Schluss mit den chemisch-synthetischen Pestiziden

Eine Wanderung rund um den Kalterersee am Sonntag, den 13. Mai 2018, unter dem Motto: “Schluss mit den chemisch-synthetischen Pestiziden“

 

Trentino-Südtirol hält den traurigen Rekord, die Region mit dem größten Pestizidverbrauch pro Hektar zu sein: 47 kg, mehr als 6 mal so viel wie der nationale Mittelwert (ISTAT-Daten bezogen auf 2015). Dieser Rekord hängt hauptsächlich mit der Monokultur beim Apfelanbau zusammen, hier wird hauptsächlich der wirtschaftliche Aspekt betrachtet, nicht aber auf die externalen Kosten geachtet, welche die Gemeinschaft tragen muß: diese betreffen die Schäden an der menschlichen Gesundheit (die meisten Pestizide sind Nervengifte), das Verschwinden der Biodiversität, das Sterben der Bienen, die Verschmutzung der Wasserläufe (20 Flüsse des Trentino sind laut Wasserschutz- Plan von 2015 mit Pestiziden belastet), die Luftverschmutzung und das Auslaugen der Böden sowie die Landschaftsverunstaltung, mit Auswirkungen auf die Lebensqualität und den Tourismus.

Laut Daten der Weltgesundheitsorganisation verursachen Pestizide jährlich weltweit etwa 200.000 Tote.
(Auch in der Studie der UNO  “Report of the Special Rapporteru on the right to food” vom März 2017 wird diese Ziffer angeführt). Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit enthalten 45% der von uns verbrauchten Lebensmittel Spuren von Pestiziden.
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass diese chemischen Substanzen die Entstehung von unterschiedlichen
Krebserkrankungen verursachen sowie das endokrine System verändern und somit die damit verbundenen Pathologien fördern können. Menschen, die in Gebieten leben und arbeiten, wo intensive Landwirtschaft betrieben wird, mit dem für die Monokulturen typischen Einsatz von Chemikalien, sind am meisten betroffen, vor allem schwangere Frauen und Kinder.

Alternativ zu diesem Modell – betont der WWF Bozen - unterstützen wir landwirtschaftliche Formen, wie die biologische/biodynamische Landwirtschaft, die Entstehung von Bioregionen und die kurzen Produktionsketten, die in diesen letzten Jahren bewiesen haben, dass der Schutz der Gesundheit und Umwelt mit der Herstellung gesunder Lebensmittel und Schaffung von Arbeitsplätzen vereinbar ist, wodurch auch die Vielfalt der lokalen Erzeugnisse gefördert und die Gesundheit der Bevölkerung geschützt wird. Wir möchten Anregungen und Denk-Anstöße für ein ausgeglichenes Miteinander von nachhaltiger Entwicklung und gleichzeitiger Wertschöpfung unter Einbezug aller daran Beteiligten geben.

WWF Bozen, Legambiente Bozen und der Heimatpflegeverband Südtirol, mit Unterstützung von Vereinen und Organisationen (Agricultura Trentino, Ambiente e salute Bozen, Arbeitsgemeinschaft Lebenswertes Unterland, Comitato per il Diritto alla Salute in Val di Non, Dachverband für Natur und Umweltschutz, GASlein Gruppo di Acquisto Solidale von Meran,  Initiativgruppe Unterland, Italia Nostra Bozen,  PAN Italia, Promotorenkomitee für eine pestizidfreie Gemeinde Mals, Umweltschutzgruppe Vinschgau und Verbraucherzentrale Südtirol) organisierent deshalb am Sonntag, den 13. Mai 2018 eine Wanderung “Stop Pestizide” um den Kalterersee, in interregionaler Zusammenarbeit mit den Wanderungen von Cison-Follina (TV) und San Pietro Valpolicella (VR), wo zwei weitere “Zwillingsveranstaltungen” stattfinden.

Die mitwirkenden Gruppen fordern von der EUROPÄISCHEN KOMMISSION , die kürzlich für weitere fünf Jahre erteilte Genehmigung für den Gebrauch von Glyphosat zu überdenken, sowie die Verfahren zur Bewilligung von Pestiziden zu überarbeiten und gemeinsame Ziele auf EU Ebene zur verbindlichen Verminderung des Einsatzes von Pestiziden festzulegen.

Wir verlangen von der REGIERUNG, den REGIONEN, PROVINZEN und GEMEINDEN :

  • dass sie das Vorsorgeprinzip einsetzen und die Anwendung von chemisch-synthetischen Pestiziden;
  • verbieten, in dem sie Kontrollen und Strafen vorsehen, beginnend mit dem permanenten Verbot der Substanzen, die Ausnahmeregelungen unterliegen;
  • dass die Förderungen an die intensive Landwirtschaft und die Monokulturen eingestellt werden;
  • dass sie die biologische/biodynamische Landwirtschaft sowie die Gründung von Bioregionen unterstützen, im Einklang mit der biologischen Vielfalt und den typischen lokalen Traditionen.

Die Wanderung am 13. Mai 2018 startet bei den Parkplätzen am Nord-West Eck des Kalterersees um 10.15 Uhr und wird nach der Umrundung des Sees gegen den Uhrzeigersinn (7,4 km) um ca. 13 Uhr  wieder beim Ausgangspunkt beendet.
Zum Abschluss werden die veranstaltenden Organisationen kurze Stellungnahmen abgeben.

 

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