Wärmedämmstoffe im Überblick

Dämmstoffe dienen dazu Bauteile, wie Außenwände, Dach, Decken gegen zu hohe Wärmeverluste zu schützen.

Wärmedämmstoffe sind Materialien, welche durch ihre Beschaffenheit, eine Vielzahl verschiedener Merkmale aufweisen. In erster Linie bieten sie Schutz vor Kälte, Hitze und Lärm. Auch ihre Dampfdiffusion, Wasserbeständigkeit und Umweltfreundlichkeit und nicht zuletzt der Preis sind wichtige Faktoren, welche bei der Entscheidungsfindung eine Rolle spielen.

Den idealen Wärmedämmstoff für alle Einsatzgebiete gibt es nicht!

Es muss von Fall zu Fall abgewogen werden, welcher Dämmstoff für das jeweiligen Einsatzgebiet die besten Voraussetzungen mit sich bringt.

Die nachstehende Informationen können dabei behilflich sein:

Natürliche Dämmstoffe

Altpapierdämmplatte, Altpapierschnitzel, Altpapierpellets (Zellulose)
Kurzbeschreibung: Dämmplatten oder Pellets aus verwobenen Altpapierschnitzeln bzw. lose Altpapierschnitzel
λ-Wert: 0,037 – 0,07 W/mK
Haupteinsatzgebiet: bei Holzbauweise zwischen den Ständern, als Zwischensparrendämmung des Daches, als Hohlraumdämmung

Baumwollematten bzw. Baumwolle lose
Kurzbeschreibung: Dämmstoff vorwiegend aus Baumwolle
λ-Wert: 0,04 – 0,045 W/mK
Haupteinsatzgebiet: bei Holzbauweise zwischen den Ständern, als Zwischensparrendämmung des Daches

Flachsmatten
Kurzbeschreibung: Dämmstoff vorwiegend aus Flachs
λ-Wert: 0,037 – 0,04 W/mK
Haupteinsatzgebiet: bei Holzbauweise zwischen den Ständern, als Zwischensparrendämmung des Daches

Hanfmatten
Kurzbeschreibung: Dämmstoff vorwiegend aus Hanf
λ-Wert: 0,042 – 0,046 W/mK
Haupteinsatzgebiet: bei Holzbauweise zwischen den Ständern, als Zwischensparrendämmung des Daches

Holzfaserdämmplatten
Kurzbeschreibung: Dämmstoff vorwiegend aus Holzfasern; er eignet sich gut für den kombinierten Schutz gegen Kälte und Hitze
λ-Wert: 0,036 – 0,051 W/mK
Haupteinsatzgebiet: bei Holzbauweise zwischen den Ständern, als Zwischen- bzw. Aufsparrendämmung des Daches, als Außenwanddämmung (auch direkt verputzbar)

Kalziumsilikat - Innendämmplatte
Kurzbeschreibung: Dämmplatten aus hochporösem natürlichen Material
λ-Wert: 0,05 – 0,07 W/mK
Haupteinsatzgebiet: als Wärmedämmung der Innenseite der Außenwand

Korkplatten expandiert (dunkel), Naturkork, Korkschrot
Kurzbeschreibung: Dämmstoff vorwiegend aus Kork (Rinde der Korkeiche)
λ-Wert: 0,036 – 0,055 W/mK
Haupteinsatzgebiet: als Außenwanddämmung, als Hohlraumdämmung

Mineralschaumplatte (expandierte Kalkplatte)
Kurzbeschreibung: Dämmstoff aus rein mineralischen Stoffen
λ-Wert: 0,042 – 0,05 W/mK
Haupteinsatzgebiet: als Außenwanddämmung

Perlite (Bläh-Perlite)
Kurzbeschreibung: Dämmstoff vorwiegend aus natürlichem Vulkangestein
λ-Wert: 0,044 – 0,07 W/mK
Haupteinsatzgebiet: als Hohlraumdämmung

Schafwolle
Kurzbeschreibung: Dämmstoff vorwiegend aus Schafwolle
λ-Wert: 0,039 – 0,046 W/mK
Haupteinsatzgebiet: bei Holzbauweise zwischen den Ständern, als Zwischensparrendämmung des Daches
 

Synthetische (künstliche) Dämmstoffe


Mineralwolle (Glaswolle / Steinwolle)
Kurzbeschreibung: Dämmstoff bestehend aus Altglas und den Grundstoffen der Glasindustrie wie Quarzsand, Soda und Kalkstein
λ-Wert: 0,033 – 0,045 W/mK
Haupteinsatzgebiet: bei Holzbauweise zwischen den Ständern, als Zwischensparrendämmung des Daches, als Außenwanddämmung

Polystyrol expandiert (EPS)
Kurzbeschreibung: Dämmstoff vorwiegend aus Styrol (Erdölprodukt)
λ-Wert: 0,032 – 0,045 W/mK
Haupteinsatzgebiet: als Außenwanddämmung, als Deckendämmung

Polystyrol extrudiert (XPS)
Kurzbeschreibung: Dämmstoff vorwiegend aus Styrol (Erdölprodukt)
λ-Wert: 0,032 – 0,041 W/mK
Haupteinsatzgebiet: im Bereich von feuchtigkeitsempfindlichen Gebäudeteilen, wie Terrassen, Flachdächer, erdanliegende Wände

Polyurethan-Hartschaum (PUR)
Kurzbeschreibung: Dämmstoff vorwiegend aus Erdöl
λ-Wert: 0,025 – 0,04 W/mK
Haupteinsatzgebiet: bei Flachdächern und Kellerwänden

