Verbrauchertelegramm Dezember 2004

Mitteilungsblatt der Verbraucherzentrale Südtirol

 

Vergleich Wohnbaudarlehen

Der Anstieg der Rohölpreise hat bisher kaum Auswirkungen auf die Sollzinsen gehabt. Seit der letzten Erhebung im Mai 2004 stellt die VZS nur einen geringen Anstieg von 0,04% für Euribor drei Monate, und ca. 0,1% für die Fälligkeit sechs Monate fest. Demgegenüber ist eine deutliche Verringerung der Zinsen für Darlehen mit langen Laufzeiten zu verzeichnen (IRS) von O,40% - 0,80 %. Das bedeutet, dass der Markt eine deutliche Verringerung der Ölpreise für mittel- bis langfristige Laufzeiten verspürt, mit entsprechender Zinssenkung. Die Vergleichstabellen liegen bei der VZS, bei ihren Außenstellen und beim Verbrauchermobil auf und sind auf der Homepage der VZS nachzulesen.

 

Telefonrechnung mit 709X Nummern

Mit einem Musterbrief für die Beschwerde gegen Telecom Italia hat die VZS auf die erste Verurteilung von Telefongesellschaften reagiert, die ihren Kunden Beträge 709X-, 809X- und 899X-Nummern verrechnet haben. All jenen Südtiroler Telefonkunden, welche auf ihrer Telefonrechnung Beträge finden, die auf 709X oder 899X-Nummern zurückgehen, empfiehlt die Verbraucherzentrale diese Beträge nicht zu bezahlen, sondern andere Schritte zu setzen. Genaue Anleitungen auf der Homepage der VZS.

 

Krebsauslöser im Peperoncinoöl

Damit Peperoncino, der grün geerntet wird, trotzdem rot leuchtet, wird ihm das synthetisch hergestellte "Sudanrot" als Farbstoff zugesetzt. Sudanrot dient normalerweise zum Färben von Dieseltreibstoff oder Schuhcreme. Der Farbstoff ist hoch kanzerogen und erbgutverändernd. Die Europäische Kommission hatte bereits 2003 Importbeschränkungen erlassen. Dennoch geht der Handel mit Sudanrot weiter. Tonnen von Nudeln, Sughi, Salami und anderen mit Peperoncino gewürzten Produkten auf dem italienischen Markt sind mit Sudanrot "verseucht". Die VZS fordert die zuständigen Landesstellen auf, endlich härter durchzugreifen. Alle verdächtigen Produkte sind einer Analyse zu unterziehen und bei Bestätigung des Verdachtes sofort vom Markt zu nehmen, so wie es in anderen europäischen Ländern bereits passiert ist. Außerdem sind die verseuchten Produkte öffentlich zu nennen, damit sich die KonsumentInnen entsprechend schützen können. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft bereits einige diesbezüglichen Lebensmittelprodukte beschlagnahmt.

 

Keine Rücksicht auf Verluste

Banken und Finanzvermittler denken nur ans Anlegen, aber bei der Geldanlage ist Ausstieg mindestens genauso wichtig. Etwa eine Milliarde Euro dürften die Südtiroler SparerInnen seit 1984 bei Geldanlagen verloren haben. Banken und private Finanzvermittler empfehlen ihre Kunden zwar in Investitionsgeschäfte hinein, versäumen dann aber den richtigen Moment, aus den Investitionen wieder auszusteigen. Auf diese Weise entgehen den Anlegern im besten Fall Gewinne, im schlechtesten müssen sie Verluste hinnehmen. Die VZS kritisiert, dass die Banken ihren Kunden nicht auch zu einem guten Ausstieg raten, wenn sie ihnen schon Produkte verkaufen, die so gut nicht sind, wie sie angepriesen werden.

 

Parlamentarische Anfrage und Gesetzesinitiative

Die Initiative der Verbraucherzentrale Südtirol über die so genannten "schlafenden Konten" hat Senator Oskar Peterlini aufgegriffen und eine Anfrage an die Regierung in Rom eingereicht. Danach sollen die Gemeinden künftig in den Genuss jener Privatvermögen gelangen, welche von ihren Besitzern und deren Erben auf Konten, Sparbüchern und Wertpapierdepots vergessen wurden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf Peterlinis ist in Vorbereitung.

 

Zinseszinsen

Historischer Sieg für die Konsumenten. Der Kassationsgerichtshof - vereinigte Senate - hat mit dem Urteil Nr.21095/2004, die endgültige Rechtswidrigkeit des von den Banken praktizierten Anatozismus bestätigt. Die Banken haben bis April 2000 den Kontoinhabern die Aktivzinsen nur einmal im Jahr gutgeschrieben, während sie die Passivzinsen trimestral abkassierten. Das durch das Kassationsgericht gefällte Urteil lässt keine Zweifel: Die Banken müssen die Zinseszinsen zurückerstatten. Zur geregelten Abwicklung der Rückzahlungen hat die VZS die Banken aufgefordert, innerhalb von 15 Tagen aktiv zu werden um gemeinsam mit den Konsumentenschützern ein Schlichtungsabkommen zu treffen.
 

Homepage des Monats

Spontane Einkaufsgruppen mit ethisch-ökologischer Ausrichtung - klingt kompliziert, ist es aber nicht: www.retegas.org.