Südtiroler Volksbank: Landesgericht Bozen ordnet erneut Auszahlung an die ehemaligen Mitglieder an

VZS: täglich Beschwerden erboster Bankkunden wegen Unverkäuflichkeit und Wert der Volksbank-Aktien


Hundert Gesellschafter, die nach Umwandlung der Bank in eine Aktiengesellschaft von ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht haben, ist es im Beistand von RA Prof. Massimo Cerniglia, dem rechtlichen Berater der VZS (Verbraucherzentrale Südtirol) gelungen, im gerichtlichen Verfahren für jede einzelne Aktie einen höheren Preis zu erhalten als der von der Bank festgelegte.
Das Kreditinstitut hat jedoch gegen diese Festlegung vor dem Landesgericht Bozen erneut Rechtsmittel eingelegt.

RA Prof. Cerniglia hatte im Verlauf des Verfahrens für die zurückgetretenen Mitglieder einen gerichtlichen Beschluss für die unbestrittenen Beträge gefordert und das bedeutet, eine Verurteilung zur Zahlung von 12,10 € pro Aktie. Diese Forderung wurde vom Gericht umfänglich übernommen.
Die Bank beugte sich diesem Urteil jedoch nicht und forderte von Richter Mussner den Widerruf oder zumindest die Aussetzung der Verurteilung zur Zahlung.

Mit einer beispielhaften Entscheidung hat nun Richter Dr. Mussner am 3. Jänner den Antrag der Bank abgewiesen, mit der Begründung, dass die ausstehende Ermächtigung der Zentralbank zur Bezahlung der Aktien, „weder das Zivilurteil, noch die eventuell daraus folgende Vollstreckung beeinflussen kann“.

Der Richter hat dann bekräftigt, dass es Aufgabe des Kreditinstituts gewesen wäre, bei der Banca d'Italia um die Bezahlung der Aktien anzusuchen. Dies hat die Bank nicht zum richtigen Zeitpunkt getan, sodass die als Hinderungsgrund angeführte Situation der Bank selbst anzulasten ist, die nun zur umgehenden Zahlung verpflichtet ist.

Nach Ansicht von Walter Andreaus, dem VZS-Geschäftsführer, kann der rechtliche Vertreter der ehemaligen Gesellschafter, RA Prof. Massimo Cerniglia, bei der Bank pfänden, wenn diese nicht umgehend bezahlt, wobei die Pfändung, falls erforderlich, auch den Sessel des Präsidenten der Volksbank einschließen kann.


Aktienverkäufe und Beschwerden

Auf der Handelsplattform HIMTF für Volksbank-Aktien stehen derzeit fast 950.000 Aktien zu einem Preis von 11,90 Euro zum Verkauf. Im letzten Monat wurden knapp über 15.000 Aktien verkauft. Mit diesem Rhythmus dauert es über 5 Jahre um sich seiner Volksbank-Aktien zu entledigen.
Die Aktien der Volksbank haben seit der letzten Kapitalerhöhung von Ende 2015 mehr als 38% des Wertes verloren (von 19,20 Euro/Aktie auf 11,90 Euro/Aktie), wobei auch zum reduzierten Wert nur geringe Verkäufe getätigt werden.
Bei der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) gehen täglich unvermindert Beschwerden von Aktionären über den niedrigen Aktienpreis und die Unverkäuflichkeit des illiquiden Wertpapiers ein. Die Volksbank-Kunden sind über das verhalten der Bank sowohl anlässlich des Aktienkaufs wie bei der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft erbost.

Link zur Erklärung des Volksbankpräsidenten im TGR vom 27.11.2016 anlässlich der außerordentlichen Mitgliederversammlung, welche die Umwandlung der Bank in eine Aktiengesellschaft beschloss: www.youtube.com/watch?v=vshFbQKlAzQ.

 

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