Förderungen im Baubereich in Südtirol

Die verschiedenen Förderungen im Baubereich lassen sich in folgende Kategorien unterteilen:

  • Landesförderungen für Energiesparmaßnahmen und den Einsatz erneuerbarer Energiequellen
  • Landesförderungen für den Bau, Sanierung oder Kauf von Erstwohnungen (Wohnbauförderung)
  • Steuerabzüge (50%, 36%, 60%) für Gebäudesanierungen
  • Steuerabzüge (50%, 65%, 75%) für energetische Sanierungsarbeiten
  • Superbonus (110% - 65% Steuerabzug)
  • staatliche Förderung Wärmekonto "Conto termico"

Landesförderung für Energiesparmaßnahmen und den Einsatz erneuerbarer Energiequellen

Für folgende Maßnahmen wird ein Landesbeitrag vergeben:

  • Wärmedämmung von Dächern, Außenmauern, obersten und untersten Geschossdecken, Terrassen und Lauben an bestehenden Gebäuden Voraussetzungen: Baukonzession vor dem 12.01.2005 sowie Zertifizierung der Gebäudehülle mindestens als KlimaHaus C, Gebäudezertifizierung als KlimaHaus R oder das Erreichen der jeweiligen U-Werte
    Beitragshöhe: 45 oder 60% und für Mehrfamiliengebäude mit mindestens 5 Baueinheiten und 5 Eigentümern bis zu 80% (Jahr 2022) der zulässigen Kosten
  • Austausch von Fenster und Fenstertüren Voraussetzungen: Baukonzession vor 12.01.2005 sowie Zertifizierung der Gebäudehülle mindestens als KlimaHaus C oder Gebäudezertifizierung als KlimaHaus R.
    Beitragshöhe: 45 oder 60% der zulässigen Kosten
  • Einbau von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung Voraussetzungen: Baukonzession vor dem 12.01.2005 sowie Zertifizierung der Gebäudehülle mindestens als KlimaHaus C oder Gebäudezertifizierung als KlimaHaus R.
    Beitragshöhe: 45 oder 60% der zulässigen Kosten
  • Energetische Sanierung einzelner Baueinheiten Voraussetzungen: Baukonzession vor dem 12.01.2005 sowie Zertifizierung der Baueinheit als KlimaHaus R.
    Beitragshöhe: 45% der zulässigen Kosten
  • Hydraulischer Abgleich bestehender Heiz- und Kühlanlagen Voraussetzungen: Baukonzession vor dem 01.01.2013
    Beitragshöhe: 50% der zulässigen Kosten
  • Einbau von thermischen Solaranlagen
    Beitragshöhe: 40% der zulässigen Kosten.
  • Austausch von Öl- und Gaskesseln in Mehrfamiliengebäuden für Gebäude mit mind. 5 beheizten Baueinheiten und 5 Eigentümern
    Voraussetzung: Zentralheizung muss Baujahr vor 2007 aufweisen
    Die Anlagen können durch folgende Systeme ersetzt werden: Anschluss an eine Fernheizanlage, Wärmepumpen, Hybrid-Heizanlagen mit Wärmepumpe und automatisch beschickte Biomasseanlagen (gilt nur beim Austausch einer Ölanlage)
    Beitragshöhe: 30% der zulässigen Kosten
  • Einbau von Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen: in Gebäuden mit mind. KlimaHaus B-Zertifizierung
    Beitragshöhe: 40% der zulässigen Kosten
  • Einbau von Speicherbatterien für netzgebundene Photovoltaikanlagen: gleichzeitige Neuinstallation der Speicherbatterien und Photovoltaikanlage erforderlich
    Beitragshöhe: 40% der zulässigen Kosten
  • Energetischer Check-up für Mehrfamiliengebäude: für Gebäuden mit mind. 5 Baueinheiten und 5 Eigentümern
    Beitragshöhe: 80% der zulässigen Kosten (Jahr 2022)

bis zu 65% Beitrag auf die Ausgaben ohne MwSt. erhält man für den:

