Computerspiele

 

Spielzeug oder Lernzeug?

„Kinder lernen durch Computer wichtige Dinge für ihr späteres Leben.“ – ist eine weit verbreitete Ansicht. Die ist jedoch in dieser Pauschalität bislang keineswegs belegt. Der Beweis dafür, dass ein Kind durch Computerspiele wesentlich mehr lernt, als den nächsten „Level“ zu erreichen, steht noch aus. Wer als Erwachsener nur einmal versucht hat, die bisweilen absurden Aufgaben zu lösen, die in der virtuellen „Realität“ etwa eines „Super Mario“ gestellt werden, der kann bestätigen, dass die Lebenswirklichkeit davon kaum berührt wird. Anders sieht es aus, wenn der Computer als Arbeits- und Lerngerät eingesetzt wird, ausgestattet mit spezieller Arbeits- oder Lernsoftware und unter der Anleitung von damit vertrauten Pädagogen. Unter solchen Voraussetzungen kann der Computer ein wichtiges Mittel bei der durchaus spielerischen – Vermittlung von Lernstoff sein. Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass mittlerweile auch einige renommierte Experten selbst diesen Einsatz nicht für sinnvoll halten.

Was immer man in Zukunft über das Lernen durch Spielen herausfinden wird – ganz gleich, ob Computerspiele oder konventionelle Spielzeuge das Thema sind – eines sollte dabei immer berücksichtigt werden: „Spielen ist eine aus Neugierde geborene, freiwillige, spontane und lustvolle Auseinandersetzung der Kinder mit der Umwelt“, wie der Arbeitsausschuss Kinderspiel und Spielzeug die Tätigkeit definiert, mit der Kinder einen großen Teil ihres Lebens verbringen. Wenn man die Mahnung des Psychologen Jean Piaget dazu nimmt: „Alles, was wir Kinder lehren, können sie nicht mehr selbst entdecken“, dann wird deutlich, dass viele angebliche Lernspielzeuge – und damit auch Computersoftware – nicht bereichern, sondern einschränken, nicht fördern, sondern hemmen.

Der richtige Umgang mit Computer- und Videospielen

Ungeachtet der gebotenen Skepsis, sind Computer- und Videospiele in vielen Kinderzimmern zur Selbstverständlichkeit geworden. Eltern, deren Kinder sich mit Computerspielen beschäftigen, können die Risiken in Grenzen halten, wenn sie sich an die folgenden Ratschläge halten:

  • Absolute Verbote bringen nichts. In solchen Fällen werden die Spiele heimlich gespielt und entziehen sich damit endgültig Ihrer Kontrolle.
  • Setzen Sie zeitliche Grenzen, damit die Kinder nicht zu lange hintereinander mit dem Computer spielen.
  • Bieten Sie Alternativen an: Gemeinsam Spielen, Basteln, Kochen, Musizieren oder Sport treiben.
  • Wenn Sie keine Computerspiele mögen, dann verschenken Sie auch keine. Sie sollten es aber dulden, wenn das Kind auf anderem Wege an diese Spiele kommt.
  • Für Computer- und Videospiele gilt, wie für andere Beschäftigungen auch: Solange die Kinder nicht über eine vorübergehende Phase hinaus vollständig auf die Spiele fixiert sind, besteht kein Anlass zur Panik.
  • Bewahren Sie das Vertrauen des Kindes und halten Sie den Kontakt, wenn es am Computer spielt. So sind Sie am ehesten in der Lage, Fehlentwicklungen festzustellen.
  • Lernen Sie selbst, mit dem Computer umzugehen. So bleiben Sie für die Kinder ansprechbar und können selbst besser einschätzen, was die Kinder am Computer tun.
  • Dulden Sie keine menschenverachtenden oder rassistischen Spiele. Begründen Sie Ihre Haltung in Gesprächen mit dem Kind.
  • Sollte das Kind exzessiv spielen oder sich nicht von menschenverachtenden Spielen abbringen lassen, suchen Sie sich professionelle psychologische Hilfe.
  • Achten Sie auf die Alterseinstufungen der „Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle“ (USK-Zeichen) auf den Spielen. Sie sind aber kein Anhaltspunkt für die Qualität eines Spiels!
  • Machen Sie dem Kind klar, dass sein Hobby recht teuer ist. Das gelingt am besten, wenn es selbst einmal für ein solches Spiel sparen muss.

Nützliche Adressen:
VKE - Verein für Kinderspielplätze und Erholung
39100 Bozen, Leonardo-da-Vinci-Str. 20/a
www.vke.it

Spiel gut -Arbeitsausschuss Kinderspiel +Spielzeug e. V., D-89073 Ulm, Neue Straße 77/D
www.spielgut.de">www.spielgut.de

Bundesverband "Verbraucherinitiative"
D-12435 Berlin, Elsenstr. 106
www.pebonline.de

Comitato Italiano Gioco Infantile
27100 Pavia - Via S. M. alle Pertiche
 

... und wenn es schon Computer sein muss:

Informationen für Eltern 
vielfältige Informationen und nützliche Links:

Infos über Methoden der Kinderwerbung:
www.kindernetz.de

Bastelideen:
www.edding.com

PC-Spiele Datenbank - Beurteilungen:
/www.bpb.de

Infos und Beurteilungen zu Gesellschaftsspielen:
www.spielbox.de

Testurteile Computerspiele:
www.testberichte.de

/www.computerbild.de

altersgerechte Spiele für Kinder:
www.karlchen-krabbelfix.de

Löwenzahn Folge 5 für Kinder ab 6 Jahre:
www.carlsen.de

 

 

 

Stand
05.2014

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