In eigener Sache

News

24.07.2017
24.07.2017

Liebe Mitglieder,

 

unterschreibt bitte innerhalb 11. August die beiden Volksbegehren zur direkten Demokratie, die auch von unserer Organisation eingebracht worden sind.

Bisher sind erschreckend wenig Unterschriften in den Gemeinden abgegeben worden, und es bleiben nur noch drei Wochen Zeit!

Es besteht die reale Gefahr, dass die erforderlichen Unterschriften (mind. 10.000) nicht zustande kommen. Damit würde ein zwanzigjähriges Bemühen um brauchbare Mitbestimmungsrechte der Bürgerinnen und Bürger am letzten notwendigen Schritt scheitern. Ausführlichere Details dazu findet ihr im Anhang.

 

Wo kann man unterschreiben?

  • in der eigenen Wohnsitzgemeinde (in Bozen auch in den Stadtviertelzentren sowie beim Bürgerschalter in der Gumergasse, in Meran auch beim Meldeamt, Ecke Galileistraße/Lauben).

 

Was kann außerdem getan werden?

  • Verwandte, Freunde und Bekannte ansprechen und zum Unterschreiben motivieren

  • per Mail, SMS, Facebook, Twitter, WhatsApp usw. die Einladung zum Unterschreiben weiterleiten

  • Flyer verteilen, die bei den Bezirksgruppen zu bekommen sind oder über das Koordinierungsbüro der Initiative für mehr Demokratie (0471 324987), info@dirdemdi.org

  • eventuell bei Unterschriftentischen mithelfen (wann und wo ist über die hier der Initiative für mehr Demokratie zu erfahren)

  • eine finanzielle Unterstützung hilft, die Kosten der Kampagne zu tragen. (Initiative für mehr Demokratie, Raiffeisenbank Bozen, De-Lai-Str. 2, IBAN: IT53V 08081 11600 00030001033)

Weitere Informationen: www.dirdemdi.org

28.04.2017
28.04.2017

Verbraucherzentrale Südtirol: Vorsitzender und Vorstand bestätigt

Heute Nachmittag hat die Mitgliederversammlung der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) turnusmäßig einen neuen Vorstand und einen neuen Vorsitzenden gewählt.

Der alte und neue Vorsitzende der VZS ist Agostino Accarrino, seine Stellvertreterin Priska Auer. Beide werden zwei Jahre im Amt sein und dann gemäß ethnischer Rotation den Rollentausch vornehmen. Daneben wurde auch der Vorstand bestätigt. Ihm gehören Heidi Rabensteiner, Herbert Schatzer und Martin Wieser an. Gewählt wurde das Leitungsgremium der Verbraucherzentrale, das vier Jahre im Amt bleibt, von der Mitgliederversammlung, welche sich aus Einzelmitgliedern und VertreterInnen der Mitgliedsvereine zusammensetzt.

„In Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten ist eine unabhängige Verbraucherberatung und Verbraucherinformation wichtiger denn je. Auch die Verbraucherbildung ist in einer sich ständig wandelnden Konsumwelt wichtig wie das Einmaleins. Darauf soll in den nächsten Jahren ein Schwerpunkt gesetzt werden“, so der neue Vorsitzende Agostino Accarrino. Er orientiert sich damit am Leitbild der VZS.

 

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Agostino Accarrino und Priska Auer

29.03.2017
29.03.2017

„Beauftragung für weitere 4 Jahre ab 2018 ist ein Meilenstein“


Die Verbraucherzentrale Südtirol ist zusammen mit der nationalen Konsumentenschutzorganisation Adiconsum als Gewinner des Wettbewerbs für die Führung des ECC-Net Italien für die nächsten 4 Jahre hervorgegangen. Dies hat das Ministerium für wirtschaftliche Aktivitäten in Rom mitgeteilt.