  • Einbau von Photovoltaikanlagen (Inselanlagen)
  • Bau von Windkraftwerken (Inselanlagen)

Beitrag wird nur gewährt sofern keine wirtschaftlich oder technisch vertretbare Möglichkeit des Anschlusses an das Stromnetz besteht. br /> Zuständiges Landesamt:
Amt für Energie und Klimaschutz, Mendelstraße 33, 39100 Bozen Tel.: 0471-414720

Die Gesuche müssen vor Beginn der Arbeiten (Ausnahme Check-Ups) zwischen 1. Jänner und 31. Mai anhand der entsprechenden Formblätter eingereicht werden.

Hinweis: Im Einzugsgebiet von Fernheizanlagen werden keine Beiträge für Anlagen zur Wärmeerzeugung (Ausnahme Austausch Öl- oder Gasanlagen in Mehrfamiliengebäuden) und für Solaranlagen gewährt.

Weitere Infos unter, sowie Gesuchsformulare und Datenblätter finden Sie unter:
Amt für Energie und Klimaschutz
 

Wichtiger Hinweis: Die Häufung von Beiträgen zu Lasten des Landeshaushaltes ist nicht zulässig.

 

Landesförderungen für den Bau, die Sanierung oder den Kauf von Erstwohnungen (Wohnbauförderung)

Um in den Genuss der Wohnbauförderung zu kommen, müssen verschiedene Kriterien wie Ansässigkeit in der Provinz, Alter, Arbeitsnachweis, Lebensminimum, kein Besitz, usw. erfüllt werden. Die Höhe und Art der Förderung (zinsloses Darlehen oder fixer Betrag) werden in Form eines Punktesystems aufgeschlüsselt. Für die Punkteermittlung sind verschiedene Kriterien ausschlaggebend, wie z.B.: wirtschaftliche Verhältnisse der Familie, Anzahl der Familienmitglieder, Dauer der Ansässigkeit, Gründung einer neuen Familie.

Zuständiges Landesamt
Amt für Wohnungsbau, Kanonikus-Michael-Gamper 1,
39100 Bozen, Tel.: 0471-418741

Weitere Informationen unter:
www.provinz.bz.it
www.afb.bz

 

Steuerabzüge (50%, 36%, 60%) für die Gebäudesanierung

Für außerordentliche Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten von Wohnungen und Wohngebäuden kann ein Teil der Ausgaben von der Einkommenssteuer (IRPEF) abgezogen werden.

Für die Jahre 2022, 2023 und 2024können 50% der Ausgaben (Zahlung innerhalb 31.12.2021) bis zu einem Betrag von 96.000 Euro (Steuerabzug 50% also abschreibbarer Höchstbetrag 48.000) pro Wohneinheit und Baumaßnahme zu 10 gleichen Jahresraten von der Einkommenssteuer abgezogen oder an Dritte (z.B. Banken, Handwerker, ...) weitergegeben werden.

Gefördert werden außerordentliche Instandhaltungsarbeiten (Arbeiten, die der Erneuerung und Verbesserung des Gebäudes dienen, wie Austausch der Fenster, Einbau einer Heizanlage, Errichtung von Umzäunungen usw.), Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten (gilt vor allem für Gebäude mit einem besonderen architektonischen oder historischen Wert), bauliche Umgestaltung und andere förderungswürdige Bauarbeiten (wie z.B. Arbeiten zur Energieeinsparung, zur Anpassung an diverse Sicherheitsbestimmungen, …) und dergleichen. Bei Kondominien werden auch ordentliche Instandhaltungsarbeiten (Arbeiten, die zur Erhaltung des Gebäudes bzw. der technischen Anlagen dienen) gefördert.

