Heißer Sommer – kühles Wohnen

Zuerst werden sie herbeigesehnt und dann möglichst hinausgesperrt: Sommer und Sonne müssen im Wohnbereich wohldosiert sein, damit sie nicht zur Belastung werden. Ab wie viel Grad die Hitze als unangenehm empfunden wird ist individuell unterschiedlich und hängt stark von der jeweiligen Tätigkeit, der Luftfeuchte und der Luftbewegung (Wind) ab.
In der Regel werden Raumtemperaturen im Bereich von 20 bis 22 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 50 – 60 % als angenehm empfunden. Um diesen Idealzustand auch im Sommer zu halten, muss das Haus richtig gebaut und die Wohnung richtig gekühlt werden. Letzteres bedeutet vor allem, die Hitze erst gar nicht ins Haus zu lassen. Dazu folgende Tipps:

  • Nachts lüften, am besten in der zweiten Nachthälfte, weil es da am kühlsten ist. Möglichst eine ordentlichen Durchzug herstellen!
  • Tagsüber sind Fenster und Türen hingegen konsequent geschlossen zu halten.
  • Unbedingt verhindern, dass die Sonnenstrahlen auf das Fensterglas fallen! Fenster sind von außen zu verschatten (Jalousien, Markisen, Raffstores).
  • Stundenlanges Kochen im Sommer vermeiden, möglichst abends vorkochen, anschließend Nachtkühle in die Küche lassen.
  • Ein Ventilator schafft Linderung, wenn die Luft stickig wird

Hinweis: das Schweizer Konsumentenmagazin Saldo hat 12 Ventilatoren getestet. Kostenlose Teilergebnisse sind unter https://www.test.de/Ventilatoren-Diese-Geraete-machen-ordentlich-Wind-5058132-0/ zu finden.

Generell gilt: Je kleiner der Temperaturunterschied zwischen der Innen- und der Außentemperatur, desto geringer ist die Gefahr von Erkältungen und Kreislaufbeschwerden.


Tipp: Die Temperaturunterschiede zwischen Innenraum und Außenluft sollten nicht mehr als 6 Grad betragen.

„Was gegen die Kälte gut ist, ist auch gegen die Hitze gut“ - Das alte Sprichwort gilt auch für die Wohnung. Schon beim Bau eines Hauses sollte man an zukünftige heiße Sommer denken:

  • Ein gute Wärmedämmung des ganzen Hauses (Außenwand, Dach, ...) hält im Winter die Wärme im Haus, aber auch im Sommer die Hitze draußen.
  • Gute, dichte Fenster, wenn möglich mit Sonnenschutzverglasung (etwas abgetönt).
    Der U-Wert von Fenstern gibt an, wie groß der Wärmedurchlass in beide Richtungen (Winter/Sommer) ist.
    Aber: Die besten Fenster mit der besten Verglasung helfen nicht viel, wenn sie nicht von außen verschattet werden!
  • Gute Wärmedämmung der Wände: Vor allem Leichtbauhäuser heizen sich schnell auf, wenn sie nicht gut wärmegedämmt sind. Bei dünnen Wänden hilft nur eine entsprechende Dämmschicht von außen.
  • Das Passivhaus oder auch KlimaHaus Gold sind ideal, weil die Klimaanlage quasi mitgeliefert wird. Die Lüftungsanlage holt sich die Luft unter der Erde. Da herrschen das ganze Jahr Temperaturen von 12-13 Grad.
  • Beim Bau beachten: Bei gläsernen Südfassaden unbedingt von vornherein eine Verschattung (z.B. Raffstore, Jalousien) einplanen. Die Sonne darf gar nicht erst auf die Scheiben fallen.
  • Durch eine entsprechende Luftdichtheit der Gebäudehülle (siehe Infoblatt Luftdichtheit von Gebäuden) kann dem unkontrollierten Luftaustausch über Ritzen und Fugen und somit auch dem Eindringen sommerlicher Hitze vorgebeugt werden.
  • Hochstämmige Laubbäume vor dem Haus sind ideale Klimaanlagen. Durch die Verdunstung von Wasser über die Blattoberfläche erhöhen sie die Luftfeuchtigkeit, zusammen mit dem Schattenwurf führt dies an heißen Sommertagen zu einer deutlichen Herabsetzung der Temperatur.
  • Auch der Einsatz von Sonnenschutzfolien kann bei der Vermeidung einer Überhitzung behilflich sein.

