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21.06.2017
21.06.2017

VZS: Weitergabe der Vorteile an die Familien kommt rechtzeitig vor einem weiteren Anziehen der Strompreise
 

Die Strompreise steigen permanent und Italien erklimmt bei den teuren Strompreisen mittlerweile Platz 4 in Europa. Laut letzter Erhebung von Eurostat zahlen die Familien in Schweden 8 Cent pro kWh, in Italien 23 Cent. Da kommt der Beschluss der Landesregierung über den Nachtragshaushalt den Artikel 13 des Autonomiestatuts endlich anzuwenden genau richtig: Ab 2018 kann, wie vorgesehen, der Gratis-Strom den das Land von den Konzessionären der großen Wasserableitung erhält „gänzlich oder zum Teil an Verbrauchergruppen jeglicher Kategorie verteilt werden“. Der direkten Verteilung an die Südtiroler Stromabnehmer steht damit nichts mehr im Wege.

Der Vorsitzende der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS), Agostino Accarrino und VZS-Geschäftsführer Walther Andreaus zeigen sich über die nunmehr professionelle Vorgangsweise erfreut: „Das jahrzehntelange Warten auf Gratis-Strom für die Südtiroler Haushalte hat nun ein Ende gefunden. Dafür gebührt dieser Landesregierung Lob. Wir schlagen vor, von den über 170 Millionen kWh an jährlichem Gratis-Strom 90% an die Familien zu verteilen. Jede/r BürgerIn sollte 300 kWh pro Jahr verteilt bekommen, unabhängig vom Einkommen und Stromverbrauch. Damit wird die Stromproduktion wirklich ein Anliegen aller SüdtirolerInnen, von Groß und Klein, von Jung und Alt. Der Rest des Gratis-Stroms sollte für Landeseinrichtungen zur Verfügung stehen.“

Mit diesem Wurf stößt die Landesregierung auch einen beträchtlichen Mehrwert für Familien an. Dem Land würde nur ein Kostenfaktor von knapp 24 Euro je Bürger entstehen, für die Stromabnehmer selbst würde sich jedoch eine Einsparung von durchschnittlich drei Mal so viel, also 75 Euro je nach der Leistung des Haushaltsanschlusses ergeben. Diese Maßnahme kommt rechtzeitig, sind doch die Weichen für eine weitere Verteuerung der Strompreise durch die vorgesehenen Reformen auf nationaler Ebene in den nächsten Jahren gestellt.
 

06.06.2017
06.06.2017

Seit 2013 wurde von Privatpersonen, Kondominien und öffentlichen Körperschaften um insgesamt 121 Millionen Euro Fördergelder über das so genannte Wärmekonto (conto termico) angesucht. Davon gingen rund 97 Millionen Euro an private KonsumentInnen. Dies die aktuellen Daten der GSE (Gestore dei Servizi Energetici). Mit dem Hinweis, dass auch in Zukunft um die staatliche Förderung angesucht werden kann.

Für die Nutzung erneuerbarer Energien existiert bereits seit 2013 die Möglichkeit, beim italienischen Netzbetreiber GSE um eine Förderung anzusuchen. Vor einem Jahr traten einige Neuerungen und Vereinfachungen in Kraft. Seither sind rund 19.900 Gesuche mit einem Fördervolumen von 93,4 Millionen Euro bei der GSE eingegangen.


Auch in Zukunft kann die staatliche Förderung in Anspruch genommen werden

Kurz zur Erinnerung: beim Wärmekonto (conto termico) handelt es sich im Falle von Privatpersonen und Kondominien um eine staatliche Förderung für den Einbau von Wärmepumpen, Solaranalgen und Biomasseanlagen. Öffentliche Körperschaften können auch für andere Energiesparmaßnahmen die Fördergelder in Anspruch nehmen.

Privatpersonen und Kondominien können die Förderung, welche bis zu 65% beträgt, für den Austausch der alten Heizanlage und deren Ersatz mit erneuerbaren Energiequellen in Anspruch nehmen.