Im Zuge von Wiedergewinnungsarbeiten für welche der Steuerabzug im Ausmaß von 50% in Anspruch genommen wird, kann zusätzlich ein Steuerabzug für den Ankauf von Möbeln, Einrichtungsgegenständen und energieeffizienten Elektrogeräten in Anspruch genommen werden. Der maximal abschreibbare Höchstbetrag pro Baueinheit liegt bei 5.000 Euro für Zahlungen innerhalb 2022 und bei 2.500 Euro für Zahlungen innerhalb Ende 2024 (50% von 10.000 Euro bzw. 50% von 5.000 Euro) und muss zu gleichen Teilen auf 10 Jahre aufgeteilt werden

Beispiele für Möbel und Einrichtungsgegenstände:
Betten, Schränke, Kästen, Bücherregale, Schreibtische, Tische, Stühle, Kommoden, Divane und Sofas, Kredenzen, Matratzen und Beleuchtungsanlagen.

Beispiele für Haushaltsgroßgeräte:
Kühl- und Gefrierschränke, Waschmaschinen, Wäschetrockner, Geschirrspüler, Herde und Backöfen, elektrische Kochplatten, elektrische Heizplatten, Mikrowellengeräte, elektrische Heizgeräte, elektrische Kühlanlagen, elektrische Ventilatoren und Klimaanlagen. Geräte für welche eine Kennzeichnung der Energieeffizienz vorgesehen ist, müssen gewisse Energieeffizienzklassen vorweisen können.

Weitere Informationen zum Energieetikett sind im Infoblatt „Energieverbrauch von Haushaltsgeräten“ enthalten und in der Broschüre der Agentur der Einnahmen “Bonus für Möbel und Elektrogeräte"  (in deutscher Sprache - Stand Jänner 2021.  

36% Steuerabzug gibt es hingegen für die Pflege von Gärten und Grünanlagen für bestehende Gebäude (Wohneinheiten, Gemeinschaftsanteile von Kondominien). Die maximal anerkannte Spesen betragen hierfür 5.000 Euro pro Wohneinheit (max. Abschreibsumme pro Jahr 180 Euro).

60% Steuerabzug sind hingegen für Maßnahmen zur Wiederherstellung oder Restaurierung der Außenfassade an bestehenden Gebäuden in den A-Zonen (historische Ortskerne) und den B-Zonen (Auffüllzonen) vorgesehen. Dieser Steuerabzug gilt nur mehr für das Jahr 2022, also für Zahlungnen die innerhalb 31. Dezember 2022 getätigt werden.


Weitere Infos unter: Wiedergewinnungsarbeiten: die Steuerbegünstigung – März 2019 (deutsche Versionen März 2019, italienische Version Juli 2019) und unter Fassadenbonus: Steuerabzug - Februar 2020  (deutsche Ausgabe Februar 2020, italienische Ausgabe Juli 2021)

 

Steuerabzüge (50%, 65%, 70%, 75%) für energetische Sanierungsarbeiten:

Für folgende Maßnahmen können 65% von der Einkommenssteuer (IRPEF bzw. IRES) zu 10 gleichen Jahresraten abgezogen oder an Dritte (z.B. Banken, Handwerker, ....) weitergegeben werden, sofern die Bezahlung innerhalb 31.12.2024 erfolgt.

  • Sanierungsarbeiten zur energietechnischen Optimierung von bestehenden Gebäuden, sofern das Gebäude nach der Sanierung einen gewissen Energiestandard erreicht. Der Höchstbetrag des Abzugs beläuft sich auf 100.000 €.
  • Ausgaben an bestehenden Gebäuden, Teilen davon oder Immobilieneinheiten sofern diese die vorgegeben Wärmedämmwerte (U-Werte) einhalten. Begünstigt werden Wärmedämmmaßnahmen an Außenmauern, Dächern, Decken und Böden, sowie der Austausch von Fenstern einschließlich der Fensterstöcke. Der Höchstbetrag des Abzuges beläuft sich auf 60.000 €. Der Steuerabzug für die Fenster beträgt nur 50%.

