Adventskalender - Konsumstille: weniger ist mehr

Nicht nur, aber besonders in der Vorweihnachtszeit soll „der Rubel rollen“. Das führt zu Hektik in der vermeintlich „stillsten Zeit des Jahres“ und dazu, dass unter dem Weihnachtsbaum häufig Geschenke landen, die eigentlich niemand braucht – unter dem Strich eine Verschwendung von Geld und Ressourcen. Die Verbraucherzentrale Südtirol zeigt mit ihrem Adventskalender Alternativen zum Konsumwahn auf. Auf  unserer Facebook-Seite (www.facebook.com/vzs.ctcu) öffnen wir jeden Tag im Advent ein Türchen mit einem Alternativ-Vorschlag.

 

1. Dezember:
Spenden statt Schenken


Als Geschenk für Menschen, die schon alles haben, bietet sich eine Geschenkspende an. Organisationen wie Oxfam, Ärzte ohne Grenzen, die SOS Kinderdörfer, die Welthungerhilfe, die Caritas u.ä., die sich für Menschen in Not und Armut einsetzen, bieten auf ihren Internetseiten eine große Auswahl solcher Geschenke an. Je nach Geldbetrag kann symbolisch eine Ziege, der Bau eines Brunnens, ein Paket mit Schulbüchern, eine Patenschaft oder ein Mikrokredit verschenkt werden. Mit der Spende wird die Arbeit der Organisation oder ein konkretes Projekt unterstützt. Als Dankeschön erhält man eine Spendenurkunde oder Weihnachtskarte, welche man der beschenkten Person überreichen kann.
 

2. Dezember:
Zeit statt Zeug

Das kostbarste Geschenk überhaupt ist Zeit – denn davon haben die meisten Menschen im Alltag zu wenig. Die Menschen, die wir gern haben, freuen sich über eine Einladung zum gemeinsamen Kochen und Essen, zu einem Spaziergang, zum Besuch einer Veranstaltung oder zum Basteln. Kinder freuen sich über eine Vorlesestunde. Unterstützung bei der Kinderbetreuung, bei der Gartenarbeit oder bei einer Reparatur kann man stundenweise verschenken. Am besten schlägt man auf dem „Gutschein“ gleich einen konkreten Termin vor.

3. Dezember:
Was ich dir schon immer sagen wollte ...

Weihnachten ist eine gute Gelegenheit, um den Menschen um uns herum mündlich oder schriftlich etwas mitzuteilen, das wir ihnen im Alltag nie oder viel zu selten sagen: dass wir sie lieben und schätzen, oder auch, dass sie etwas ganz Besonderes sind. Für dieses Geschenk braucht man nicht mehr als eine schöne Karte zu besorgen oder zu basteln und sein Herz sprechen zu lassen.

4. Dezember:
Ein Foto – für dich

Schöne Momente werden gerne auf Fotos festgehalten. Ein besonderes Foto in einem selbst gebastelten Rahmen ist ein ganz individuelles Geschenk. Dafür kann ein schon vorhandener Bilderrahmen mit Kieselsteinen, Muscheln, Nussschalen, Mosaiksteinchen, Stoff oder Borten verziert werden. Aus Klopapierrollen, Karton, Zierleisten oder Birkenrinde lässt sich ein Rahmen selbst basteln. Auch ein alter Hosenbügel eignet sich anstelle eines herkömmlichen Rahmens. Im Internet sind zahlreiche Anleitungen und Anregungen verfügbar.


5. Dezember: Gebrauchtes (weiter) schenken
Mit selten genutzten und daher aussortierten Gegenständen kann man Personen im Freundeskreis   beschenken, die die Dinge besser gebrauchen können als man selbst. Gebrauchte, aber neuwertige Spielsachen, Möbel-, Schmuck- und Kleidungsstücke, Bücher, Sport- und Haushaltsgegenstände können anderen eine Freude machen – vorausgesetzt, die Gegenstände sind gut erhalten, ohne Kratzer, Flecken, Eselsohren oder sonstige Mängel und keine Ladenhüter! Gebrauchtes kaufen kann man unter anderem im Zweiterhandmarkt „V-Market“ der Verbraucherzentrale in Bozen in der Crispistrasse (www.vmarket.it). Das schont den Geldbeutel und die Ressourcen.