Um in den Genuss der Förderung zu kommen, muss innerhalb von 60 Tagen ab Durchführung bzw. Fertigstellung der Arbeiten ein Antrag um Förderung über das “portaltermico” der GSE abgewickelt werden.


Hilfreiche Informationen

Weitere Infos rund um die verschiedenen Förderungen sind in den kostenlosen Infoblättern der Verbraucherzentrale Südtirol enthalten. Diese sind über das Internet (www.verbraucherzentrale.it), dem Verbrauchermobil, dem Hauptsitz und den Außenstellen erhältlich.

Alternativ zu den Infoblättern bietet die Verbraucherzentrale eine technische Bauberatung, welche jeweils montags von 9-12 und 14-17 Uhr telefonisch unter 0471-301430 zur Verfügung steht. Bei Bedarf können auch persönliche Fachberatungen vereinbart werden (Anmeldung erforderlich!).
 

11.05.2017
11.05.2017

Bis dato wurden die Kaminkehrerleistungen nach einer vorgegebenen Tarifordnung abgerechnet. In Zukunft wird der tatsächliche Arbeitsaufwand verrechnet.

Der Beruf der Kaminkehrer war einer der wenigen Ausnahmen, wo die Arbeitsleistung nicht nach tatsächlichem Aufwand, sondern nach einer vorgegebenen Tarifordnung abgerechnet wurde. Zwar stelle diese Preisvorgabe nur den Maximalpreis dar, dennoch wurde er in den meisten Fällen voll ausgeschöpft.

Damit ist nun Schluss: in Zukunft werden auch die Leistungen der Kaminkehrer nach Aufwand verrechnet. Lediglich der zu verrechnende Höchststundensatz, welcher 49,50 Euro inklusive 10% Mehrwertsteuer beträgt, wird vom Landesdekret vorgegeben (Dekret des Landeshauptmannes Nr. 13 vom 7. April 2017). Dabei wird jede angefangene Viertelstunde angelastet.

Die Verbraucherzentrale hat mit Hilfe des Landesverbandes der Handwerker nachgerechnet und verglichen. Anhand geschätzter Zeitaufwände für die verschiedenen Arbeitsleistungen sind die Preisunterschiede sehr unterschiedlich. Teurer wird es vor allem dann, wenn z.B. die Reinigung aufwendig ist, weil z.B. keine optimale Verbrennung stattfindet oder der Kaminkehrer Zusatzleistungen wie das Abdichten der Herde oder eine vorübergehende Sicherung am Dach mitübernehmen muss.

Praxisbeispiel: in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus in einer geschlossenen Ortschaft, mit einer Heizölanlage fallen laut alter Tarifordnung Kosten in Höhe von 44,66 Euro inkl. 10% MwSt. (Kamin 12 Meter, Heizung 34 kW, 2 Verbindungsstücke) an. Laut dem neuen Abrechnungssystem wird ein Zeitaufwand von bestenfalls 40 Minuten zuzügl. Fahrt (5 Minuten) geschätzt. Somit würden sich die neuen Kosten auf 37,13 Euro inkl. 10% MwSt. belaufen. Bei diesem Beispiel wäre eine Einsparung zum alten Tarifsystem von rund 7,50 Euro gegeben. Ist die Reinigung aufwendiger und die Anfahrtszeit höher (insgesamt geschätzter Zeitaufwand 60 Minuten), so werden die Leistungen teurer (49,50 Euro, also Mehrkosten von rund 11%).

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Konsumenten in Zukunft die Möglichkeit haben Geld zu sparen, indem sie z.B. das Abdichten der Herde selbst übernehmen und dem Kaminkehrer alles so vorbereiten, damit dieser nur mehr die Reinigung bzw. Kontrolle durchführen muss.

Hilfreiche Informationen

Weitere Infos rund um die Kaminkehrerleistungen und allgemeine Energiespartipps sind in den verschiedenen kostenlosen Infoblättern der Verbraucherzentrale Südtirol enthalten. Diese sind über das Internet (www.verbraucherzentrale.it), beim Verbrauchermobil, am Hauptsitz und in den Außenstellen erhältlich.