Wärmedämmwerte (U-Werte)

gültig seit 05.10.2020

   
Bauteile Klimazone E Klimazone F
Feste vertikale Strukturen (Mauern) 0,23 W/m²K 0,22 W/m²K
Feste vertikale Strukturen (Dächer, Decken) 0,20 W/m²K 0,19 W/m²K
Feste horizontale Strukturen (Böden) 0,25 W/m²K 0,23 W/m²K
Fenster einschließlich Fensterstöcke 1,30 W/m²K 1,00 W/m²K

 

  • der Einbau von Verschattungselemente, wie z.B. Markisen zur Vermeidung von Überhitzungen. Der Höchstbetrag des Abzugs beläuft sich auf 60.000 €. Achtung: Der Steuerabzug beträgt 50%.
  • für den Austausch der alten Heizanlage und deren Ersetzung durch einen Brennwertkessel, eine Geothermieanlage, eine Wärmepumpe oder eine Biomasseanlage, sowie die diesbezügliche Anpassung des Verteilersystems. Der Höchstbetrag des Abzuges beläuft sich auf 30.000 €. Achtung: der Steuerabzug variiert hier zwischen 50% und 65%.
  • der Austausch der traditionellen Systeme für die Warmwasserbereiter und deren Ersetzen mit einer Wärmepumpe. Der Höchstbetrag des Abzuges beläuft sich auf 30.000 €
  • der Kauf, die Installation und Inbetriebnahme multimedialer Vorrichtungen für die Fernsteuerung von Heizungs-, oder Warmwassererzeugungs- oder Klimatisierungsanlagen in den Wohneinheiten. Der Höchstbetrag des Abzuges beläuft sich auf 15.000 €.
  • die Anschaffung von Sonnenkollektoren zur Bereitung von Warmwasser. Der Höchstbetrag des Abzuges beläuft sich auf 60.000 €.
  • der Austausch der alten Heizanlage und das Ersetzen mit einer Kraft-Wärmekoppelung, sofern durch den Austausch eine Einsparung der Primärenergie von mind. 20% erzielt wird. Der Höchstbetrag des Abzuges beläuft sich auf 100.000 €.

Für die energetischen Sanierungsarbeiten an den Gemeinschaftsanteilen von Kondominien können bis zu 75% der Ausgaben von der Einkommenssteuer abgezogen werden. Die Zahlungen müssen innerhalb 31.12.2024 erfolgen.

Weitere Informationen, sowie Gesuchsmuster:
ENEA in Rom, Grüne Nummer: 800 985 280
Agentur der Einnahmen, Grüne Nummer: 848800444

Steuerbegünstigungen für energetische Sanierungsarbeiten – März 2019

Superbonus (110% - 65% Steuerabzug)

Neu seit Juli 2020: 110% Steuerabzug (Superbonus) für Maßnahmen, die zur Verbesserung der Energieeffizienz von Mehr- und Einfamilengebäude beitragen und innerhalb 31.12.2022 bzw. 31.12.2023 (Mehrfamiliengebäude) bezahlt werden. Lediglich für Mehrfamiliengebäude wird der Superbonus im Ausmaß von 70% für das Jahr 2024 und 65% für das Jahr 2025 vergeben.
Weitere Details unter: https://www.agenziaentrate.gov.it/portale/superbonus (derzeit nur in italienischer Sprache verfügbar).

 

Wärmekonto „Conto termico“: Förderung für den Einbau von Wärmepumpen, Sonnenkollektoren und Biomasseanlagen

Weitere Details dazu in folgendem Infoblatt.

Weitere Infos zu den verschiedenen Förderungen in unserem Steuerleitfaden.

https://www.afb.bz/efs_de/infoblaetter/

www.efficienzaenergetica.enea.it
www.gse.it
www.edilportale.it

www.agenziaentrate.gov.it

Stand
01/2022

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