6. Dezember: Schönes und Nützliches aus den geschützten Werkstätten    
Mit dem Kauf von schönen Dingen kann man die Integration von sozial schwachen und benachteiligten Menschen (z.B. Menschen mit Beeinträchtigungen oder psychischen Erkrankungen) unterstützen. Die Sozialgenossenschaft CLAB in Bozen beispielsweise (www.clab.bz.it) verkauft in ihrem Laden unter anderem Schmuck und dekorative Gegenstände aus Papier, Stoff- und Ledertaschen sowie Heimtextilien. Weitere schöne und nützliche Gegenstände stellen die geschützten Werkstätten der gwb – Genossenschaft.Werkstätten.Begleitung, des Betriebs Sozialdienste Bozen und der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern her.

7. Dezember: Kokosbusserln selber machen
Wird für ein Rezept nur das Eigelb benötigt, so kann man aus dem Eiweiß einfach und schnell Kokosbusserln zubereiten (Rezept für ca. 40 Stück):
Drei Eiklar (am besten von Südtiroler Bio- oder Freilandeiern) zu festem Schnee schlagen, dabei eine Prise Salz und nach und nach 200 g Staubzucker hinzufügen und weiter schlagen, bis die Masse dick und cremig ist. 200 g Kokosraspeln und einen Teelöffel Zitronensaft vorsichtig unterheben. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Masse in kleinen Häufchen darauf setzen. Die Kokosbusserln werden bei rund 180 Grad ca. 15 Minuten lang gebacken. Sie sollten nicht zu gelb werden, sondern möglichst weiß bleiben.

8. Dezember: Köstlichkeiten aus eigener Produktion
Köstlichkeiten, die mit Zeit und Liebe selbst hergestellt werden, sind in einer schnelllebigen Zeit wie der unseren etwas ganz Besonderes und erfreuen auch Menschen, die sonst schon alles haben. Wer sucht, kann im Internet zahlreiche Anregungen und Rezepte für Marmeladen, Naschereien (z.B. Rumkugeln), Liköre, Kekse, Zelten und Stollen, Kräutersalz, Gewürzmischungen, Pesto, ja sogar für Pralinen finden. Besonders hübsch sind die Geschenke, wenn die verwendeten Gläser oder Behältnisse schön dekoriert werden.


9. Dezember: Weihnachtsgeschenke ohne hohe Nachfolgekosten
Mit einem tollen Elektrogerät oder moderner Unterhaltungselektronik kann man auch zu Weihnachten punkten. Nur sollte bei der Wahl der Geräte nicht nur auf deren Optik und technische Ausstattung, sondern auch auf die Energieeffizienz, also den Stromverbrauch geachtet werden. Das auf den Geräten oder der Verpackung aufgedruckte EU-Energielabel gibt bereits einen ersten Hinweis auf den Energieverbrauch. Geräte der Klasse A+++ haben aktuell den geringsten Energieverbrauch, Geräte mit der Kennzeichnung G den höchsten. In Zukunft wird es nur mehr die Klassen A bis G geben.

10. Dezember: Geschenke schön und umweltfreundlich verpacken
Oft beginnt gleich nach der Bescherung das große Wegwerfen, und Geschenkspapier, Schleifen und Kärtchen landen im Müll. Ressourcenschonender und kreativer ist es, aus alten Zeitungen und Zeitschriften Geschenkspapier selbst zu gestalten, beispielsweise in Form von Collagen. Auch alte Kalenderblätter oder Landkarten eignen sich zum Einpacken. Sehr kleine Geschenke lassen sich gut in Klopapierrollen verstecken, diese können nach Belieben bemalt oder beklebt werden. Anstelle von Papier kann man ein Geschirrtuch, ein Tischset oder Stoffreste verwenden – diese können nach dem Auspacken weiter verwendet werden. Gebrauchte Blechdosen, die nicht mehr benötigt werden, oder mit Papierresten beklebte Schuhkartons sind ebenfalls eine hübsche, wieder verwendbare Verpackung.

11. Dezember: wärmen Magen und Herz: Bratäpfel mit Vanillesoße

Äpfel, die nicht mehr ganz knackig und schon etwas runzelig sind, eignen sich noch perfekt für die Zubereitung von Bratäpfeln. Dafür wäscht man die ganzen Äpfel und sticht das Kerngehäuse – am besten mit einem Apfelausstecher – heraus. Die Äpfel werden in eine gefettete Auflaufform gesetzt. Besonders gut schmecken sie gefüllt, beispielsweise mit einer Mischung aus gehackten Mandeln, Sultaninen, Marmelade (oder etwas Honig) und Zimt, die man in die Öffnung der Äpfel drückt. Die gefüllten Äpfel werden im Backrohr bei 200 Grad ca. 30 Minuten lang gebraten, bis sie schön weich sind. Auch übrig gebliebene Weihnachtskekse können – zerkleinert – unter die Füllung gemischt werden.

