten und der Durchschnitt der 10 günstigsten Treibstoffpreise (self) von Südtirol mit denen des Trentino, der Lombardei, dem Veneto und  Friaul. Vergleichen können VerbraucherInnen auch selbst, und zwar über die Webseite des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung (MISE – Osservaprezzi).

Südtirol im Vergleich

Was die Treibstoffpreise betrifft, ist Südtirol im Vergleich zum Trentino, der Lombardei, dem Veneto und Friaul klarer Spitzenreiter. Im Vergleich zwischen dem Durchschnitt der 10 günstigsten Tankstellen zwischen Südtirol und der Lombardei ist Benzin dort um 16 Cent, Diesel um 13 Cent, Methan um 12 Cent und GPL (Flüssiggas) um 11 Cent pro Liter günstiger.
In Südtirol sind die verschiedenen Treibstoffpreise im Schnitt also immer um ca. 13 Cent teurer als in der Lombardei. Den günstigsten Treibstoff gibt es wie gesehen in der Lombardei, gefolgt vom Veneto, Friaul, dem Trentino und an letzter Stelle Südtirol. Ähnlich verhält es sich beim Durchschnitt der 10 teuersten Preise.
Im Vergleich zwischen dem Durchschnitt der 10 günstigsten Tankstellen zwischen Südtirol und dem Bundesland Tirol ist Benzin dort um 38 Cent, Diesel um 29 Cent, und Methan um 24 Cent günstiger. Teurer ist in Österreich hingegen GPL, u.z. um 3 Cent. Somit kann man bei einer vollen Benzin-Tankfüllung in Österreich sage und schreibe bis zu 25 € (je nach Tankgröße) sparen.

Treibstoffpreise Jänner 2017: Durchschnitt der 10 günstigsten Tankstellen

Spritpreise
Region/Provinz Benzin
(self)
Index Diesel
(self)
Index Methan Index GPL Index
Südtirol 1,524 133 1,362 127 1,039 130 0,642 121
Trentino 1,482 129 1,312 122 1,014 127 0,568 107
Lombardei 1,362 119 1,231 114 0,911 114 0,53 100
Venetien 1,415 124 1,26 117 0,951 119 0,575 108
Friaul-Julisch Venetien 1,433 125 1,279 119 0,954 119 0,548 103
Tirol Österreich 1,145 100 1,076 100 0,799 100 0,674 127

Preisdifferenz

Preisdifferenz gibt es in Südtirol bei Benzin und Diesel im Vergleich wiederum die niedrigste und damit können die Konsumenten dort durch eine clevere Tankstellenwahl am wenigsten sparen. Während es in der Lombardei und dem Veneto bei gewissen Treibstoffen eine Preis-Spanne von bis zu 21% gibt, beträgt diese in Südtirol gerade mal 13-16%, aber immerhin.
Im österreichischen Bundesland Tirol beträgt hingegen die Preisdifferenz bei Benzin und Diesel nur um die 6,5 %.

Vergleich zu 2014

Im Vergleich zu 2014 sind die Treibstoffpreise in Südtirol im Verhältnis wiederum gestiegen. Während 2014 Benzin und Diesel bei den billigsten Tankstellen damals um 10 bzw. 9 Cent teurer war, sind es, wie oben gesehen nun 16 bzw. 13 Cent.
Keine große Veränderung gab es hingegen bei der Preisdifferenz, welche schon 2014 in Südtirol die schlechteste war.

Die 5 günstigsten Tankstellen in Südtirol

Die 5 günstigsten Tankstellen pro Treibstoff im Moment der Datenaufnahme finden sie folgend:

Benzin: Diesel: Methan: GPL:
SMP – Burgstall SMP – Burgstall Q8 – Bozen Mebo Q8 – Terlan
EUM – Moos in Passeier Q8 – Bozen Voltastraße SMP – Algund GNP – Bozen Virgl
Esso – Bozen Claudia Augusta Str. Q8 – Deutschnofen Repsol – Naturns Eni Treff Laimer – Bozen Meranerstr.
IP – Aldein Wildeich EUM – Moos in Passeier Firmin – Salurn Eni – Eppan Mebo
Q8 - Karneid IP – Aldein Wildeich Eni – Bozen Johannes Kepler Str. Firmin - Salurn

 

Online-Datenbank hilft billigste Tankstellen zu finden


Der Vergleich lohnt sich, denn es gibt Unterschiede auch bei den Tankstellen in Südtirol. Grob kann bei großen Tanks und wenn vollgetankt wird auch hierzulande bis zu 10 € gespart werden, wenn man von der teuersten zur günstigsten Tankstelle wechselt.
Bereits 2009 wurde in Italien mit einem Gesetz die Einrichtung einer Datenbank der Treibstoffpreise auf der Homepage des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung (MISE) beschlossen. Es hat einige Zeit gedauert, seit ein paar Jahren ist diese für alle Tankstellen aktiv. Und wie man sieht lohnt es sich die Webseite mal zu besuchen bzw. sich die dazugehörige App herunterzuladen: https://carburanti.mise.gov.it.