Alternativ zu den Infoblättern bietet die Verbraucherzentrale eine technische Bauberatung, welche jeweils montags von 9-12 und 14-17 Uhr telefonisch unter 0471-301430 zur Verfügung steht. Bei Bedarf können auch persönliche Fachberatungen vereinbart werden (Anmeldung erforderlich!).

04.04.2017
04.04.2017

Gesetzesvorschlag zur Konkurrenz
Verbraucherverbände schreiben an Ministerpräsident: „Geschützter Markt für Strom und Gas soll nicht abgeschafft werden“
Wer den Verkäufer nicht auswählt, wird um 20-30% mehr bezahlen


Die Verbraucherverbände Acu, Adiconsum, Adoc, Adusbef, Assoutenti, Codacons, Codici, Federazione Confconsumatori, Federconsumatori, Lega Consumatori, Unione Nazionale Consumatori und die Verbraucherzentrale Südtirol haben an Ministerpräsident Paolo Gentiloni geschrieben, um ihre Besorgnis über den Gesetzesvorschlag zur Konkurrenz zu äußern.

Besonders beunruhigend finden die Verbände die derzeitige Formulierung zur Abschaffung des geschützten Markts für Strom und Gas ab Juli 2018, und fordern (vor allem in Hinblick auf eine eventuelle Vertrauensfrage) die Streichung der entsprechenden Passagen.

Andernfalls würden Millionen Haushalte wahrlich vom Regen in die Traufe rutschen: Wer nämlich bis Juli 2018 keinen Anbieter wählt, wird automatisch in den „Schutzservice“ (servizio di salvaguardia) eingestuft, was im Verhältnis zum geschützten Markt (mercato tutelato) Mehrkosten von 20-30% mit sich bringen wird, und zwar für Strom und Gas.

Außerdem fehlt jeder Schutz für die sog. „besonderen“ Kunden, welche auch laut EU-Kommission besonders behandelt werden müssten.

„Vier Anbieter teilen sich 80% des Markts der Haushaltskunden“ liest man im Brief. „Die Konzentration der Privatkunden auf so wenige Anbieter schafft keine Konkurrenz, sondern konsolidiert die bestehende monopolartige Situation, was unweigerlich einen Anstieg der Preise von Strom und Gas für Haushaltskunden bedeuten wird“.

„Auch das Ende der Tätigkeit des Einheitseinkäufers (Acquirente Unico) stellt keinen weiteren Schritt in Richtung Liberalisierung dar, sondern würde ein wichtiges Wettbewerbselement aus dem Markt nehmen, sehr zum Schaden der Konkurrenz“.

Um den Preissteigerungen entgegenzuwirken, schließen die Verbraucherverbände, wird die Tätigkeit der Aufsichtsbehörden für Energie und Wettbewerb kaum ausreichen, da „ein eventueller Eingriff von deren Seite erst nach Feststellung der Preissteigerungen erfolgen könnte, wenn die VerbraucherInnen den Schaden längst erlitten haben“.

04.11.2016
04.11.2016

Preisvergleich Strom und Gas

Die Entwicklung der Strompreise in Südtirol
Mit Anbieterwechsel in 10 Minuten bis zu 366 Euro sparen


Zahlte 2011 eine Familie in Südtirol mit einem Verbrauch von 2.700 kWh/Jahr mit dem Angebot Sel FamilienPlus 379,92 Euro, so zahlt sie heute mit dem Angebot Alperia Welcome Monoraria 479,49 Euro, also gut 26% mehr! Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) hatte bereits vor einigen Monaten (vgl. Medien-Information vom 6. April 2016) beanstandet, dass Alperia die neuen Angebote etwas zu enthusiastisch über die Medien lanciert hatte. Obschon das Angebot von Alperia unter den besten am Markt ist (vergleiche Angebotsrechner Trovaofferte der Aufsichtsbehörde AEEGSI), sind die Preise der Gesellschaft weit weg von jenen, die in Südtirol noch vor wenigen Jahren möglich waren (glücklich dürfen sich all jene Familien schätzen, die noch die “alten” Sel-Tarife bezahlen), aber auch davon, was man sich von einem lokalen Strommarkt, der Vorteile für alle bringt, erwarten dürfte. Der Preis des Stroms am geschützten Markt ist im selben Zeitraum von 420,00 Euro (Februar 2011) auf 498,51 Euro (November 2016) gestiegen, und hat somit ein Plus von 18% verzeichnet.

