Aufgesprudeltes Leitungswasser

 

Wer vom Schleppen der Mineralwasserkisten genug hat, kann sich einen Sprudelbereiter anschaffen. Das sind Geräte, die das zuvor in Flaschen abgefüllte Leitungswasser mit Kohlensäure aus einer Patrone anreichern. Die Geräte arbeiten ohne Strom. Vorteile sind der bessere Geschmack und ein größerer Schutz des Wassers vor Keimen durch die Kohlensäure. Voraussetzung ist ein möglichst kühles Trinkwasser guter Qualität und ein sogenannter Wassersprudler (auch Soda–Gerät genannt). Über die Wasserqualität kann man sich im Internet, bei der Gemeinde oder dem zuständigen Wasseramt informieren.
 

Wie ist es um die Qualität vom aufgesprudeltem Trinkwasser bestellt?

Die Qualität des selbst aufgesprudelten Trinkwassers hängt natürlich in erster Linie vom Trinkwasser selbst und von der Hygiene bei der Abfüllung ab. In Südtirol kann im allgemeinen von einer guten Trinkwasserqualität ausgegangen werden (siehe dazu Amt für Gewässernutzung, Karte der Trinkwasserqualität, Broschüre die Mineralwasser Südtirols). 
Probleme kann es aber dennoch speziell bei kleinen und alten Fassungsstellen (organische Verunreinigungen) bzw. bei alten Häusern (veraltete hauseigene Rohrleitungen) geben. Informieren Sie sich bei Ihrem Hydrauliker und eventuell beim zuständigen Wasseramt oder der Gemeinde, die gerne Auskunft über die letzten Analyse-Ergebnisse geben.
 

Zahlt sich die Investition aus?

Durchschnittlich ist für einen Wassersprudler mit Anschaffungskosten von ca. 80 Euro zu rechnen. Dazu kommen noch die Kosten für die Nachfüllpatronen (je nach Hersteller und Füllmenge ca. 7 Euro für 35 l Wasser). Bei einem normalen Verbrauch von 1l Wasser pro Tag betragen die Kosten des Mineralwassers (30 ct./l * 360) ca. 110 Euro, was in etwa dem Neupreis des Gerätes + 5 Kohlensäurepatronen entspricht. Die Investition macht sich also nach gut 1½ Jahren bezahlt. Der Aufwand für den Transport der Mineralwasserkisten (Kistenschleppen) oder der durch die Entsorgung der Flaschen entstehenden Umweltproblematik (PET) ist dabei gar nicht berücksichtigt.

Allerdings scheint das aufgesprudelte Wasser nicht unbedingt dem gewohnten kohlensäureangereicherten Wasser zu entsprechen. Die Kohlensäurebläschen sind etwas größer, was sich vorteilhaft auf den Geschmack auswirkt, so die Meinung eines Sommeliers. Es scheint auch nicht immer zu gelingen, die gleiche Menge an Kohlensäure in die Flasche zu bekommen.

Wichtig ist die Hygiene bei der Abfüllung: Zu achten ist dabei auf die Hygiene bei der Zubereitung und die Lagerung des abgefüllten Getränkes. Die Temperatur des abzufüllenden Wassers sollte so kühl als möglich sein (Hemmung der Entwicklung von Keimen). Das Getränk ist bei längerer Lagerung im Kühlschrank aufzubewahren. Am besten ist es jedoch, das Wasser am gleichen Tag zu trinken.

Die eingepresste Kohlensäure wirkt auch keimhemmend, deshalb ist es wichtig, bei der Anschaffung des Gerätes auf dessen Fähigkeit der Kohlensäureanreicherung achten (kräftiges Aufsprudeln).

Die Flaschen selbst und der Abfüllapparat müssen regelmäßig mit nicht zu heißem Wasser (Gebrauchsanweisung beachten) ausgespült werden. Beim Kauf des Gerätes darauf achten, ob die Flaschen spülmaschinengerecht sind oder nicht. Untersuchungen haben gezeigt, dass es durch unsachgemäße Handhabung zu Verunreinigungen von Kunststoffverbindungen im Getränk kommen kann. Die Quellen von Verunreinigungen sind mangelnde Hygiene, speziell bei Dichtungen und Ventilen. Laut Testberichten können einige Kunststoffflaschen, speziell wenn sie alt und innen zerkratzt sind, auch Spuren von Acetaldehyd an das Wasser abgeben, was zwar von der Menge her gesundheitlich unbedenklich ist, aber als modriger oder süßlicher Geruch wahrnehmbar ist. 

In einigen Proben wurden Spuren von Mineralöl nachgewiesen, die vermutlich aus nicht fachgerecht abgefüllten oder nicht lebensmittelgerechten Kohlensäurepatronen stammen.

Beim Neukauf des Gerätes ist auf folgende Punkte Eigenschaften zu achten:
 

  • Gerät soll kräftig aufsprudeln (viel Kohlensäure bedeutet mehr Schutz gegen Keime).
  • Garantie des Herstellers, dass keine Weichmacherrückstände aus den PET-Flaschen und andere Beeinträchtigungen zu erwarten sind.
  • Kunststoffflaschen sollten entweder spülmaschinengerecht oder problemlos zu reinigen sein. Bei Beschädigung der Oberfläche der Flasche (verformt, verfärbt, Kratzer oder Sprünge) muss sie ausgetauscht werden. Einige Flaschen haben auch ein Verfallsdatum am Flaschenboden.
  • Die Gebrauchsanweisungen vor dem Kauf studieren, um sich mit der Technik und den hygienischen Voraussetzungen des „Selbstsprudelns“ vertraut zu machen.

Was tun:

Allgemein: 
- Die Erhaltung der Gesundheit und des Wohlbefindens durch die Aufnahme von 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit sichern. 
- Im Sommer und bei schweißtreibenden Aktivitäten ist der Flüssigkeitsbedarf noch höher.
- Leider nimmt das Durstempfinden mit dem Alter ab, deshalb genau auf die aufgenommene Menge achten, und „mit System auftanken“. Zum Beispiel indem man die aufgenommene Wassermenge anhand der getrunkenen Gläser überprüft.

Informieren Sie sich zur Sicherheit über die Qualität des Trinkwassers im Internet bei der Gemeinde oder den Betreibern der Wasserwerke.

Bei Verdacht auf nicht einwandfreies Trinkwasser sollten Sie die hausinternen Leitungen vom Hydrauliker überprüfen lassen.

Wer aus Gewohnheit zum Mineralwasser greift, sollte sich bewusst sein, dass er es nur wegen des Geschmacks tut. Das Wasser ist nicht dadurch besser und gesünder, weil es in Flaschen, auf denen Mineralwasser drauf steht, abgefüllt ist. Man muss schon genau hinschauen, was im Wasser speziell drin ist, diese Analysen werden auch vom Trinkwasser gemacht. Die Kontrollen, denen Wasser und Quellfassungen unterliegen, sind die gleichen.

 

 

 

Stand
07/2014

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