Android App

iOS App

Die aktuellen Spritpreise finden Sie auch über www.spritpreise.it und die dazugehörige App.

 


 

21.07.2016
21.07.2016


Aufkleber der VZS soll an Gefahren des Handygebrauchs im Auto erinnern

ISTAT: Strafen für Handynutzung am Steuer haben auch bis zu 20% zugenommen
 

Diese Woche hat das nationale Statistikinstitut einen Bericht über die Verkehrsunfälle 2015 vorgelegt. Die Zahlen verheißen nichts Gutes: zum ersten Mal seit 2001 gab es wieder mehr Verkehrstote, wobei die Anzahl der Unfälle insgesamt jedoch gesunken ist. Auf den Straßen in Südtirol und im benachbarten Trentino fährt es sich dabei noch einmal mit mehr Risiko: liegt die durchschnittliche „Sterberate“ in Italien bei 5,6 Toten je 100.000 Einwohner (insgesamt waren es 4.114 Verkehrstote), sind es in Bozen 6,9 (36 Verkehrstote) und in Trient gar 7,8 (42 Verkehrstote). Beunruhigend ist hier auch der Trend: im Zeitraum 2010 bis 2015 lässt sich in Südtirol eine Zunahme der Verkehrstoten um 20% ablesen; in Trient waren es sogar knapp 45%. Die Wirksamkeit der zahlreichen Kampagnen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr muss angesichts dieser Zahlen zumindest bezweifelt werden.

Aufschlussreich ist auch die Statistik zu den von Polizei, Carabinieri und Gemeindepolizei verhängten Strafen: obwohl die genauen Vergleichszahlen nicht im Bericht aufscheinen, schreibt das ISTAT von einer überaus starken Zunahme der Strafen für Handynutzung am Steuer. So vermeldet allein die Polizei in einem Jahr eine Zunahme von 20% der für diese Zuwiderhandlung ausgestellten Strafmandate.

Obschon das ISTAT keine direkten Zahlen über das Handy als Unfallverursacher vorlegt, machten die Zunahmen zumindest nachdenklich. Das Handy ist sicherlich ein großer Ablenkungsfaktor, und abgelenkt fahren kann weitreichende Folgen haben: Bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h bedeuten 2 Sekunden Ablenkung, dass Sie erst 12 Meter weiter vorn zum Stehen kommen: das ist die Länge eines Busses.

In der VZS will man mit der Aktion sicherlich niemandem eine Rute ins Fenster stellen. Doch der Aufkleber auf der Stoßstange des vorderen Fahrzeugs wird vielleicht den Einen oder die Andere dazu bringen, das Handy für die Dauer der Autofahrt in der Tasche zu lassen.
Die Aufkleber sind in allen Geschäftsstellen der VZS kostenlos erhältlich.
 

Hände weg.jpg

 

10.06.2016
10.06.2016


350% teurer als der europäische Durchschnitt

VZS: Postdienst in Südtirol auf der Intensivstation
 

Der Preis für einen Standard-Inlandsbrief liegt in Italien bei 2,80 Euro und liegt damit 350% über dem europäischen Durchschnitt von 0,80 Euro. Das belegt der heurige Briefpreisvergleich der Deutschen Post, die jährlich die Kosten der vergleichbaren Standardbriefe in Europa erhebt (siehe www.dpdhl.com/de und die Daten im Anhang). Für einen noch aussagekräftigeren Vergleich hat die Deutsche Post das normale Ergebnis um Arbeitskosten und Kaufkraftparität bereinigt. Und dieses Ergebnis ist noch verheerender: Der Briefpreis steigt sogar auf 2,90 Euro. In der Zeit von 2006-2015 ist - inflationsbereinigt - der Briefpreis in Italien um 291% gestiegen.