Auch die Gaspreise in Bozen sind es wert, dass man einen Blick auf sie wirft: ein Vergleich der VZS zeigt, dass 1.400 Kubikmeter Gas am freien Markt, gekauft bei Alperia (974,85 Euro), fast gleich viel kosten wie am geschützten Markt (986,98 Euro): der Unterschied beläuft sich auf gerade mal 11 Euro pro Jahr, etwas mehr wie 1%. Dabei können die Trientner “Cousins” – Dolomiti Energia – mit dem Angebot GasSconto20 einen Preis von 900,70 Euro anbieten, eine Ersparnis von 86 Euro (fast 10%).

Trotz aller Ungereimtheiten bei der Preisgestaltung lohnt sich ein Blick in den Vergleichsrechner auf jeden Fall. Eine Familie mit den oben beschriebenen Standardverbrauchszahlen spart beim Wechsel vom geschützten Markt zum besten Anbieter insgesamt knapp 150 Euro – beim Wechsel vom teuersten Anbieter am freien Markt zum günstigsten 366 Euro.

>> http://trovaofferte.autorita.energia.it/trovaofferte/

10.10.2016
10.10.2016

In Flandern wurde bis vor 2 Jahren Gratisstrom verteilt
 

„Die Forderung zur Umsetzung des Art. 13 des Autonomiestatuts ist nicht ein rechtliches sondern ein politisches und wirtschaftliches Problem.“ Dies ist die Meinung des Vorsitzenden Agostino Accarrino und des Geschäftsführers Walther Andreaus der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) in Bezug auf eine diesbezügliche Stellungnahme. Rechtlich gesehen ist die Rangordnung des Autonomiestatuts viel höher zu betrachten als jegliche verwaltungsmäßige Normierung auf nationaler oder europäischer Ebene. Der Blick nach Flandern zeigt, dass Gratisstrom mit dem europäischen Strommarkt leicht zu vereinbaren ist. Dort wurde bis vor 2 Jahren Gratisstrom an die Haushalte abgegeben. Somit ist es der politische Wille der zählt. Und die Bereitschaft die BürgerInnen am Stromkuchen zu beteiligen.

Die Entschädigung der Südtiroler Familien und Haushalte sollte nicht länger auf sich warten lassen. Auch der Verweis „auch die Wirtschaft würde Bedarf anmelden“ ist ein reines Ablenkungsmanöver, denn die Abgabe von Strom für Betriebe steht nicht im Art. 13 des Autonomiestatuts. Gerade dies wäre somit im Hinblick auf europäisches Wettbewerbsrecht sehr fraglich. Im übrigen sollen laut dem Vorschlag der VZS auch die Familien aller Wirtschaftstreibenden in den Genuss des Gratisstroms kommen. Und dies wäre wohl dann genug.
 

07.10.2016
07.10.2016


Offener Brief an den Landeshauptmann Kompatscher und den Energielandesrat Theiner

Die vorgesehene Weitergabe von Gratis-Strom kann den bevorstehenden Belastungen durch Neuberechnung der Strompreise und Abschaffung des Geschützten Marktes vorbeugen
 