Für die Vanillesoße 200 g Wasser, 125 g Sahne, 30 g Weizenmehl (fein) und eine Prise Salz in einem Topf verrühren, unter Rühren zum Kochen bringen und eine Minute aufkochen lassen. Den Topf vom Herd nehmen und etwas auskühlen lassen. Dann noch ein Eigelb, 70 g Honig oder Zucker und eine Messerspitze Vanillepulver einrühren.

12. Dezember: Christbaum - bitte ohne Lametta
Lametta am Weihnachtsbaum erinnert an Eiszapfen. Heute besteht Lametta meist aus metallisiertem Kunststoff, in der Regel aus PVC. Bis vor einigen Jahren war das so genannte Stanniol-Lametta oft bleihaltig, und ganz ausgestorben ist es noch immer nicht. Zum Problem wird dies, wenn die welken Christbäume mitsamt dem Lametta entsorgt werden und entweder in der Verbrennung oder in der Kompostierung landen. Das giftige Blei gelangt so in die Luft oder den Boden und auch in die Nahrungskette. Auch Lametta aus Kunststoff belastet die Umwelt, da es nicht biologisch abbaubar ist, und sollte keinesfalls mitsamt dem Baum entsorgt werden. Umwelt- und ressourcenschonender ist Christbaumschmuck aus Naturmaterialien oder Schmuck, der im nächsten Jahr wieder verwendet wird. Getrocknete Orangenscheiben zum Beispiel sind dekorativ und duften gut. Sie lassen sich ganz einfach selbst herstellen.


13. Dezember: Schoko- oder Rumkugeln selber machen
Für rund 40 Kugeln 200 g Haselnüsse auf ein Backblech geben und im Backrohr bei 200 Grad maximal 12 Minuten lang rösten. Die Schale der Nüsse sollte sich leicht lösen. Die Haselnüsse auskühlen lassen und fein mahlen. 80 g (Akazien-)Honig, zwei Esslöffel Kakao, zwei Esslöffel Butter (nicht zu kalt) und eine Messerspitze Vanillepulver hinzufügen und die Masse kneten. Falls die Masse zu fest ist, kann man ein paar Tropfen Wasser oder Sahne darunter mengen. Die Masse kurz rasten lassen. Kugeln formen, nach Geschmack in Kakao, Kokosflocken oder geriebenen Haselnüssen wälzen und in kleine Papierschälchen setzen. Für Rumkugeln werden der Masse zwei bis vier Esslöffel Rum hinzugefügt. In einer Vorratsdose sind die Schoko- oder Rumkugeln gekühlt einige Wochen haltbar.

14. Dezember: Danke, ich habe genug
Die Erde stellt genug Ressourcen für ein gutes Leben bereit, aber unser verschwenderischer Lebensstil in den Industrieländern verbraucht zu viele Ressourcen und beutet Mensch und Natur aus. Die Kampagne „Ich habe genug“ hilft zu erkennen, dass wir nicht immer mehr haben müssen, sondern auch mit weniger genug haben: http://ichhabegenug.at. Gegenstände länger zu nutzen, beispielsweise durch Reparatur oder eine Umgestaltung, schont die Ressourcen. Und viele der wichtigen Dinge im Leben lassen sich ohnehin nicht kaufen.

15. Dezember: Sag mir, was du dir wünschst
Wer vermeiden möchte, zu Weihnachten überflüssigen Kram zu bekommen, den man gar nicht benötigt, für den man sich aber trotzdem dankbar zeigen sollte, sollte dies artikulieren. Am besten erklärt man Freunden, Freundinnen und Verwandten ganz konkret, was man möchte: ob es nun kein Geschenk, ein ganz bestimmtes Geschenk oder – anstelle eines Geschenks – eine Geldspende für eine wohltätige Organisation oder ein Projekt ist. Sehr wahrscheinlich sind auch die Schenkenden dankbar für den Hinweis – denn so finden sie mit Sicherheit das am besten passende Geschenk.

 


 

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