„Damit wurde ein weiterer Meilenstein in der Tätigkeit für die Europäischen VerbraucherInnen erreicht,“ meinen unisono der VZS-Vorsitzende Agostino Accarrino und der VZS-Geschäftsführer Walther Andreaus. „Dieses Ziel konnte Dank der 20-jährigen Tätigkeit für Europas VerbraucherInnen und der finanziellen Unterstützung durch das Land Südtirol erreicht werden. Das Engagement des Landes in diesem Bereich ist vorbildhaft.“


Rat und Hilfe für VerbraucherInnen in Europa - das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net)

Damit VerbraucherInnen in Europa nicht allein gelassen werden und ihr Vertrauen in den Binnenmarkt gestärkt wird, hat die Europäische Kommission 2005 ein Netzwerk ins Leben gerufen, das Verbrauchern mit Rat und Tat bei allen europäischen Fragen zur Seite steht. Das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren (engl. European Consumer Centres Net, kurz ECC-Net) ist in jedem der 28 EU-Staaten sowie in Island und Norwegen mit einem Zentrum vertreten.
Hier finden Verbraucher nicht nur Informationen zu ihren Rechten in Europa, sei es beim Einkaufen oder Reisen, sondern erhalten auch kostenlose juristische Unterstützung bei Streitigkeiten mit einem Unternehmen im EU-Ausland, in Island oder Norwegen. Um diese grenzüberschreitenden Streitigkeit außergerichtlich beizulegen, arbeiten die Juristen mit ihren Kollegen in den jeweiligen Ländern eng zusammen.


Europäisches Verbraucherzentrum (EVZ) - Bozen

1.462 Beratungsfälle und 1.792 Informationsanfragen bearbeiteten die JuristInnen des EVZ-Bozen im vergangenen Jahr 2016. Der Großteil aller Fälle konnte zu Gunsten der VerbraucherInnen gelöst werden. Über 150.000 Euro an rückerstrittener Summe zeugt davon. Vor allem in Bereichen wie Online-Shopping sowie Transport und Tourismus stießen Verbraucher auf Probleme.

 

15.03.2017
15.03.2017

Verbraucherpreis „Goldenes Ok“ 2016

Preisträger Postpolizei Bozen:
Sie schärft kritisches Bewusstsein und trägt dazu bei,
dass das Netz kein rechtsfreier Raum ist

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Zum elften Mal vergibt die Verbraucherzentrale Südtirol am 15. März anlässlich des Weltverbrauchertags den Verbraucherpreis „Goldenes OK“. Dieses Jahr ist es die Postpolizei Bozen, die als positives Beispiel prämiert wird. Sie schärft das kritische Bewusstsein von Jugendlichen, Eltern und Käufern im Netz und trägt dazu bei, dass das Netz kein rechtsfreier Raum ist.

Zur Wahl standen mehr als 100 KandidatInnen und aus diesen hat der Vorstand der Verbraucherzentrale beschlossen die Postpolizei Bozen auszuzeichnen.

Die Verbraucherzentrale Südtirol würdigt laut eigener Definition alle zwei Jahre „eine Aktion oder ein Wirken, die/das von einer Einzelperson, einer Gemeinschaft/Gruppe, Verband, Unternehmen, Behörde, Institution mit Wohnort/Arbeitssitz in Südtirol erbracht worden ist. Diese Aktion oder dieses Wirken entspricht der Zielsetzung der Verbraucherzentrale Südtirol und den europäischen, verbraucherpolitischen Grundsätzen und dient als besonders deutliches und anschauliches Beispiel, um die Denkrichtung eines mündigen KonsumentInnentums zu kennzeichnen.“ In diesem Sinne erfolgte die Auswahl des Preisträgers 2016.

Ganz gleich ob es um die Warnung an Bankkunden wegen geklonter Bankomatkarten ging oder von Internetnutzern vor dem Erfindungsreichtum von Betrügern (diese schreckten auch nicht davor zurück ein PC-Virus mit Polizei-Logo in Umlauf zu bringen) die MitarbeiterInnen der Postpolizei Bozen sind immer mit Tipps, Information und konkreter Hilfe zur Stelle. Besonders begrüßenswert ist auch die Sensibilisierungsarbeit in den beiden Landessprachen mit zahlreichen Infos zum sicheren und bewussten Surfen im Netz für Jugendliche und Eltern. Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben in der Postpolizei Bozen eine kompetente Anlaufstelle, auch wenn es um gefährliche Sachverhalte wie Cyber-Bullying, Cyber-Mobbing, Cyber-Stalking oder ganz allgemein um die Gefahren im Netz geht. Die Zusammenarbeit mit den Konsumentenschützern funktioniert auch hervorragend. Es gibt einen regelmäßigen diesbezüglichen Austausch. Daher ist die Postpolizei in vielerlei Hinsicht beispielgebend.

