Wintergärten in Südtirol

Energieeinsparung durch einen Wintergarten

Wintergärten müssen aus energetischer Sicht vorsichtig beurteilt werden, denn durch eine falsche Planung oder Nutzung können Wintergärten sogar zu einem erhöhten Energieverbrauch führen. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn der Wintergarten über die geöffnete Tür des Wohnraumes mit beheizt wird.

Es sei also an dieser Stelle vermerkt, dass nur ein unbeheizter Wintergarten zur Energieeinsparung beitragen kann.

Prinzipiell reduziert ein Wintergarten durch sein Vorhandensein die Transmissionswärmeverluste des Gebäudes. Durch die passive Sonnenenergienutzung können außerdem die Lüftungswärmeverluste des Gebäudes durch die Verwendung der vorgewärmten Luft reduziert werden.

Die Einsparung ist hierbei umso größer, je höher die Temperatur des Wintergartens über der Außenlufttemperatur liegt.

Gleichzeitig ist jedoch zu bedenken, dass durch einen Wintergarten die solaren Wärmegewinne der Fenster des dahinter liegenden Gebäudeteils gesenkt werden.

Die Energieeinsparungen, welche durch einen Wintergarten erzielt werden können, hängen stark von der energetischen Qualität des Gebäudes ab. Bei einem Niedrigenergiehaus halten sich die Einsparungen durch die geringen Verluste der Gebäudehülle und die gleichzeitig stark sinkenden solaren Gewinne der Fenster in Grenzen.

Bei bestehenden Gebäuden, welche keiner energetischen Sanierung unterzogen wurden, sind die Energieeinsparungen etwas höher.

Vor der Realisierung eines Wintergartens sollte gut durchdacht werden, ob die Kosten, welche meist nicht unerheblich sind, auch wirklich in Relation zur Energieeinsparung stehen.

In zahlreichen Fällen stellen sind die Wärmedämmmaßnahmen auf den Außenwänden eine wirtschaftlichere Investition dar.
 

Keine Baumasse

Ein Wintergarten gilt im Sinne des Landesraumordnungsgesetzes als Maßnahme zur Einschränkung des Energieverbrauches. Werden die vom Zivilgesetzbuch vorgeschriebenen Abstände eingehalten, so wird die Fläche des Wintergartens nicht zur Berechnung der Baumasse herangezogen. Außerdem muss der Wintergarten verschiedene technische Voraussetzungen erfüllen.
 

Technische Voraussetzungen

Damit der Wintergarten nicht zur Baumassenberechnung herangezogen wird, muss er an einem Gebäude errichtet werden, welches am 12.01.2005 bereits vorhanden war.
Weiters muss der Wintergarten zur passiven Sonnenenergienutzung nach Süden ausgerichtet sein (zulässige Abweichungstoleraz 60 Grad).
Außerdem muss die dahinter liegende Außenwand eine ausreichende Masse hinsichtlich der Wärmespeicherkapazität besitzen. Die dahinter liegenden Räume müssen thermisch abgetrennt sein. Der Abstand zwischen der Gebäudeaußenwand und der Verglasung darf nicht größer als 3,5 Meter sein. Die Wärmeabfuhr ins Gebäudeinnere muss auf jeden Fall sichergestellt sein.
Zudem darf der Wintergarten mit keiner Heizanlage ausgestattet werden und die Bruttofläche darf max. 8% der Bruttogeschossfläche des jeweils betroffenen materiellen Anteils betragen.

Die Bruttofläche des Wintergartens darf jedoch in jedem Fall 9 m² und in keinem Fall mehr als 30 m² betragen.

Weiters müssen alle Bauteile des Wintergartens ausreichend wärmegedämmt sein und folgende Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) einhalten:

Rahmenbauteile Uf ≦ 2,0 W/m²K
Verglasungen Ug ≦ 1,1 W/m²K

Außerdem darf der Flächenanteil der Verglasung 70% der Fassadenfläche des Wintergartens nicht unterschreiten.

Stand
09/2016

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