Die Entwicklung der Strompreise in Südtirol ist zunehmend negativ und führt zu immer mehr Belastungen der Haushalte. „Wir liegen wegen der Einbettung in den italienischen Strommarkt in Europa mit an der Spitze“, so der Vorsitzende der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) Agostino Accarrino und VZS-Geschäftsführer Walther Andreaus unisono. Die sogenannte Heimholung des Stroms gerät ohne direkte Vorteile für BürgerInnen zur Makulatur. „Damit auch die Bürgerinnen und Bürger direkte Vorteile aus der neuen Energiepolitik ziehen, ist die Anwendung des Art. 13 des Autonomiestatuts unumgänglich, zumal auch schon über 40 Jahre seit dem Beschluss vergangen sind“, dies stellte der Vorstand der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) bei seiner letzten Sitzung fest. Dabei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass die Neuberechnung der Strompreise ab 2016 und die Abschaffung des Geschützten Marktes ab 2018 vermutlich zu höheren Strompreisen führen werden. Diese Belastungen für die Südtiroler Haushalte könnten mit der Anwendung des Autonomiestatuts abgewendet werden.

Die Verbraucherzentrale Südtirol verlangt daher den vorgesehenen Gratis-Strom nicht nur, wie im Trentino vorgesehen, für öffentliche Einrichtungen zu verteilen, sondern auch den Familien im Ausmaß von 300 Kilowattstunden jährlich je Familienmitglied für die Erstwohnung zur Verfügung zu stellen. Dies kann auch für Bauern, Handwerker, Kaufleute, Gastwirte und Selbständige erfolgen, dadurch wäre auch die Wirtschaft mitbeteiligt. Hingegen ist eine Beteiligung der Betriebe am Gratis-Strom nicht vorgesehen und würde Wettbewerbsprobleme aufwerfen. Auch ökologische Bedenken sind angesichts der geringen Gratis-Strom Menge nicht von Belang.

Daher fordert die VZS in Südtirol auch die Privathaushalte zu beteiligen so wie im Autonomiestatut vorgesehen. Nachdem klar ist, dass die Kosten für die Verteilung des Gratis-Stroms nicht den Kunden angelastet werden können und von den Konzessionären zu erbringen sind, ist es Zeit die Vorteile des Stromlandes Südtirol die Haushalte direkt spüren zu lassen. Der Vorstand der Verbraucherzentale Südtirol ruft die Landesregierung dazu auf, beim Gratisstrom für die Bürger mehr Einsatz zu zeigen. Nur so kann dem Eindruck entgegengewirkt werden, dass wenn es um eigene Anliegen der Volksvertreter geht, die autonomen Zuständigkeiten eher ausgeschöpft werden.

Bei der Deckung des Eigenbedarfs der Landeskörperschaften und der Verteilung an die BürgerInnen gäbe es einen gewaltigen Mehrwert. Dem Land würde bei 300 kWh Gratis-Strom je Bürger und Jahr nur ein Kostenfaktor von 23,76 Euro entstehen (da das Land knapp 8 Cent je kWh erhält), für die Stromabnehmer selbst würde sich jedoch eine Einsparung von 60 (bei 0,20 Euro/kWh) bis 90 Euro (bei 0,30 Euro/kWh) pro Kopf und Jahr ergeben (je nachdem ob jemand einen Haushaltsanschluss mit einer Leistung von 3 kW oder 4,5 kW verfügt).

Fürwahr ein großer Wurf, der endlich die BürgerInnen am Stromkuchen teilhaben lässt, ohne dass übermäßige Kosten entstehen.


Die Entwicklung der Strompreise in Südtirol

Zahlte im Jahr 2011 eine Südtiroler Familie mit einem Verbrauch von 2.700 kWh mit dem Angebot „FamilienPlus“ von Seltrade 379,92 Euro, so zahlt dieselbe Familie heute mit dem Angebot Alperia Welcome („monoraria“) stolze 464,45 Euro, also um 22% mehr. Bereits vor einigen Monaten (siehe hierzu Medieninformation vom 6. April 2016) hatte die VZS Alperia vorgeworfen, die eigene, neue Angebotspalette etwas zu überschwänglich beworben zu haben: obschon die Angebote unter den besten sind, die sich über den offiziellen Vergleichsrechner Trovaofferte auffinden lassen, sind die Preise der neuen Energiegesellschaft doch sehr weit entfernt von jenen Tarifen, die die Familien in Südtirol noch vor wenigen Jahren aktivieren konnten (glücklich all jene, die noch die „alten“ Sel-Tarife nutzen können!), aber auch von dem, was man sich gerechtfertigterweise von einem lokalen Strommarkt, der den Nutzen aller im Auge hat, erwarten könnte. Im gleichen Zeitraum hat sich der Tarif des geschützten Markts von 420,01 Euro (Februar 2011) auf 476,38 Euro (September 2016) erhöht; das sind knapp 13%.