Postpolizei und Verbraucherschutz ergänzen sich sehr gut. Besonders auch beim Online-Kauf kommt es immer wieder zu Straftaten. Diese und andere werden von der Postpolizei verfolgt. Gibt es hingegen Reklamationsfälle so kann der Verbraucherschutz, z.B. mit dem einmaligen Onlineschlichter.it einschreiten.

„Ein solches Agieren gehört nicht nur ausgezeichnet, sondern verdient auch die volle Unterstützung aller, zumal in einer sich rasant ausweitenden digitalen Welt“, meint dazu der Vorsitzende der Verbraucherzentrale Südtirol Agostino Accarrino, der den Preis anlässlich einer Veranstaltung in Bozen überreicht hat.

Landesrat Richard Theiner weist darauf hin, dass eine effiziente Kontrolle des Internet in Zeiten des boomenden Online-Handels wichtiger denn je ist.

Die Postpolizei hat sich bei der Sensibilisierung der Verbraucher/innen und beim Schutz gegen Cyberkriminalität ausgezeichnet und ist ein würdiger Preisträger, schließt Theiner.

Die bisherigen Gewinner
2014: Preisträger Weltläden: Fachgeschäfte für fairen Handel und eine zukunftsfähige Welt
2012: Preisträgerin wurde aktiv gegen Glücksspielautomaten: Sonja Gehri vom Restaurant Cafè Lanahof in Lana
2010: Gemeinde Proveis: in 5 Jahren Gemeindetarife um 43,6% gesenkt
2008: Der Preis geht ex equo an Angelo Vezzaro und an die Klasse des Lehrganges für Industrie- und Gebäude- Automation der Berufsschule Bruneck
2006: Vater der neuen Konsumgenossenschaft Kon-Coop Luciano Clementi
2005: Erfolgreich um Haltestelle gekämpft: Pendlerinitiative aus Siebeneich
2004: Second Hand Shop "Gekko" Meran
2003: Der Preis geht ex equo für mutigen Konsumenten und für vorbildliche Direktvermarktung
2002: Bozner Eisdiele "Avalon"
2001: Auszeichnung für besondere Leistungen im Bereich der ethischen Geldanlage - Raika Bozen

Das Goldene Ok

 

15.03.2017
15.03.2017

Kein Problem zu gering, kein Gegner zu mächtig
Verbraucherzentrale Südtirol zieht Bilanz 2016

Die VerbraucherInnen zu informieren, zu beraten, zu ihrem Recht zu verhelfen - wenigstens außergerichtlich – und weiterzubilden gehört zu den Kernaufgaben der Verbraucherzentrale Südtirol. Und das wurde 2016 auch reichlich und erfolgreich wieder praktiziert. Ganz gleich ob es dabei um die vermeintlich geringwertige Haushalts- Unfallversicherung um 12,91 Euro pro Jahr oder um Familienersparnisse um 1 Million Euro geht, für die VZS war kein Problem zu gering, kein Gegner zu mächtig.

Mehr als 40.000 Konsumentenkontakte
Bei den über 11.000 Beratungsfällen (+25% gegenüber 2015) und dem breiten Spektrum des Konsums standen 2016 wieder 3 Themen im Fokus der Verbraucherarbeit: Die Telekommunikation stellt nach wie vor das größte Verbraucherärgernis dar, häufig wurden heikle Fragen im Bereich der Finanzdienstleistungen - sprich Banken - aufgeworfen und über 1.000 Fälle im Strom- und Gasmarkt zeugen nach wie vor von unzumutbaren Zuständen. Die KonsumentInnenkontakte haben um fast 5% auf 41.119 zugenommen.
2016 hat auch wieder ein respektables Ergebnis bei den erstrittenen Rückerstattungen für die VerbraucherInnen gebracht: Über 1,5 Millionen Euro wanderten erneut in die Brieftaschen der VerbraucherInnen.