Schaumglas
Kurzbeschreibung: Dämmstoff bestehend aus aufgeschäumten Silikaten; dampf- und wasserdicht
λ-Wert: 0,04 – 0,05 W/mK
Haupteinsatzgebiet: im Bereich von feuchtigkeitsempfindlichen Gebäudeteilen, wie Terrassen, Flachdächer, erdanliegende Wände

Vakuumdämmung
Kurzbeschreibung: hochwärmedämmende Platten, die beider geringen Stärke extrem hohe Wärmedämmeigenschaften aufweisen
λ-Wert: 0,0042 W/mK
Haupteinsatzgebiet: n Spezialbereichen
 

Wichtige Kennzahlen

Die Wärmeleitfähigkeit, also der winterliche Wärmeschutz des Wärmedämmstoffes, sowie der anderen Baumaterialien, wird über den λ-Wert definiert.

Der Wärmeverlust über das gesamte Bauteil wird über den U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) bestimmt.

Die Wasserdampfdiffusion wird hingegen über die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl (µ-Wert) definiert.

µ-Wert Einstufung
bis 10 Sehr hohe Diffusionsoffenheit
10 - 50 Mittlere Diffusionsoffenheit
50 - 500 Eingeschränkte Diffusionsoffenheit
Unendlich keine Diffusionsoffenheit = Dampfsperre

Beim Hitzeschutz wird es schon etwas komplizierter, denn hierbei zählt nicht nur der Wärmedämmstoff, sondern der gesamte Aufbau inkl. Durchdringungen, wie z.B. ein Fenster.

Prinzipiell gilt: durch die Verringerung der Temperaturspitzen, sowie eine entsprechende zeitliche Verschiebung, wird ein angemessener sommerliche Hitzeschutz gewährleistet.

Ein Dach sollte beispielsweise eine Amplitudendämpfung (Reduzierung der Temperatur-spitzen) von mindestens 90%, sowie eine Phasenverschiebung (zeitliche Verschiebung) von mindestens 9 Stunden aufweisen.
Diese Werte werden über die Wärmeleitfähigkeit der eingesetzten Materialien, deren Dichte und deren spezifische Wärmekapazität ermittelt.

Die genannten Kennzahlen variieren von Material zu Material und sollten daher jeweils beim Handwerker oder direkt beim Hersteller angefragt werden.

Bauteile, wie Außenwände und Dächer die neu gebaut oder einer energetischen  Sanierung unterzogen werden und einer direkten, solaren Exposition ausgesetzt sind, sowie einen U-Wert von ≥ 0,20 W/m²K aufweisen, müssen eine Phasenverschiebung von mindestens 9 Stunden aufweisen. Davon betroffen sind alle Gebäude die weniger als 4.000 Heizgradtage aufweisen.

Bauteile, die neu errichtet werden, die bei gänzlicher oder teilweiser Renovierung, bei außerordentlicher Instandhaltung der Gebäudehülle und bei der Erweiterung von bestehenden Gebäuden von einem Eingriff betroffen sind, müssen die Grenzwerte für Wärmedurchgangkoeffizienten (kurz U-Wert) erfüllen.

Mindest-U-Werte in W/m²K
Gebäude in der Klimazone E
Opake vertikale Bauteile nach Außen: 0,34
Opake horizontale/geneigte Bauteile: Dach: 0,30
Opake horizontale/geneigte Bauteile: Decken: 0,33
Verglasungen: 1,7
Gesamt-U-Wert des Fensters: 2,2

Gebäude in der Klimazone F
Opake vertikale Bauteile nach Außen: 0,33
Opake horizontale/geneigte Bauteile: Dach: 0,29
Opake horizontale/geneigte Bauteile: Decken: 0,32
Verglasung: 1,3
Gesamt-U-Wert des Fensters: 2,0

Begriffsbeschreibung

λ-Wert (Wärmeleitzahl): gibt Aufschluss darüber, welche Wärmemenge in Watt (W) durch eine Schicht eines Stoffes mit einer Dicke von 1 Meter in einer Stunde hindurchgeht, wenn die Fläche 1 Quadratmeter und der Temperaturunterschied 1 Kelvin (= 1°C) beträgt. Desto kleiner der Wert, desto besser, denn es wird weniger Energie weitergeleitet. Einheit: W/mK

U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient): gibt Auskunft darüber, wie viel Wärmemenge in Watt durch ein Bauteil einer bestimmten Dicke und einer Größe von einem Quadratmeter, bei einem Temperatur-unterschied von 1 Kelvin (entspricht 1°C) verloren geht. Desto kleiner der Wert, desto weniger Energie geht verloren. Einheit: W/m²K

µ-Wert (Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl): gibt an wie viel Widerstand das Material einer Luftschicht von 1 Meter entgegensetzt. Ein µ-Wert von 1 bedeutet, dass das Material Dampf genau so gut wie Luft durchlässt. Ein µ-Wert von 5 bedeutet, dass der Widerstand der Dampfdiffusion fünf Mal so groß ist wie bei Luft.
 

Tipps zum Nachschlagen

Eine detaillierte Broschüre über die Wärmedämmung an Gebäuden kann von der Internetseite http://umwelt.provinz.bz.it/publikationen.asp?publ_page=5 heruntergeladen werden bzw. ist direkt im Amt für Energieeinsparung erhältlich.

Stand
10/2017

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