 

02.07.2015
02.07.2015


Gewaltiger Mehrwert durch die Gratisverteilung


Reform der Stromrechnung 2016: Energiesparer und Wenigverbraucher zahlen 10-30% mehr

Ungemach auch durch Abschaffung des geschützten Marktes ab 2018
 

Der Art. 13 des Autonomiestatuts sieht folgendes vor: „Bei Konzessionen für große Wasserableitungen zur Erzeugung elektrischer Energie haben die Konzessionsinhaber die Pflicht, den Provinzen Bozen und Trient jährlich und unentgeltlich für öffentliche Dienste und für bestimmte, durch Landesgesetz festzusetzende Verbrauchergruppen 220 Kilowattstunden für jedes Kilowatt konzessionierter mittlerer Nennleistung zu liefern;...“ Höchste Zeit das Autonomiestatut auch für die BürgerInnen anzuwenden.

Auf diese Weise erhält heuer das Land hochgerechnet bis zum Jahresende über 174 Millionen Kilowattstunden (kWh) Gratisstrom, den es sich zu einem Preis von 0,079207 Euro pro kW auszahlen lässt. Die im Autonomiestatut vorgesehenen VerbraucherInnen bleiben aber außen vor. Dies sollte sich ändern.
Über den gerechten Preis den das Land von den Großkonzessionären erhält, wurde jahrelang auch vor Gericht gestritten. Angesichts des Ungemachs das den Stromkunden in den nächsten Jahren bevorsteht wäre eine Strompreissenkung mehr als notwendig und angebracht. Die Energiekosten belasten die Familienbudgets immer stärker. Seit Februar 2011 sind die Stromkosten im geschützten Markt um 19 % gestiegen: zahlte man damals für 2.700 kWh Jahresverbrauch bei einer Leistung von 3 kW 420 Euro – zahlt man im Juni 2015 500 Euro dafür. Immer noch sind unsere Strompreise im europäischen Spitzenfeld. Nicht zu reden davon, wenn jemand um über die Runden zu kommen, 4,5 kW Anschlussleistung benötigt. Und das in einer Region, die viel mehr Strom produziert als sie verbraucht.

Daher sollte das Land jetzt ein Zeichen setzen und den Gratisstrom an die BürgerInnen endlich weitergeben. Jeder Bürger sollte 300 kWh pro Jahr verteilt bekommen, unabhängig von Einkommen und Stromverbrauch. Dem Land würden für den Eigenbedarf immer noch 18 Millionen kWh bleiben. Bei der Verteilung an die BürgerInnen gäbe es einen gewaltigen Mehrwert. Dem Land würde nur ein Kostenfaktor von 23,76 Euro je Bürger entstehen, für die Stromabnehmer selbst würde sich jedoch eine Einsparung von 60 (bei 0,20 Euro/kWh) bis 90 Euro (bei 0,30 Euro/kWh) pro Kopf und Jahr ergeben (je nachdem ob jemand einen Haushaltsanschluss über einer Leistung von 3 kW oder 4,5 kW verfügt, bei höheren ist die Einsparung noch größer). Fürwahr ein großer Wurf, der endlich die BürgerInnen am Stromkuchen teilhaben lässt, ohne dass übermäßige Kosten entstehen.