Die Top-Informationsthemen
Bei den Informationsnachfragen liegt neben der Telefonie mit 18% das Thema Handel mit 15% stark im Trend. Weitere „Dauerbrenner“ bei den Konsumentenanfragen sind wie stets Haus und Kondominium und Strom und Gas.

Interessensvertretung
Der Dialog mit Politik und Landesregierung über aktuelle Entwicklungen ist ein wichtiges Anliegen der Verbraucherzentrale. Ein Schwerpunkt lag dabei sicherlich beim für Südtirol so aktuellen wie nachhaltigen Thema Gratisstrom. Der Art. 13 des Autonomiestatuts sieht nämlich ausdrücklich vor, dass für bestimmte, durch Landesgesetz festzusetzende Verbrauchergruppen Gratisstrom zur Verfügung gestellt wird. Die VZS hat diesbezüglich darauf gepocht, dass allen Stromabnehmern am Erstwohnsitz eine Pro-Kopf-Quote von 300 kWh Strom pro Jahr kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Bei der Verteilung des Gratisstroms an die BürgerInnen gäbe es einen gewaltigen Mehrwert.
Erfolgreich verlaufen ist der Start zur neuen Onlineschlichtung in Südtirol und im Trentino: dem Onlineschlichter.it. Mit der Handelskammer konnte eine diesbezügliche Vereinbarung abgeschlossen werden. VerbraucherInnen und Betriebe, die im E-Commerce tätig sind, haben damit die Möglichkeit Streitfälle online, kostenlos, schnell, effizient und zumindest in beiden Landessprachen lösen zu können.

Kein faires gesetzliches Kräfteverhältnis
Es gibt es noch viel Verbesserungsbedarf bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen: Viel zu oft lohnt es sich für große Unternehmen, langatmige Gerichtsverfahren zu führen. Selbst im Erfolgsfall erfahren viele Betroffene oft nichts davon oder haben keine für die Durchsetzung relevanten Unterlagen mehr. Bei kleinen Beträgen kostet die Rückforderung oft mehr als sie bringt. Für die Verbraucherschutzeinrichtungen birgt die Durchsetzung der Verbraucherrechte ein hohes finanzielles Risiko. Großen Unternehmen dagegen schadet oft auch ein verlorener Prozess nicht wirklich, da die unberechtigt erhaltenen Beträge nur zu einem geringen Teil zurückgefordert werden.

Bessere gesetzliche Rahmenbedingungen
Die Verbraucherzentrale fordert daher die Schaffung einer generellen rechtlichen Grundlage für die Abschöpfung von Gewinnen, die Unternehmen durch rechtswidrige Handlungen von VerbraucherInnen erhalten haben. Wichtig wäre es auch eine bessere kollektive Rechtsdurchsetzung durch die effektive Möglichkeit einer Gruppenklage/Class action sowie eine Form der Musterklage, mit der exemplarisch Rechtsfragen rasch höchstgerichtlich geklärt werden können. Dazu meinen der VZS Vorsitzende, Agostino Accarrino und der VZS Geschäftsführer Walther Andreaus: „Wir brauchen schlagkräftige Instrumente, um für ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis zwischen - vor allem großen - Anbietern und VerbraucherInnen zu sorgen.“

16.01.2017
16.01.2017

Erfolgsmodell auf europäischer Bühne: 61.000 Anfragen und Beratungen


Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens hat das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) in Bozen gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) und dem Amt für Kabinettsangelegenheiten am heutigen 16. Jänner zu einer Tagung ins Palais Widmann geladen.

