Kindersitze

Was sagt das Gesetz?

Kinder zwischen 0 und 12 Jahren, die kleiner sind als 1,50 Meter und weniger als 36 kg wiegen, müssen in einem Kindersitz mitfahren. Der jeweilige Kindersitz muss dem Gewicht und Alter des Kindes angepasst sein und das europäische Siegel ECE R 44/04 tragen (und somit zugelassen sein).

Beim Neukauf sollte ein Modell erstanden werden, welches der letzten Fassung der Verordnung entspricht, d.h. ECE R 44/04. Wer ältere Modelle besitzt, muss darauf achten, dass diese die Kennzahlen ECE R44 tragen. Die Kindersitze mit Siegel ECE R 44/03 und ECE R 44/04 dürfen weiterhin verwendet werden.

Nicht mehr benutzt werden dürfen hingegen Sitze oder Sitzerhöhungen ohne Zulassungssiegel; auch Sitze mit dem Siegel ECE R44/01 und ECE R44/02 dürfen nicht mehr verwendet werden. Für Kindersitze mit anderslautender Zulassung als ECE-R-44 gilt ein generelles Verkaufsverbot.

 

Gruppen von Kindersitzen

Es gibt verschiedenen Gruppen von Sicherheitssitzen und -kissen, wobei für jede dieser Gruppen auch die geeignete Position im Wagen vorgesehen ist:

Gruppe 0: 0 – 10 kg / 0 bis 12 Monate. Der Kindersitz ist auf dem Rücksitz anzubringen und mit dem Sicherheitsgurt des Fahrzeuges zu sichern.

Gruppe 0+: 0 - 13 kg / 0 bis 15 Monate. Dieser Typ von Kindersitz bietet einen höheren Schutz am Kopf und an den Beinen gegenüber dem Typ 0. Dieser Kindersitz kann auch auf den vorderen Beifahrersitz gegen die Fahrtrichtung montiert werden, falls das betreffende Fahrzeug nicht über einen Airbag am Beifahrersitz verfügt oder dieser ausgeschaltet werden kann.

Gruppe 1: 9 – 18 kg / 9 Monate bis 4 Jahre. Sie werden in Fahrtrichtung auf dem Rücksitz montiert und mit dem Sicherheitsgurt des Fahrzeugs befestigt (Dreipunktgurt).

Gruppe 2: 15 – 25 kg / 3 bis 6 Jahre. Hierbei handelt es sich um homologierte Kissen mit Armlehnen, die auf den Rücksitzen in Fahrtrichtung angebracht und mit dem Sicherheitsgurt des Fahrzeugs gesichert werden müssen.

Gruppe 3: 25 – 36 kg / 5 bis 12 Jahre und nur ab 125 cm Körpergröße. Kissen ohne Armlehnen, die an den Rücksitzen anwendbar sind, um die Körpergröße des Kindes beim Sitzen zu erhöhen, damit es den Sicherheitsgurt anschnallen kann. Wenn kein Airbag vorhanden ist, können diese Kissen auch am vorderen Beifahrersitz - in Fahrtrichtung – angebracht werden.

 

Beispiel eines Siegels:


 

  • ECE R 44: Bezugsnorm

  • „Universal“: Diese Aufschrift bezieht sich die Vereinbarkeit des Sitzes mit jedem Automobiltyp, bei „Semi-Universal“ sind einige Typen ausgeschlossen.

  • 15-25 kg: Gewichtsklasse des Kindes, für welche die Vorrichtung konzipiert wurde

  • E1: Internationales Zulassungssiegel
    Die Zahl steht für das Land, welches die Zulassung ausgestellt hat, z.B. 1 Deutschland, 2 Frankreich, 3 Italien, 4 Niederlande, 5 Schweden, usw.

  • 04301027: Zulassungsnummer. Beginnt sie mit „04“ wurde der Kindersitz auf der Grundlage der neuen Verordnung zugelassen.