Inzwischen kommt auf die Stromkunden eine Revolution bei der Stromberechnung zu. Die Aufsichtsbehörde für Strom und Gas (AEEGSI) arbeitet gerade an einer ab Jänner 2016 gültigen neuen Berechnung der Strompreise. Die diesbezüglichen Konsultationen wurden erst kürzlich abgeschlossen. Im November soll die Ankündigung erfolgen, jedoch kann schon jetzt die Tragweite der Reform abgeschätzt werden. Es wird zu einer „Flatrate“ im Bereich des Stroms kommen, die progressive Struktur des Stromtarifs wird der Vergangenheit angehören. Die Abstufung, dass bis 900 kWh Jahresverbrauch der Tarif um einiges günstiger ist, wird hinfällig und die Netz- und Systemkosten werden in Fixkosten umgewandelt. Vielverbraucher haben Vorteile, Wenigverbraucher zahlen drauf. Haushaltskunden mit einem Jahresverbrauch von weniger als 3.500 kWh können mit einer Erhöhung der Stromrechnung um 10-30% pro Jahr rechnen. Wer z.B. 6.000 kWh mit einem Anschluss von 6 kW und eine Wärmepumpe betreibt kann auch über 600 Euro pro Jahr sparen. Es ist schon mehr als paradox, wenn die Stromsparer und Wenigverbraucher zur Kasse gebeten werden, obwohl in den Sonntagsreden genau das Gegenteil vertreten wird.

Besonders kritisch wird von Seiten der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) auch die im Gesetzesentwurf „Konkurrenz“ vorgesehene Absicht bewertet, den geschützten Strommarkt mit 2018 abzuschaffen. Der Vorsitzende der VZS Agostino Accarrino und der VZS-Geschäftsführer Walther Andreaus meinen dazu: „Ohne geeigneten Schutz der Stromkunden, besteht die große Gefahr, dass Monopolstellungen und unseriöse Geschäftspraktiken besonders in einem für Stromverkäufer interessanten Gebiet wie Südtirol zu Lasten der VerbraucherInnen ausgenutzt werden. Erhöhte Lebenshaltungskosten für die BürgerInnen sind dann die Folge. Das Autonomiestatut sollte im Strombereich endlich auch für die BürgerInnen umgesetzt werden. Es ist fast ein Gebot der Stunde: denn in welchem Bereich kann ein so beträchtlicher Mehrwert an die BürgerInnen weitergegeben werden, ohne die öffentlichen Kassen übermaßen zu strapazieren.“
 

10.03.2014
10.03.2014

In den vergangenen Jahren hatte die VZS bereits mehrmals über nicht ganz “koschere” Verkaufspraktiken der Vertreter von Strom- und Gasfirmen gewarnt. Nun scheinen erneut – vor allem im Unterland – Vertreter die Haustüren abzuklappern, die sich im Namen von „Enel“ vorstellen, und den Abschluss von Strom und Gasverträgen vorschlagen (ohne klarzustellen, dass sie für „Enel Energia“, Gesellschaft am freien Markt, und nicht für „Enel Servizio Elettrico“, Inhaber der meisten Verträge in der Gegend, da Ex-Monopolgesellschaft, tätig sind). Bei der VZS sind bereits zahlreiche Beschwerden von besorgten VerbraucherInnen eingegangen, die den Vertretern nach eigener Aussage nur persönliche Daten übergeben haben, ohne jedoch einen Vertrag zu unterzeichnen, und die nun wissen wollten, wie man sich hier am besten verhält.

Und so passiert’s
Vorsicht, wenn jemand an der Haustür klingelt und das Gespräch mit Sätzen wie „Möchten Sie weniger für Strom bezahlen, wir bieten interessante Skonti? Zeigen Sie uns doch Ihre Stromrechnung, dann können wir gemeinsam den Jahresstromverbrauch ermitteln“ eröffnet. Die Betreffenden stellen sich als „Verantwortliche von der Enel“ vor, und geben vor, ganz allgemein über Strom- und/oder Gasrechnung sprechen zu wollen. Sie sind meist sehr hartnäckig, und fast immer geben die VerbraucherInnen nach, und zeigen die Stromrechnung oder geben sogar eine Kopie weiter.