„Mit seinem engagierten und kompetenten Team ist das EVZ in den vergangenen 20 Jahren zu einem wichtigen Akteur und ernst zu nehmenden Partner auf der europäischen Bühne geworden – ein Modell dafür, wie Verbraucherschutz in ganz Europa konkret funktionieren kann“, meinte der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol Walther Andreaus zum Erfolgsmodell EVZ. In den 20 Jahren seiner Tätigkeit konnte das EVZ in Bozen mehr als 61.000 Anfragen entgegennehmen bzw. Beratungen durchführen. Allein 2016 hat es für seine KlientInnen, die europäischen VerbraucherInnen, beinahe 150.000 Euro zurückgewonnen.
Der erste Teil der Tagung im Palais Widmann war dem EVZ und seinem 20-jährigen Jubiläum gewidmet. Begrüßt und eingeführt wurde durch Landeshauptmann Arno Kompatscher, den Präsidenten der Verbraucherzentrale Südtirol Agostino Accarrino sowie den Präsidenten von Adiconsum Walther Meazza. Es folgten Resümee-Vorträge von Chiara Bongiorno, Koordinatorin des EVZ-Teams in Bozen, und von Marie Paule Benassi, Leiterin der Einheit zur Durchsetzung der Verbrauchergesetze der Europäischen Kommission. Im zweiten Teil ging es um das brisante Thema „Freier Markt“ mit Vorträgen des Südtiroler Europaparlamentariers Herbert Dorfmann sowie der Vizepräsidentin von Fairwatch Monica di Sisto und der Direktorin von Gobal2000 Leonore Gewessler.
 

Zur Entwicklung des EVZ in den letzten 20 Jahren

1996 wurde „eurokons“ im Rahmen eines europäischen Projektes von der Verbraucherzentrale Südtirol zusammen mit dem österreichischen Verein für Konsumenteninformation (VKI) aufgebaut. Das Projekt wurde 1999 in „Europäisches Verbraucherzentrum“ umbenannt. Seit Jänner 2006 verfügt das EVZ Italien über einen Hauptsitz in Rom und einen „Grenzsitz“ in Bozen. Das EVZ ist seit 2005 Teil des Netzwerks der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net), das inzwischen 30 Zentren umfasst: ein EVZ in jedem EU-Staat, außerdem in Island und Norwegen.
 

Was macht das EVZ?

Im Mittelpunkt der Tätigkeit des EVZ stand und steht das Er- und Bereitstellen von Informationsmaterial (Pressemitteilungen, Broschüren, Infoblätter), die Beratung und die konkrete Unterstützung der VerbraucherInnen – eine Rundumbetreuung von KonsumentInnen bei Verbraucherschutzbelangen und -problemen auf dem EU-Binnenmarkt. Hinzu kommt der direkte Kontakt zu italienischen Unternehmen, mit denen sich europäische VerbraucherInnen im Konflikt befinden. Daneben hält das EVZ auch Fachvorträge und Expertengespräche an den Universitäten von Bozen und Trient, in Schulen und auf Einladung verschiedener Vereine. Da der Reisesektor besonders reklamationsanfällig ist, wurde in den vergangenen Jahren vor Beginn der Sommerferien stets eine Pressekonferenz abgehalten, um VerbraucherInnen über ihre Rechte beim Reisen zu informieren und um das vielfältige Informationsmaterial des EVZ in diesem Bereich vorzustellen.
Neben dem Thema Reisen stellt der Bereich E-Commerce einen wichtigen Sektor in der Beratungstätigkeit des EVZ dar. Da im Internet die Auswahl an Waren und Dienstleistungen riesig ist, und man dabei oft auch eine Menge Geld sparen kann, kaufen immer mehr VerbraucherInnen online. Dies schlägt sich auch im Beratungsalltag des EVZ nieder, in welchem die Zahl der ratsuchenden KonsumentInnen in diesem Sektor in den vergangenen Jahren stetig angestiegen ist.
Seit dem 15. Februar 2016 können Verbraucher die neue ODR-Plattform (Online Dispute Resolution), die von der Europäischen Kommission zur Verfügung gestellt wird, zur Lösung von grenzüberschreitenden und nationalen Verbraucherstreitigkeiten nach einem Online-Kauf, kostenlos nutzen. Da das EVZ Italien offiziell zur Kontaktstelle ernannt wurde, können sich die Verbraucher direkt an das EVZ wenden, um die notwendige Unterstützung bei der Nutzung der Plattform zu bekommen.
 