„Die Verantwortlichen in Politik, Aufsichtsbehörde, Staatsverwaltung und im Postbetrieb sollten sich die interessante Studie mal übersetzen lassen und genauer anschauen“ meint dazu der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol, Walther Andreaus. „Es wird darin nämlich deutlich, wie Poste Italiane ihre Monopol-Stellung zu Lasten der Kunden ausnutzt. Und wie sich die jahrzehntelange Vernachlässigung der Qualität rächt.“

In den letzten Jahren hat die VZS wiederholt festgestellt, dass Poste Italiane ihre selbst vorgegebenen Ziele nicht erreicht, und offensichtlich große Anstrengungen unternehmen muss, um Qualitätsstandards zu sichern und ihren Service zu verbessern. Doch die Wirklichkeit ist eine andere. Anstatt dass „die Post abginge“ und den Tariferhöhungen endlich ein dauerhaft funktionierender Service gegenüberstünde, wird an einer Postzustellung an „alternierenden Tagen“ für den Großteil der Bevölkerung Italiens und auch Südtirols gebastelt. Die VZS ist diesbezüglich der Meinung, dass dies gegen EU-Recht verstößt und der Pflicht zur Einhaltung der Grundversorgung widerspricht. Doch die EU schreitet hier nicht ein, wahrscheinlich wartet sie darauf, dass es effektiv zum Verstoß kommt, was wohl 2017 passieren wird.

Diese Zeit sollte allerdings das Land nutzen, um in Südtirol einen effizienten Postdienst zu gewährleisten. Hier muss endlich der Vorwärtsgang eingelegt werden. Der letzte Poststreik hat nämlich erneut zu Tage gefördert, dass der Postdienst in Südtirol in furchterregender Weise auf der Intensivstation liegt.

 

05.10.2015
05.10.2015

Entscheidung der Aufsichtsbehörde für Wettbewerb und Markt (AGCM)


Die Unterzeichnung des Vertrags ist eine grundlegende Voraussetzung für die Gültigkeit der Verträge: nach Meldung der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) wurden H3G und Sky zu einer Strafe von 100.000 Euro verurteilt.

H3G Spa und Sky Italia srl schlossen die Verträge weiterhin nach “alter Manier” ab, also gab es nur eine Aufzeichnung eines Telefongesprächs als Vertragsgrundlage.

Doch seit Juni 2014 legt der Verbraucherschutz-Kodex fest, dass die VerbraucherInnen den Vertrag auch unterzeichnen müssen, damit dieser als rechtsgültig abgeschlossen zählt. Die VerbraucherInnen berichteten der VZS, dass die beiden Firmen dies nicht einhielten; die VZS wiederum hat die Aufsichtsbehörde für Wettbewerb und Markt (AGCM) benachrichtigt, damit diese die Rechtmäßigkeit der Vorgehensweise von Sky und H3G begutachte.

Nun hat die AGCM mitgeteilt, dass sowohl Sky als auch H3G mit einer Strafe von 100.000 Euro belegt wurden, da sie die formellen, vom Gesetz vorgeschriebenen Pflichten, nicht eingehalten hatten, wie eben die Unterzeichnung des Vertrags und die Aushändigung der Vertragsunterlagen auf einem „dauerhaften Trägermedium“ (also z.B. Papier, CD-Rom, Usb-Stick, usw.).

„Die Entscheidung der Antitrust ist zwar richtungsweisend“ kommentiert VZS-Geschäftsführer Walther Andreaus, „und begrüßenswert – das Strafmaß ist jedoch angesichts der Umsätze dieser Firmen keinesfalls angemessen. Es ist jedoch gut, dass die Behörde ein für allemal festgehalten hat, dass die VerbraucherInnen erst mit Unterzeichnung des Vertrags rechtlich gebunden sind, und dass es von dieser Regel keinerlei Ausnahmen geben kann. Auch dass eine Verwaltungsbehörde die Rechte der Konsumenten im Bereich des Privatrechts stärken kann, ist ein großer Schritt nach vorne.“

Diese Entscheidung kann der Vorreiter für die Annullierung all jener Verträge sein, die im Bereich der Telekommunikation häufig am Telefon abgeschlossen werden - also mit alleiniger Aufzeichnung des Vertragsabschlusses, ohne dass je andere Informationen auf einem dauerhaften Trägermedium zugesandt und von den VerbraucherInnen abgezeichnet retourniert werden.

Die VZS steht für Informationen, Beratungen und Schlichtungsverfahren im Bereich Telekommunikation zur Verfügung. Hier die Verfügungen der Aufsichtsbehörde im Detail: Sky Italia S.r.l.; H3G S.p.a.

 

Infos

Gegen steigende Benzinpreise kann man eigentlich nur zweierlei tun: weniger fahren und sparsamer fahren.

Sparsam fahren ist aber nicht nur gut für die Geldtasche, vom sparsamen Fahren profitieren auch Motor und Umwelt.

Sparsam fahren ist eine Frage der Gewöhnung, das heißt, um beim Autofahren Geld zu sparen, müssen wir den Fahrstil oder zumindest einige unserer Fahrgewohnheiten ändern.

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