Klimageräte: ungesunde Stromfresser

Klimageräte sollten nur in Extremfällen zum Einsatz kommen. Sie geraten letzthin immer mehr ins Kreuzfeuer der Kritik. Einerseits wegen ihrer enormen Energiekosten (die sommerlichen Blackouts gehen auf ihre Kosten). Andererseits wegen ihrer negativen gesundheitlichen Auswirkungen. Immer mehr Menschen klagen in klimatisierten Räumen über Infekte der Atemwege und generelles Unwohlsein. Ersteres ist darauf zurückzuführen, dass Klimaanlagen die Luftfeuchtigkeit absenken. Die oberen Luftwege und die Nasenschleimhäute trocknen aus, man bekommt einen rauen Hals und wird infektionsanfälliger. Wenn die Anlage nicht regelmäßig gewartet wird, schleudert sie Bakterien und Viren in die Luft, wodurch sich die Infektionsgefahr noch erhöht. Manche Menschen reagieren allergisch oder haben ständig gereizte Haut, Augen und Schleimhäute, leiden unter Kopfschmerzen, Ermüdung und Konzentrationsstörungen. Letzteres hängt auch mit der ungünstige Ionisierung der Luft durch die Klimaanlage zusammen (Überhang an positiv geladenen Teilchen, die unser Wohlbefinden stören).
Vor dem Kauf eines Klimagerätes sollte man alle anderen Maßnahmen prüfen. Sonst hat man statt kühler Räume nur gesalzene Stromrechnungen und kranke MitarbeiterInnen.
 

Klimageräte im Test

Die Zeitschrift „Konsument“ hat im Juli 2017 die Tests von 12 Klimageräten veröffentlicht. Dabei ist man zum Ergebnis gekommen, dass einteilige Klimageräte (so genannte Monoblockgeräte) im Gebrauch (kaufen, aufstellen, einschalten – fertig) sehr einfach sind, jedoch mehr Strom verbrauchen als zweiteilige Geräte (so genannte Splitgeräte). Die Splitgeräte sind effizienter und benötigen weniger Energie zum Kühlen. Ein generelles Problem der Klimageräte sind die Betriebsgeräusche. Vor allem bei hoch eingestellter Kühlleistung kann der Lärm von Kompressors und Gebläse störend sein. Auch hoher Kühlkomfort ist nicht selbst-verständlich. Die Messgeräte registrierten bei mehreren Mono- und Splitgeräten im Test hohe Luftgeschwindigkeiten, die Nutzer als unangenehme Zugluft empfinden können.

Die Zeitschrift „Il Salvagente“ hat 12 Wandklimageräte (Ausgabe Nr. 24/2012) genauer unter die Lupe genommen. Ein Blick in die Auswertung verrät welches der getesteten Geräte für welches Einsatzgebiet am optimalsten ist und worauf beim Kauf geachtet werden sollte. So z.B. empfiehlt „Il Salvagente“ als Orientierung, den Einsatz von Geräten mit einer Kühlleistung von 9.000 Btu/h (= British Termal Unit Pro Hour) für Räume bis zu 35 Quadratmeter und 12.000 Btu/h für Räume mit 40 Quadratmetern.

Auch „Altroconsumo“ hat Klimageräte getestet und ist zum Ergebnis gekommen, dass Monoblockgeräte Großteils einen hohen Energieverbrauch mit geringer Kühlwirkung mit sich bringen.

Steuerabzug für Klimageräte

Im Zuge von Wiedergewinnungsarbeiten für welche der Steuerabzug im Ausmaß von 50% in Anspruch genommen wird, kann zusätzlich ein Steuerabzug für den energieeffizienten Elektrogeräten in Anspruch genommen werden. Zu diesen Elektrogeräten zählen auch elektrische Ventilatoren und Klimaanlagen.

Seit 01. Jänner 2015 kann um einen 65%igen Steuerabzug für den Einbau von Verschattungselemente, wie z.B. Markisen zur Vermeidung von Überhitzungen an bestehenden Gebäuden angesucht werden.

Weiter Infos zum Steuerabzug im Infoblatt: Förderungen im Baubereich

 

Weitere Infos unter:

www.stiftung-wartentest.de
www.altroconsumo.it

Stand
05/2018

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