Aufsehenerregende Fälle der letzten 20 Jahre

Während des 20-jährigen Bestehens des EVZ gab es einige besonders schwerwiegende Fälle mit weitgreifenden Folgen, bei denen das EVZ auch Gerichtsverfahren nicht scheute: Zum einen der Fall der Katzenfelldecken, bei dem sich die betroffenen VerbraucherInnen durch falsche Informationen vonseiten des österreichischen Verkäufers betrogen fühlten; das Friedensgericht erklärte in seinem Urteil die Kaufverträge wegen Irrtums in Verbindung mit irreführender Werbung und vorgegaukelter Heilwirkung für nichtig.
Der zweite Fall, für den das EVZ im Interesse der VerbraucherInnen vor Gericht zog, betraf sogenannte Wundermittel zur Verjüngung, mit denen meist älteren VerbraucherInnen auf Verkaufsveranstaltungen – gegen reichlich Bares – eine „zweite Jugend“ versprochen wurde. Mit Hilfe des EVZ konnte die Finanzpolizei beim deutschen Veranstalter 30.000 Euro Bargeld beschlagnahmen, das nach dem Urteil des zuständigen Gerichts unter den betroffenen Konsumenten aufgeteilt wurde.
Ein „heißes Eisen“ waren wiederholt die Partnervermittlungsverträge. Das EVZ hat über die Jahre hinweg einerseits die Kooperation mit den Partnervermittlungsagenturen gesucht und es andererseits nicht gescheut, notwendige Meldungen bei der italienischen Wettbewerbsbehörde (AGCM) und auch bei der Staatsanwaltschaft in Bozen vorzunehmen. Aufgrund dieser Interventionen und der intensiven Informationstätigkeit des EVZ ist es gelungen, die Zahl der Beschwerden in diesem Bereich drastisch zu reduzieren.
Ein weiterer Höhepunkt war die Verurteilung von Goldcar Italy wegen unlauterer Geschäftspraktiken zu einer Geldstrafe von 2 Millionen Euro durch die italienische Wettbewerbsbehörde (AGCM) nach einer Meldung des EVZ und der VZS.
Nach einer weiteren Meldung durch das EVZ und die VZS stoppte die Wettbewerbsbehörde vorbeugend die Vermarktung der Kryptowährung „Onecoin“ wegen des Verdachts auf Bestehen eines verbotenen Pyramidensystems. Was das Autovermietungssystem Dexcar anbelangt, das VerbraucherInnen u. a. mit dem Slogan „Nie wieder Geld ausgeben für ein neues Auto!“ lockte, hat die italienische Wettbewerbsbehörde nach einer Intervention des EVZ eine Sicherungsmaßnahme mit dem Zweck erlassen, weitere Werbeaktivitäten vonseiten Dexcars zu untersagen.


Das EVZ in Zahlen

 

1996 eurokons in Bozen
1999 EVZ
2005 Teil im ECC-Net
2006 EVZ-Büros in Rom und Bozen
in 20 Jahren: 61.000 Anfragen/Beratungen


 



Medien-Information
Bozen, 16.01.2017

13.01.2017
13.01.2017

Eröffnung einer weiteren Außenstelle im Passeiertal
Gemeinden des Passeiertals stärken Verbraucherrechte

Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) folgt den zahlreichen Anfragen aus dem Passeiertal und eröffnet eine Außenstelle im Sozialsprengel von St. Leonhard i.P. Ermöglicht wird dies durch die Unterstützung der Gemeinden St. Martin i.P., Moos und St. Leonhard i.P., die damit die Rechte der VerbraucherInnen stärken.

Seit vielen Jahren steigt die Anfrage an Beratungen an die Verbraucherzentrale stetig. Beinahe täglich werden neue gesetzliche Bestimmungen eingeführt oder bestehende abgeändert. Die Folge davon ist eine immer größer werdende Unsicherheit der BürgerInnen in finanziellen und rechtlichen Angelegenheiten. Da KonsumentInnen heute nicht sorgsam genug mit ihren finanziellen Mitteln umgehen können, hilft die VZS den Bürgern dabei, nachhaltige Entscheidungen zu treffen und bestehende Probleme und Diskrepanzen auszuräumen.