 

Wie wird der Kindersitz befestigt?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der sog. „3-Punkte-Befestigung“ mit dem Sicherheitsgurt und dem Klicksystem „Isofix“.

Bei Autos, welche ab November 2014 zugelassen worden sind, sind Isofix-Halterungen vorgeschrieben (Ausnahme: Zweisitzer).

Wichtig: nicht jeder Isofix-Sitz passt in jedes Auto mit Isofix, daher am besten vorher überprüfen!

 

Neue Norm „I-Size“

2013 ist die neue I-Size-Prüfnorm in Kraft getreten. Diese Norm gilt in der ersten Umsetzungsphase nur für Isofix Systeme mit eigenen Gurtsystem für Kinder von Geburt bis ca. 3 bis 4 Jahren.Die Kindersitzhersteller haben nun die Möglichkeit, ihre Systeme nach der neuen I-Size Norm nach ECE R 129 zuzulassen.

I-Size wird die ECE Prüfnorm in den nächsten Jahren nicht ersetzen, sondern parallel zu dieser gültig sein. Alle bisherigen Kindersitze (von der Babyschale bis zur einfachen Sitzerhöhung nach ECE 44-03 oder 44-04) dürfen weiter verwendet werden. Und es wird weiterhin Systeme geben, die nach der ECE Norm 44-04 zugelassen werden. Es müssen also weder ein neuer Kindersitz noch ein neues Auto angeschafft werden.

Die ECE 44 Prüfnorm teilt Kinderrückhalteeinrichtungen in verschiedene Gewichtsgruppen ein; dagegen erfolgt bei I-Size die Einteilung nach Alter und Größe des Kindes.

Weiterhin sieht eine Zulassung nach I-Size verbindlich einen Seitencrashtest vor, den es im ECE Prüfverfahren nicht gibt.

Ebenso schreibt die I-Size vor, dass Kinder bis mind. 15 Monate rückwärts gerichtet, befördert werden müssen. Dies ist die folgerichtige Konsequenz aus der Tatsache, dass (im Gegensatz zu skandinavischen Ländern) viele Babys zu früh aus der Babyschale in einen vorwärts gerichteten Kindersitz umgesetzt werden.

I-Size-Sitze sind zwar eigentlich für i-Size-Autos gemacht, passen aber auch in die Isofix-Ösen (daher wird i-Size auch als „Super-Isofix“ bezeichnet).

I-Size ist derzeit nicht verpflichtend, und es sind bis jetzt auch nur wenige Kindersitze dieser Art erhältlich.

 

Achtung: Auch der beste Kindersitz passt nicht in jedes Auto. Es ist ratsam, den Kindersitz VOR dem Kauf im eigenen Auto auszuprobieren!

 

Strafen

Es ist absolut verboten, Kinder zwischen 0 und 12 Jahren, die weniger als 36 kg wiegen und kleiner sind als 1,50 m, ohne Sicherheitsvorrichtungen zu befördern; auch nicht im Arm eines Erwachsenen.

Für die Übertretung wird der Fahrer zur Verantwortung gezogen, bzw. jene Person, der die Beaufsichtigung des Kindes obliegt, wenn zum Zeitpunkt der Fahrt im Auto anwesend.

Es sind Geldstrafen zwischen 70 und 287 Euro, sowie der Abzug von 5 Führerscheinpunkten (10 bei Neulingen) vorgesehen. Bei „Wiederholungstätern“ kann der Führerschein bis zu 2 Monate entzogen werden.

Generell bleibt zu sagen: Die maximale Sicherheit eines mitfahrenden Kindes hat Priorität. Unabhängig von gesetzlichen Vorschriften und möglichen Sanktionen sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, beim Kindersitz den letzten Stand der Technik zu wählen und für die optimale Positionierung im Fahrzeug zu sorgen.

 

Stand
02-2017

like-512_0.png

print-2.png

Top