Schadstoffe in Wohnräumen

Nicht alles, was gut aussieht, tut auch gut – manche Möbelstücke, Dekorationsgegenstände oder Bodenbeläge können bedenklich für die Gesundheit sein. Man ist sich meistens nicht bewusst, wie ungesund eine erhöhte Schadstoffbelastung in den Innenräumen sein kann.
 

Schadstoffbelastungen machen krank!

Die Krankheitsbilder, die mit einer zu hohen Schadstoffbelastung in Wohnräumen zusammenhängen, reichen von Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Nervosität über Allergien bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen.
Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf die Raumluftbelastungen. Sehr sensibel sind vor allem ältere Menschen und Kinder.
Die Beschwerden hängen stark von der Art des Schadstoffes, dessen Intensität und der Dauer der Exposition ab. Oft ist es die Kombination verschiedener Schadstoffe, die zum Gesundheitsrisiko wird.
 

Was tun bei einer zu hohen Schadstoffkonzentration?

Die schnellste und einfachste Maßnahme, um zu hohe Schadstoffkonzentrationen zu reduzieren, ist ausreichendes Lüften. Durch so genanntes "Stoßlüften" wird die gesamte Raumluft in kurzer Zeit ausgetauscht. Das Lüften ist aber nur eine vorübergehende Maßnahme. Um das Problem der Schadstoffbelastung in Innenräumen dauerhaft zu beseitigen, muss die Quelle für die hohen Konzentrationen ausfindig gemacht und entfernt werden.
 

Mögliche Schadstoffquellen

  • Baumaterialien
  • Bodenbeläge
  • Wandanstriche
  • Lacke & Co.
  • Möbel


Prinzipiell können überall Schadstoffe enthalten sein. Ältere Materialien und Gegenstände sind sehr kritisch zu betrachten, da früher oft Inhaltsstoffe verwendet wurden, die sich erst später als gesundheitsschädigend herausgestellt haben.
 

Baumaterialien

Bei sämtlichen Baustoffen sollte stets darauf geachtet werden, dass sie keine schädlichen Stoffe enthalten. Bei Produkten, die aus nicht EU-Ländern stammen, ist zudem äußerste Aufmerksamkeit geboten, weil vielfach Inhaltsstoffe oder auch Bearbeitungsmethoden (wie z.B. Einsatz von Pestiziden) zugelassen sind, die bei uns schon seit Jahren verboten sind.
 

Bodenbeläge

Besonders bei älteren Bodenbelegen ist Vorsicht geboten: sie enthalten oft gesundheitsschädigende Stoffe. So enthalten einige Kleber (dunkel) welche bei der Verlegung alter Parkettböden verwendet wurden, höchst bedenkliche Substanzen. Bei einer Neuanschaffung sollte stets darauf geachtet werden, dass schadstoffarme, d.h. lösemittelarme bzw. lösemittelfreie Kleber verwendet werden oder dass die Bodenbeläge lose oder mit doppelseitigem Klebeband fixiert werden.
Teppichböden (auch Naturfasern) werden vielfach mit chemischen Mitteln gegen Motten oder Feuer behandelt. Diese Mittel können später oft die Ursache für eine Schadstoffbelastung darstellen. Aus gesundheitlicher Sicht sollte der Teppichrücken aus Jute, Polypropylen oder Naturlatex bestehen.
Auch bei den Parkett- und Laminatböden sollte stets darauf geachtet werden, dass sie formaldehydarm sind. Durch die Versiegelung der Böden wird das Ausgasen von Formaldehyd unterbunden. Vorsicht bei abgenutzten oder beschädigten Versiegelungen: da kann das Formaldehyd wieder ausgasen.
 

Wandanstriche

Verwenden Sie nur schadstoffarme Wandfarben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht alle Produkte Volldeklarationen enthalten (lt. Gesetz nicht Pflicht!).
 

Lacke & Co.

Vorsicht ist bei Begriffen wie „Bio“, „Natur“ oder ähnlichen geboten, denn diese geben keine Auskunft über die Inhaltsstoffe der Produkte. Prinzipiell sollte lösemittelarme bzw. lösemittelfreie Lacke und Lasuren verwendet werden. Außerdem sollte während und nach jedem Anstrich ausreichend gelüftet werden.
 

Möbel

Fragen sie sich beim Kauf von Möbeln nach den Inhaltsstoffen und Behandlungsmethoden. Bestehen Sie auf schriftlichen Zertifikaten! Bestehen Sie auf schriftlichen Zertifikaten!
 

Den Schadstoffen auf der Spur

Der sicherste Weg, um den Schadstoffemittenten in einem Wohnraum zu finden, ist eine Raumluftmessung.

Schadstoffmessungen werden vom Labor für Luft- und Lärmanalysen durchgeführt (Tel.: 0471-417160)


Aber auch private Firmen und Dienstleister, wie z.B. Baubiologen oder Bauberater bieten vielfach solche Schadstoffmessungen an.
 

Schimmelpilz

Die Bildung von Schimmelpilz in Innenräumen ist ein häufig auftretendes Problem. Die Ursache für den Schimmelpilzbefall ist meistens in der Baukonstruktion zu finden; Gründe sind Wärmebrücken wie Balkone oder unzureichend wärmegedämmte Bauteile. Der Grund für die Schimmelpilzbildung muss auf jeden Fall behoben werden, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Oft ist die Schimmelbildung auch auf ein falsches Lüft- und Heizverhalten der Bewohner zurückzuführen.
 

Unser Tipp:

Bei der Neuanschaffung von Produkten sollten sie sich eine schriftliche Bestätigung des Herstellers über die gesundheitliche Unbedenklichkeit geben lassen. Nur damit können sie sich gegen unnötig hohe Schadstoffbelastungen in ihren eigenen vier Wänden schützen.
 

Achtung:


Verlangt der Bauherr eine Ausführung der Arbeiten, die als nicht fachgerecht gewertet wird, können bei Auftreten von Mängeln die Gewährleistungsrechte nicht mehr geltend gemacht werden. Sollte z.B. der Kunde eine lose Verlegung des Teppichbodens verlangen, kann bei Auftreten eines Materialmangels der Verkäufer unter Umständen jegliche Haftung aus der Gewährleistung wegen unsachgemäßer Verlegung ablehnen.

Weitere Informationen:
www.institut-beb.de/baubiologie-gesund-bauen-wohnen-leben/schadstoffmessung-in-innenraeumen/

www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=12546&gartnr=91&bernr=01

Stand
09/2018

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