Die Tipps der VZS
Vor allem wenn Sie nicht an einem neuen Strom- oder Gas-Verkäufer interessiert sind, sagen Sie einfach „Nein, danke, das interessiert mich nicht“. Legen Sie fremden Personen an der Haustür keine Stromrechnungen zur Ansicht vor (und geben Sie ihnen auch keine Kopien), und geben Sie auch keine persönlichen Daten oder Daten zu den Abnahmepunkten (POD bzw. Pdr) weiter. Wer grundsätzlich an einem neuen Angebot interessiert ist, soll sich allgemeine vorvertragliche Informationen aushändigen lassen, aber ohne irgendwas zu unterzeichnen.
Falls Sie einige Zeit später die Kopie eines Vertragsvorschlags (“proposta contrattuale”) oder, schlimmer noch, des Vertrags (“contratto concluso”) erhalten, erinnern Sie sich daran, dass man als Verbraucher innerhalb von 10 Arbeitstagen ab Erhalt der Dokumentation kostenlos und ohne Angabe von Gründen vom Vertrag zurücktreten kann. Im Sinne von Abs. 2 Art. 64 des Verbraucherschutzkodex muss der Rücktritt per Einschreiben mit Rückantwort an den Händler ausgeübt werden (Vorlagen siehe hier).

Der Verhaltenskodex der Enel-Vertreter
Unseren Informationen zufolge hat Enel vor einiger Zeit einen Verhaltenskodex für die eigenen VertreterInnen eingeführt. Dieser sieht unter anderem folgendes vor:

  • Der Vertreter muss sich klar und deutlich als Entsandter von Enel Energia ausweisen, und den Erkennungsausweis sowie, auf Anfrage des Kunden, einen Ausweis, vorlegen.
  • Die Vertreter muss den Kunden deutlich erklären, dass der Wechsel zu Enel Energia nicht vom Gesetz vorgesehen ist, sondern man die freie Wahl hat;
  • Der Vertreter muss die Bedingungen des Angebots klar und unmissverständlich darlegen, ebenso wie die Bedingungen des Rücktritts;
  • Der Vertreter darf keine Falschinformationen über Konkurrenten geben, und darf keine nicht genehmigten Vergleiche mit Angeboten oder Verhalten von anderen Firmen machen.


Rat und Hilfe:
VZS, Schalter Energie, Bozen, Zwölfmalgreinerstraße 2, Tel. 0471 975597 
VZS, Außenstelle Neumarkt, c/o KVW, Rathausring 3, Tel. 331 2106087 (Donnerstag 15 – 17 Uhr).

Musterbriefe: http://www.verbraucherzentrale.it/17v17d59495.html.

 

 

 

Infos

Wird ein Gebäude oder eine Wohnung gebaut, verkauft oder wird ein neuer Mietvertrag abgeschlossen, so muss ein Energieausweis ausgestellt werden.

In einigen Fällen ist der Energieausweises auch im Falle einer energetischen Gebäudesanierung erforderlich. So z.B. wenn der Kubaturbonus für die energetische Sanierung in Anspruch genommen wird.

Weitere Details dazu sind im Infoblatt "Förderungen im Baubereich" enthalten.

Die Feuchtigkeit in Mauern und Böden, kann großen Schaden am Bauwerk verursachen. Die ersten Anzeichen sind meistens die Beeinträchtigung der Wohnqualität durch modrige Gerüche, Schimmelbildung oder bröckelnde Putzschichten. Meistens ist es nicht einfach die richtige Sanierungsmaßnahme zu finden. Oft führt erst die Kombination verschiedener Maßnahmen zum Erfolg.
 

Fast der gesamte in Südtirol benötigte Strom kommt von Wasserkraftwerken. Im Vergleich zu anderen Ländern wird er also aus weitgehend umweltfreundlichen Quellen hergestellt. Dies ist aber kein Grund, damit verschwenderisch umzugehen. Außerdem bedeutet Strom sparen gleichzeitig auch Geld sparen.

Damit der Stromverbrauch des eigenen Haushaltes bereits von vornherein so niedrig wie möglich gehalten werden kann, ist es notwendig bei der Anschaffung von Haushaltsgeräten auf einen möglichst geringer Verbrauch zu achten.
 

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