Die Tätigkeit der VZS umfasst neben der Verbraucherbildung sowie der Prävention, welche vor allem durch das Verbrauchermobil gewährleistet wird, insbesondere auch die Beratung und außergerichtliche Intervention in individuellen Problemsituationen. So liegt der Lösungsschwerpunkt bestehender Problematiken auf der Schlichtung. „Dies ist ein effizientes, kostengünstiges und faires Mittel um Konflikte außergerichtlich zu lösen“ so der Rechtsberater der VZS, Reinhard Bauer.

Da viele KonsumentInnen den Weg in die Verbraucherzentrale nach Bozen nicht antreten können, ist es von essentieller Bedeutung, Beratung und Intervention auch dezentral, vor Ort, anzubieten, da VerbraucherInnen ansonsten ihre Rechte oftmals nicht wahrnehmen oder gar in noch größere Konfliktsituationen geraten. Das Tätigkeitsfeld der Beratung ist dabei breit gefächert. So werden im Passeiertal künftig Beratungen im gesamten Verbraucherschutz angeboten, unter anderem in den Bereichen Telefonie, Handel und Konsum, Energie, Fernsehgebühr, Finanz, Verträge im Handwerk, Versicherung, Freiberufler und in vielen weiteren Bereichen.

Mit dem 16. Januar 2017 eröffnet die Außenstelle Passeiertal im Sprengel der Gemeinde St. Leonhard i.P. Die Beratungen werden vom Juristen Mag. Reinhard Bauer, Rechtsberater der VZS, angeboten. Die Verbraucher des Passeiertals können die Beratung jeden Montagnachmittag von 15 – 17 Uhr wahrnehmen.

Zu erreichen ist die jüngste Außenstelle der VZS auch telefonisch, zur angegebenen Öffnungszeit, unter 0473/659265. Die Beratung findet beim Gesundheitssprengel der Bezirksgemeinschaft in der Passeirerstraße 3 in St. Leonhard i.P. statt.

Medien-Information
Bozen, 13.01.2017

15.12.2016
15.12.2016

VerbraucherInnen und E-Shops haben Vorteile, wenn sie Online-Schlichtungsverfahren anbieten

Onlineschichter.it hat höchste Lösungsquote


In Wien haben sich Vertreter von Schlichtungsstellen aus dem deutschsprachigen Raum getroffen. Für Südtirol waren der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol, Walther Andreaus und die Schlichterin des ONLINESCHLICHTER.IT, Sara Allegrini anwesend. Das Treffen diente einem ersten Austausch der seit 2016 auf einer neuen, europaweiten Rechtsgrundlage arbeitenden Schlichtungsstellen im Konsumbereich. Dabei gibt es eine enge Zusammenarbeit europäischer Stellen wie der Europäischen Verbraucherzentren, der ODR (Online Dispute Resolutions) Kontaktstellen und eben der Verbraucher-Schlichtungsstellen.

In Südtirol setzt man diesbezüglich besonders auf die Online-Schlichtung nach dem Motto: Wer online einkauft, sollte auch online Probleme lösen können. Ohne genötigt zu werden auf analoge, schwerfällige und kostenträchtige Lösungen zu setzen.

Die Südtiroler Online-Schlichter konnten berichten, dass sie mit 55% positiv beendeten Streitbeilegungsanträgen die höchsten Lösungsquoten in den neuen ODR-Verfahren erzielen. Dies zeigt die Effizienz des Onlineschlichter.it für Verbraucher und Betriebe im internationalen Vergleich. Auch wurde hervorgehoben, dass E-Shops, die mittels einer entsprechenden Onlineschlichtung hohe Servicequalität signalisieren, von den Verbrauchern tatsächlich bevorzugt werden.

Zum nächsten Treffen sollen auch Stellen aus Luxenburg und der Schweiz eingeladen werden.


>>www.onlineschlichter.it



Medien-Information
Bozen, 15.12.2016

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